Boekelo: Erster Sieg bei Vielseitigkeits-Nationenpreis für IRL, Serienerfolg für GBR

Die jubelnden Briten freuten sich beim CCIO3* Boekelo über den Gesamtsieg der FEI-Nationenpreisserie Vielseitigkeit 2015

(© Die jubelnden Briten freuten sich beim CCIO3* Boekelo über den Gesamtsieg der FEI-Nationenpreisserie Vielseitigkeit 2015)

Dass die Briten, die in dieser Saison bei allen Etappen der FEI-Vielseitigkeit-Nationenpreisserie dabei gewesen waren, auch die Gesamtwertung gewinnen würden, war praktisch klar. Alles andere war eine Überraschung beim Finale in Boekelo.

Das Finale der FEI-Nationenpreisserie Vielseitigkeit 2015 war ein Turnier der Bestleistungen – die Iren konnten erstmals seit Bestehen der Serie eine Etappe gewinnen, die USA wurden Zweite, was ebenfalls ein persönliches Highlight darstellte. Dabei hatte das irische Team sich von Platz sieben nach der Dressur bereits nach dem Gelände auf den ersten Platz vorgekämpft. Nach dem Cross hatten sie gerade mal 0,30 Minuspunkte Abstand auf ihre Verfolger aus Neuseeland. Die patzten jedoch im Springen, was sie auf den dritten Platz hinter den USA zurückwarf. Für Neuseeland zählte aber ohnehin vor allem die Olympiaqualifikation für Rio 2016, die sie mit diesem Erfolg in der Tasche haben.

Die Iren waren nachvollziehbarerweise außer sich vor Freude über diesen Erfolg, zumal er in gewisser Hinsicht richtungsweisend sein könnte. Denn im Team waren einige junge Pferde und ein junger Reiter, der mit seinem Pferd in Boekelo seine erste lange Drei-Sterne-Prüfung gegangen ist: Cathal Daniels auf dem ebenfalls erst achtjährigen Rioghan Rua. Trotz ihrer Unerfahrenheit waren die beiden eines von nur vier Paaren, die den Kurs innerhalb der erlaubten Zeit bewältigten. Zwölf Fehler im Parcours bedeuteten in der Einzelwertung Rang 17 für das Paar. Weitere Mitglieder des Teams waren Jonty Evans mit Cooley Rorkes Drift (Rang 8 in der Einzelwertung), Joseph Murphy mit Westwinds Hercules (16.) und Padraig McCarthy auf Simon Porloe, die das Streichergebnis bildeten (30.).

Die Briten, die die Gesamtwertung nach Jahren der Dominanz durch die Deutschen in 2013 und 2014, gewinnen konnten, waren Fünfte hinter den Franzosen geworden. Sowohl Emily Parker auf Diamond Sundance als auch Nicola Wilson mit Kiltealy Brief beendeten die Prüfung nicht. Izzy Taylor wurde auf Briarlands Birdsong Siebte (52,80), Dani Evans mit Smart Time Fünfte (52,40).

Die Deutschen konnten ebenfalls nur zwei Reiter ins Ziel bringen: Die im Nachwuchsbereich hoch erfolgreiche Josephine Schnaufer – im vergangenen Jahr noch Stipendiatin im Yorkshire Riding Center – auf ihrer Trakehner Stute Sambucca (Platz 15 in der Einzelwertung) und Anna Siemer auf Butts Avondale (24.). Marina Köhncke hatte mit dem achtjährigen Holsteiner Let’s Dance einen Rumpler an einer Ecke und stürzte; für Josefa Sommer und ihren Heraldik xx-Sohn Hamilton hatte das ganze Turnier irgendwie nicht richtig laufen wollen. Bereits in der Dressur blieben sie weit unter ihren Möglichkeiten, was Bundestrainer Hans Melzer damit erklärte, dass der Wallach im Viereck mitbekam, wie in der Nähe ein Countdown gezählt wurde. Das habe ihn offenbar an die Startbox erinnert. Im Gelände lief es dann auch nicht recht und die beiden schieden aus. Trost für die Deutschen: Mit drei Siegen in dieser Nationenpreissaison hatten sie einen mehr als die Briten. Da sie aber nicht an allen Etappen teilgenommen hatten, wäre ein Sieg sowieso unwahrscheinlich gewesen.

In der Einzelwertung siegte Nicola Wilson mit dem Pferd, mit dem sie als Einzelreiterin unterwegs war: der neunjährigen KWPN-Stute Bulana v. Tygo. Sie setzte sich vor die neuseeländische Legende Blyth Tait, Olympiasieger 1996 und Weltmeister 1998 mit dem unvergessenen Ready Teddy, der nach Jahren der Abstinenz 2011 wieder in den Sport zurückgekehrt ist und in Boekelo mit Xanthus III einen belgischen Quidam de Revel-Pachat II-Sohn am Start hatte. Dritte wurde mit Kristina Cook auf Billy the Red eine weitere Britin.