CIC*** Luhmühlen: Andreas Ostholt ist Deutscher Meister

Andreas Ostholt auf So is et

Zum zweiten Mal hat es der Berufssoldat Andreas Ostholt geschafft: Er ist Deutscher Meister Vielseitigkeit. Im Sattel von So is et ließ er die Konkurrenz hinter sich. Bei seiner Familie flossen Freudentränen.



Am Ende wurde es knapp: Andreas Ostholt und der Westfale So is et waren null bis zum letzten Sprung, obschon es fast an jedem Hindernis zuvor geklappert hatte. 5,8 Minuspunkte trennten ihn von Platz zwei. Auf dem Weg zum Schlusssprung machte er dann Tempo. „Ich dachte die Zeit wird zu knapp, deswegen habe ich entschieden, vorwärts zu reiten, lieber auf groß abzuspringen und eine Stange zu riskieren als zu viele Zeitfehler zu bekommen.“ Seine Rechnung ging auf. Die letzte Stange fiel, er bekam aber nur einen Zeitfehler und gewann mit 42,8 Minuspunkten das CIC*** und die deutsche Meisterschaftswertung. Schon 2011 stand er bei der Meisterehrung in Luhmühlen ganz vorn, damals im Sattel von Franco Jeas. Am Ausgang wurde der 37-Jährige, der den Bereich Reitsport der Bundeswehrsportschule in Warendorf leitet, von seiner Frau Sabrina mit Freudentränen in den Augen und Sohnemann Ludwig empfangen. Zu den Gratulanten gehörte außerdem Springreiterlegende Hans Günter Winkler, Ostholts Trainer und Unterstützer. „Die Tatsache, dass Herr Winkler zuletzt 1960 hier in Luhmühlen war und eigentlich Springreiter durch und durch ist, macht es zu etwas ganz Besonderem, dass er heute hierher kommen und zuschauen wollte und sich dem Team Ostholt zugehörig fühlt.“
Die Silbermedaille ging an die Zweitplatzierte der Dreisterne-Kurzprüfung und zugleich Siegerin des CCI****, Ingrid Klimke. Sie saß auf Hale Bob. Der elfjährige Oldenburger, Sieger des CCI**** in Pau 2014 und Zweiter in Badminton dieses Jahr, leistete sich im Parcours keinen Fehler und beendete die Prüfung mit 43,6 Minuspunkten. „Bobby hat auf dem Abreiteplatz erst einmal gebockt“, erzählte Klimke nach ihrem Ritt. „Im Parcours war er dann sehr griffig und sprang wirklich gut. Ich reite ihn häufiger auch in regulären Spingprüfungen und das Springen auf Zeit liegt ihm.“ Peter Thomsen freute sich im Sattel des Holsteiners Barny v. Barnaul xx über den dritten Platz im CIC*** und somit die Bronzemedaille (48,2 Minuspunkte) der Deutschen Meisterschaft. Der 54-Jährige kennt das Geschäft. Seine erste Meisterschaft ritt er 1987. Nun kann er seine dritte Bronzemedaille feiern. Mit seinem zweiten Pferd Cayenne wurde er außerdem Achter (51,9). „Um Deutscher Meister zu werden, muss man jeden Tag Bestleistungen abliefern. In meiner Dressurvorstellungen gab es noch die ein oder andere Schwachstelle, im Gelände habe ich ein paar Sekunden liegen lassen und auch im Parcours fiel eine Stange“, resümierte er seinen Prüfungsverlauf. „Aber ich komme auch nächstes Jahr wieder. Erst wenn die sechs vorne steht, ist Schluss.“
Tränen gab es nicht nur bei Ostholts, sondern auch bei Pia Münker, allerdings nicht vor Freude. Die sympathische 22-jährige Sportsoldatin lag mit ihrem Rheinländer Louis auf einem aussichtsreichen zweiten Platz. Allerdings liegen die Stärken des hochbeinigen Fuchses nicht im Springen. Wie schon zuvor  in Marbach und Wiesbaden zerplatzten die Träume der Reiterin von einer vorderen Platzierung auch in Luhmühlen im Parcours, als Louis insgesamt drei Stangen mitnahm, Endresultat Rang sieben mit 51,2 Minuspunkten.
Der vierte Platz ging an Kai Rüder mit Colani Sunrise (48,6) vor Jonelle Price (NZL) und Cloud Dancer, die wegen eines Abwurfs und Zeitstrafpunkten vom dritten Platz nach dem Gelände abrutschten (49,2, 5.).
Die Verkündung der Longlist für die Europameisterschaft im britischen Blair Castle (10. bis 13. September) hat Bundestrainer Hans Melzer verschoben. „Wir wollen noch das Event in Strzegom nächste Woche abwarten. Dort sollen einige Reiter an den Start gehen, deren Pferde noch die Qualifikation für die EM brauchen. Erst danach wollen wir uns beraten, einen weiteren Plan machen und die Longlist aufstellen. Wir befinden uns in einer Luxuslage mit so vielen guten Reitern. Wir könnten sogar zwei top Teams nach England schicken. Hauptziel ist Blair Castle und die Titelverteidigung.“

Hier finden Sie alle Ergebnisse in der Übersicht.

 

Andreas Ostholt

Andreas Ostholt mit Sohn Ludwig

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.