EM Maarsbergen Vielseitigkeit: Deutsche Junioren in Führung, Enttäuschung bei Jungen Reitern

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Anna Lena Schaaf und Fairytale konnten 2018 die Deutschen Meisterschaften der Junioren in der Vielseitigkeit gewinnen. Bei der EM in Maarsbergen liegen sie momentan in Führung. (© Hogrebe)

Wie nah Freud und Leid manchmal tatsächlich beieinander liegen können, zeigte sich heute bei der Nachwuchs-EM der Vielseitigkeitsreiter im niederländischen Maarsbergen. Während die deutschen Junioren vor dem abschließenden Springen in Führung liegen, ist das Team der Jungen Reiter bereits geplatzt.

Bei schönstem Sonnenschein ging es für die Junioren heute Vormittag auf die Geländestrecke bei den Europameisterschaften in Maarsbergen. Schon nach der Dressur hatte die deutsche Mannschaft auf Goldkurs gelegen und bewies auch heute, dass Reiter und Pferde top in Form sind. Ohne einen einzigen Hindernis- oder Zeitfehler kamen alle sechs deutschen Paare ins Ziel.

Den Anfang machten Teamreiterin Joelle Selina Selenkowitsch und Akeby’s Zum Glück. Für die 17-jährige ist es der erste Start bei einem Nachwuchschampionat. Mit ihrem Dressurergebnis von 33,8 Minuspunkten liegt sie momentan auf Rang 18. Führende in der laufenden Wertung ist nach dem Gelände weiterhin die Pony-Europameisterin von 2016, Anna Lena Schaaf mit Fairytale (24,1). Mannschaftskollegin Ann-Catrin Bierlein ist ihr mit Auf geht’s Fräulein Hummel allerdings ziemlich dicht auf den Fersen (25,3).

Der vierte Teamreiter Calvin Böckmann liegt nach einer nicht ganz optimalen Dressur und einer makellosen Geländerunde mit Altair de la Cense nun auf Rang 15 in der Zwischenwertung (33,6). Deutschland führt aktuell mit insgesamt 83,0 Minuspunkten und hat damit einen komfortablen Vorsprung auf die Iren (97,1) und Briten (97,2). Die beiden Einzelreiterinnen Kaya Thomsen mit Barny (30,3/8.) und Isabel Mengeler mit Mighty Carrera (33,0/13.) vervollständigten die geschlossene Leistung ders deutschen Teams.

„Unter dem Strich muss man sagen: Besser kann das nicht gehen: Sechsmal null in der Zeit, das ist natürlich stark. Ich bin sehr stolz auf alle sechs, weil ja auch jeder für sich mit dem Druck umgehen muss, sicher reiten und konzentriert sein muss, das haben sie super stark gemacht. Von Vorteil ist es sicherlich, dass alle schon mal anspruchsvollere Kurse geritten sind. Aber man hat auch heute wieder gesehen, gutes Reiten und auch das, was wir immer wieder üben, Sitzpositionen, Pferde in der Balance haben, hat einem in diesem Kurs unheimlich geholfen“, zog Junioren-Bundestrainerin Julia Krajewski ihr Fazit.

Von 77 Paaren bei den Junioren kamen heute 59 ins Ziel. Die Entscheidung im Parcours fällt dann morgen ab 10.30 Uhr.

Junge Reiter ohne Glück

Auch die Jungen Reiter waren nach der Dressur als führende Mannschaft in den Geländetag gestartet. Die einsetzenden heftigen Regenfälle sorgten von vornherein für erschwerte Bedingungen. Wasser von oben und unten hieß es dann auch gleich für die erste deutsche Starterin, Anais Neumann mit Pumuckel. Die Preis der Besten-Siegerin stürzte unglücklich am Wassereinsprung. Das gleiche Schicksal ereilte auch direkt im Anschluss Jérôme Robiné und Guccimo R. Der Sportsoldat hatte nach einer super Dressur (22,1) zunächst in Führung gelegen. Mit dem Ausschluss von Neumann und Robiné war das deutsche Team bereits geplatzt.

Auch für Einzelreiter Brandon Schäfer-Gehrau und Fräulein Frieda war die Europameisterschaft eher beendet, als erhofft. Die Stute stoppte an Hindernis elf, der 19-Jährige musste unfreiweillig den Sattel verlassen. Alle Reiter und Pferde blieben aber zum Glück unverletzt.

Lichtblicke dank Staas, Dibowski und Brüssau

Erst Einzelreiterin Gesa Staas und St. Stacy ließen die Stimmung wieder steigen. Das Paar lieferte eine starke Nullrunde ab und rangiert damit in der Zwischenwertung auf einem aussichtsreichen vierten Platz. Auch Alina Dibowski und Barbados blieben ohne Hindernisfehler, hatten aber 18,4 Minuspunkte für die Zeit zu verzeichnen (21.). Schließlich war es die Silbermedaillengewinnerin aus dem letzten Jahr, Emma Brüssau, die für einen versöhnlichen Abschluss sorgte. Mit ihrer bewährten Dark Desire gelang ihr eine fehlerfreie Runde. Damit liegt Brüssau erneut auf Silberkurs (25,3), hinter der Französin Morgane Euriat. In der Mannschaftswertung führt Frankreich vor Großbritannien und den Niederlanden.

„Ich habe mir die Ritte von Anais und Jerôme noch angeschaut, aber danach wollte ich nichts mehr sehen und habe alles ausgeblendet“, sagte Emma Brüssau nach ihrem Ritt. „Bis auf die Hinderniskombination 23 ist alles gelaufen wie geplant. Dort habe ich beim Einsprung die Bügel verloren, aber ‚Desiree‘ ist einfach weitergesprungen. Sie ist einfach ein tolles Pferd.“

Dass der Geländekurs für die Jungen Reiter insgesamt sehr anspruchsvoll gestaltet war, zeigten auch die vielen Unterbrechungen. Nur 43 von ursprünglich 66 Teilnehmern konnten die Prüfung beenden. „Das zeigt, welche tolle Leistung Emma, Gesa und auch Alina hier gezeigt haben. Das Ausscheiden unserer anderen drei Reiter war sicherlich vor allem Pech. Aber wenn man das Ergebnis sieht, fragt man sich schon, ob eine Junge-Reiter-Prüfung so anspruchsvoll sein muss, dass man im Grunde Vier-Sterne-Erfahrung dafür mitbringen muss. Es sind ja auch viele Reiter dabei, die im vergangenen Jahr noch Junioren waren“, kritisierte U21-Bundestrainer Frank Ostholt.

Alle Ergebnisse aus Maarsbergen finden Sie hier.

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