DM Luhmühlen: Ingrid Klimke vollendet den Triumph

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Ingrid Klimke und Asha P hatten den Löwenanteil am Sieg der deutschen Mannschaft beim Nationenpreis in Strzegom im August 2020. (© FEI/Leszek Wójcik)

Mit einer souveränen Runde gewann Ingrid Klimke das CC4*-L und damit auch zum fünften Mal die Deutsche Meisterschaft der Senioren in Luhmühlen (24,9), zwei Stunden nachdem ihre Tochter Greta Busacker bei den Junioren triumphiert und 60 Jahre, nachdem ihr Vater Reiner Klimke mit Fortunat den nationalen Titel gewonnen hatte.

Ingrid Klimkes erst neunjährige Asha v. Askari, Weltmeisterin der jungen Vielseitigkeitspferde 2018 und DM-Silbermedaillengewinnerin 2019, übersprang jedes Hindernis des Abschlussparcours deutlich und empfahl sich einmal mehr als Zukunftspferd für die kommenden Jahre.

Die Silbermedaille ging an Sandra Auffarth auf dem elfjährigen Viamant de Matz v. Diamant de Semilly. Auch sie blieben ohne Fehler im Parcours und wurden mit ihren 26,6 Punkten auch Zweite der CCI-Gesamtwertung vor dem Australier Andrew Hoy (28,7) auf dem elfjährigen Anglo-Araber Vassily de Lassos v. Jaguar Mail.

Hoy trainiert übrigens zur Zeit im Ausbildungszentrum Luhmühlen mit fünf Pferden. Zu seiner Unterstützung war die brasilianische Sportlegende Nelson Pessoa (84) angereist, der die australischen Buschreiter im Springen trainiert.

Da sich Ingrid Klimke mit Siena Just do it (34,9, Platz 5) und Sandra Auffarth mit Let’s Dance (28,7, Platz 4) auch mit ihren Zweitpferden abwurffrei im Vorderfeld platzierten, ging die DM-Bronzemedaille an Anna-Katharina Vogel auf Quintana P, (35,2, 6. im CCI) mit hauchdünnem Vorsprung vor Anna Siemer auf Avondale (35,3, 7. im CCI). Aus den Medaillenrängen fiel Sophie Leube, nach dem Gelände noch DM-Dritte, mit einem Abwurf von Jadore Moi (38,5, 8. im CCI).

Eher enttäuschend gestaltete sich der Parcours des 16-jährigen Hale Bob, Ingrid Klimkes Olympiapferd von Rio 2016 und Europameister der Jahre 2017 und 2019. Nach einer nicht perfekten Geländerunde patzte er im Parcours zweimal, blieb dann vor dem letzten Hindernis auch noch stehen und fiel auf einen hinteren Rang zurück. Olympiakaderreiter Andreas Dibowski verbesserte sich mit einem fehlerlosen Parcours auf Rang neun (38,9).

Bundestrainer Hans Melzer konnte ein erfreuliches Fazit ziehen: „Es war gut, dass mal wieder das Gelände den Ausschlag gab, da hat sich ja doch noch einiges nach der Dressur verändert. Und besonders froh bin ich, dass es einige neue Paare gibt, mit denen wir in der Zukunft planen können.“ Dabei erwähne er die Bronzegewinnerin Anna-Katharina Vogel und Anna Siemer.

Medaillenverdächtige Organisation

Eine Medaille hat sich auch das Organisatorenteam des Pferdezucht- und Reitvereins Luhmühlen verdient. Nachdem das für Juni anberaumte von der Turniergemeinschaft Luhmühlen (TGL) veranstaltete Fünfsterne-CCI wie die meisten internationalen Prüfungen abgesagt werden musste, habe für die Buschreiter ein Saisonhöhepunkt gefehlt, sagt Dr. Ulrich Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Vereins und Turnierleiter. Der Termin für die Nachwuchsmeisterschaft stand bereits fest und kurz entschlossen wurde die Senioren-DM eingefügt.

Die Finanzierung wurde durch viele Einzelsponsoren ermöglicht, unter anderem durch die Mäzene der einzelnen Reiter. Die Hindernisse wurden von der TGL angemietet. Die Resonanz der Reiter war riesig. „Wir hätten doppelt so viele Starter haben können“, sagte Schmidt. „Aber der Geländetag war schon aufgrund der Jahreszeit eingeschränkt.“ Das heißt, man musste die Reitzeit zwischen morgens 8 Uhr und 16 Uhr planen mit einer Reservestunde für eventuell notwendige Unterbrechungen, zu denen es zum Glück nicht kam. 185 Pferde waren genannt, 161 gingen am Ende an den Start.