CCI**** von Luhmühlen 2018 an Jonelle Price

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Glückliche CCI4* Siegerin in Luhmühlen 2018: Jonelle Price auf Faerie Dianimo. (© Thomas Ix)

Sie hat 2018 einen Lauf – nach dem Sieg im CCI**** Badminton im Mai setzte die 37-jährige Neuseeländerin Jonelle Price in Luhmühlen noch einen drauf.

Mit der 13-jährigen Schimmelsstute Faerie Dianimo, ihrer Olympiapartnerin von Rio 2016, gewann sie die Viersterne-Prüfung von Luhmühlen 2018, der zweite 4*-Sieg der Saison für die Reiterin nach Badminton.

Nach einer von den Richtern sehr unterschiedlich bewerteten Dressur (Andrew Bennie, NZL,14. Sandy Phillips, GBR, 15. und Christoph Hess, GER, 3. ) mit deutlichen Spannungsmomenten legte Price mit nur 1,6 Zeitfehlern eine der besten Geländerunden des Tages hin. Ein wenig zittern musste sie noch bei der Verfassungsprüfung. Das Pferd wurde in die Holding Box geschickt, aber nach Rücksprache mit Tierarzt Matthias Baumann doch noch akzeptiert. Eine alte Narbe am rechten Vorderballen sei leicht gereizt gewesen, wahrscheinlich durch die Sprungglocken, erläuterte Baumann, das sei kein Grund gewesen, das Pferd aus der Prüfung zu nehmen. Eine Nullrunde im Parcours rundete die vorzügliche Leistung ab (33,00). Price ist nun mit zwei Pferden bestens für die WM gerüstet.

Der US-Amerikaner, der mit dem Hannoveraner Shamwari vor dem Springen noch in Führung gelegen hatte, zog sein Pferd nach dem Gelände zurück. Damit war der Weg frei für Jonelle Price. Und für die britischen Reiterinnen.

Starke Briten

Auf den nächsten Plätzen rangieren vier britische Amazonen, drei von ihnen abwurffrei im Springen. Laura Collett auf dem Weltmeister der jungen Pferde von 2015, dem Holsteiner Mr. Bass v. Carico-Exorbitant xx, endete mit ihrem Dressurergebnis von 29,90 Punkten.

Das erreichte exakt zwar auch die Dritte, Rosalind Canter auf der 14-jährigen KWPN-Stute Zenshera v. Guidam, aber Collett war im Cross deutlich näher an der Bestzeit von 11:35 Minuten geblieben. Genauer gesagt hatte sie eine von nur vier zeitfehlerfreien Ritten im Gelände geliefert. Auch Canter, Dritte von Badminton, hat mit Allstar B und Zenshara gleich zwei Pferde für die Weltreiterspiele.

Nur sieben von 29 Startern blieben ohne Abwurf im Parcours. Springreiterlegende Nelson Pessoa, der die Australier im Springen trainiert, betonte die Schwierigkeit des Springkurses. „Der ist von der Technik her nicht weniger anspruchsvoll als ein großer Preis im Springen, natürlich nicht so hoch, aber die Pferde sind ja auch nicht so ausgeruht wie ein Springpferd normalerweise, sondern haben gestern eine schwere Prüfung absolviert“, sagte der siebenfache Spring-Derbysieger.

Jörg Kurbel bester Deutscher

Der britische Trainer Chris Bartle, der ja 16 Jahre die Deutschen so erfolgreich trainiert hat, scheint gerade das gleiche Wunder bei den Briten zu wiederholen. Dabei hilft ihm, dass auf der Insel gerade eine junge Generation in die Championatsklasse hereinwächst. Der beste Deutsche in der Viersterne-Prüfung, Jörg Kurbel auf dem zehnjährigen Hannoveraner Entertain You v. El Bundy-For Pleasure belegte eine hoch achtbaren 15. Platz – bei seinem ersten Vier-Sterne-Auftritt überhaupt.

Bei Andreas Dibowski und Llanero, der in Luhmühlen ebenfalls sein Vier-Sterne-Debüt gegeben hat, kamen nach einer durchwachsenen Geländerunde noch acht Strafpunkte im Parcours hinzu, Rang 27. Felix Etzel hatte seinen Bandit vor dem Springen zurückgezogen. Falk-Filipp-Finn Westerich hatte mit Gina K im Gelände aufgegeben.

Statistik und die Frage nach dem Aufbau

Von den ursprünglich 50 Startern beendeten 29 die Prüfung. Damit ist die Ausfallrate ziemlich hoch, allerdings gaben etliche Reiter nach der ersten Verweigerung auf, weil sie kein Qualifikationsergebnis, also ein Ergebnis, dass zum Start bei einem Championat berechtigt, mehr erreichen konnten. Dazu muss es eine hindernisfehlerfreie Runde sein.

Die 37 Verweigerungen verteilten sich recht gleichmäßig, zehnmal gab es einen „Vorbeiläufer“ an 23 c, eine Ecke, die schwer richtig zu überwinden war, wenn man nicht ideal über 23 a und b kam. Viermal wurden 50 Strafpunkte angekreidet, weil der Reiter nicht innerhalb der Flagge geblieben und weiter geritten war, unter anderem beim Dressursieger Tim Lips mit Bayro.

Zwei Pferde wurden vor der dritten Verfassung zurückgezogen. Zwei Pferde stürzten, darunter, mit tödlichen Folgen, das belgische Pferd Axel Z (SG online berichtete). Den 18 Reitern, die vor dem Sturz gestartet waren, als das Unfall-Hindernis noch Teil der Strecke gewesen war, wurden zwei Sekunden gut geschrieben, damit sie gegenüber den nachfolgenden Paaren nicht benachteiligt waren.

Insgesamt hat der britische Aufbauer Mike Etherington-Smith sein Versprechen wahr gemacht und den Schwierigkeitsgrad der Viersterne-Prüfung gegenüber dem Vorjahr deutlich angehoben. Dabei gelang es ihm im Wesentlichen, das Feld vor allem durch Verweigerungen, also mehr oder weniger „Vorbeiläufer“ auseinander zu bekommen. Und so soll es ja eigentlich auch sein.

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