Busch-Olympiasieger Custom Made lebt nicht mehr

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David O'Connor (USA) und Custom Made gewannen 1997 die Badminton Horse Trials. (© Archiv)

Olympische Spiele, Badminton, Kentucky: Der irische Wallach Custom Made zählte zweifelsohne zu den erfolgreichsten Vielseitigkeitspferden seiner Zeit. Nun ist er im stolzen Alter von 34 Jahren gestorben.

Fast zwei Jahrzente ist es inzwischen her, dass Custom Made und sein US-amerikanischer Reiter David O’Connor zur Goldmedaille bei den OIympischen Spielen in Sydney galoppierten. Es war übrigens die letzte olympische Vielseitigkeit, bei der die Pferde im Gelände noch Rennbahn und Wegestrecken zu absolvieren hatten. Neben dem Einzeltitel holten Custom Made und O’Connor damals auch Bronze mit der Mannschaft.

„Wir musste Tailor am Mittwoch (2. Oktober) einschläfern. Zum Glück konnte ich dabei sein“, sagte O’Connor gegenüber Horse&Hound. „Wir sind alle traurig, dass er nicht mehr da ist. Aber er wird für immer in unseren Herzen bleiben. Er hatte wirklich ein Wesen, wie es sie nur ganz selten gibt.“

Eine große Karriere im Busch

Custom Made (dt.: maßgeschneidert) kam 1985 bei Kitty Hogan und Elizabeth O’Flynn in Irland zur Welt. Als Neunjähriger wechselte der Bassompierre-Sohn mit dem Spitznamen „Tailor“ dann in den Stall von O’Connor. Übrigens war es damals William Micklem, der Erfinder der Micklem-Trense, der das Talent des Wallachs entdeckte. Gleich in ihrer ersten gemeinsamen Saison konnte das Paar 1995 das Kentucky Three-Day-Event für sich entscheiden – es sollte zugleich der internationale Durchbruch für den damals 33-jährigen O’Connor sein. Schon im darauffolgenden Jahr wurden die beiden Dritte in Badminton und Fünfte in der Einzelwertung bei den Olympischen Spielen in Atlanta.

1997 folgte mit dem Sieg in Badminton ein weiterer Höhepunkt der gemeinsamen Karriere. Damit ist O’Connor bis heute der letzte Reiter aus den USA, der das prestigereiche Fünf-Sterne-Event (ehemals Vier-Sterne) gewinnen konnte. Es folgten ein vierter Platz in Blenheim 1999 und der Olympiasieg in 2000. Sein letztes Turnier ging Custom Made zwei Jahre später, bevor er 2004 im Alter von 17 Jahren in Kentucky offiziell aus dem Sport verabschiedet wurde. Gemeinsam mit seinem Reiter wurde der Wallach später zudem in die amerikanische Hall of Fame des Pferdesports aufgenommen wurde.

Seine aktive Rente verbrachte der Ire auf der Stonehall Farm von Familie O’Connor in Virginia, wo er unter anderem noch an Jagden teilnahm, Lehrpferd war und als Führpferd für junge Pferde diente. „Er war ein großartiger Athlet – der beste, den ich je getroffen habe. Ich hatte das Gefühl, besonders am Ende, dass ich mehr ein Teil seiner Karriere war, als er ein Teil von meiner. Er steigert mein Bewusstsein dafür, was es heißt außergewöhnlich zu sein. Ein außergewöhnlicher Sportler. Ein außergewöhnlicher Charakter. Eine außergewöhnliche Zeit, die wir gemeinsam hatten. Das kannst Du für kein Geld wer Welt kaufen“, verabschiedete sich O’Connor von Custom Made.

Quelle: Horse&Hound

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