Hop and Skip lebt nicht mehr

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Hop and Skip unter Dirk Schrade (© Toffi)

Dirk Schrades langjähriges Championatspferd Hop and Skip musste im Alter von 23 Jahren eingeschläfert werden.

Vielseitigkeitsprofi Dirk Schrade musste seinen früheren Championatspartner Hop and Skip, Stallname Baxter, gehen lassen. Die letzten sechs Jahre hatte der Wallach seine Rente bei seiner Besitzerin Freya Rethmeier genossen. Er litt jedoch an chronischen Darmbeschwerden und am Ende konnte ihm nicht mehr geholfen werden. „Er hatte so abgebaut in letzter Zeit“, berichtet Dirk Schrade gegenüber St.GEORG online. „Wir haben in Telgte noch alles probiert, aber es ging leider nicht mehr.“

Der Fuchs, dessen Mutterlinie unbekannt ist, stammte aus der Zucht von Tina und Graham Fletcher von der Foxglade Farm in Großbritannien. Siebenjährig wurde der Wallach von Stephen Way (AUS) erstmals international vorgestellt und nahm an der WM der jungen Vielseitigkeitspferde in Le Lion d’Angers (FRA) teil. Ein Jahr später gingen Stephen Way und der Wallach in der langen Viersterne-Prüfung im niederländischen Boekelo an den Start. Dort war Hop and Skip eines von nur zehn Pferden, die es in dieser Prüfung schafften, im Gelände in die Zeit zu kommen. Das Teilnehmerfeld umfasste 110 Starter.

Als Hop and Skip neun Jahre alt war und erneut in Boekelo startete, wurde Dirk Schrade das erste Mal auf ihn aufmerksam. Er vermittelte ihn an den Japaner Kenki Sato. Der ritt ihn zu einigen Erfolgen auf Vier Sterne-Niveau und die beiden gingen bei den Weltreiterspielen in Kentucky 2010 an den Start. Im selben Jahr nahm dann Dirk Schrade selbst in Hop and Skips Sattel Platz.

100 Prozent Teampferd

Die beiden wurden zu einer Bank des deutschen Teams: Bei allen Nationenpreisen, bei denen Schrade und Baxter an den Start gingen (insgesamt acht), brachten sie die Teamgoldmedaille mit nach Hause. Außerdem gewannen sie Team-Gold bei der EM in Malmö und Blair Castle sowie Team-Gold bei der WM in Caen. Sie wurden sechste im CCI5*-L in Luhmühlen und elfte in Burghley. 2012 verhinderte ein Infekt die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London.

„Ich wünschte mir, noch einmal so ein Pferd haben zu können“, so Dirk Schrade. Hop and Skip habe eine sensationelle Einstellung zum Sport gehabt. Er sei zwar von vielen belächelt worden und die Dressur war nicht gerade seine Paradedisziplin, dafür aber das Gelände. Nur ein Springfehler im Cross in seiner gesamten Laufbahn. Das tolle Gefühl und die Freude, die er im Gelände vermittle, lasse sich kaum mit einem anderen Pferd vergleichen, beschreibt Schrade.

Gewöhnungsbedürftig war nur Hop and Skips Springmanier. „Er springt wie ein Hase“, umschrieb es sein Reiter in seiner aktiven Zeit. „Er katapultiert sich am Sprung in die Höhe und die Vorderbeine lässt er etwas hängen. Ziemlich ungewöhnlich, aber er kommt super zurecht damit und man gewöhnt sich daran. Wirklich jeder, der einmal mit ihm gesprungen ist, sagt, dass er nicht gedacht hätte, dass es sich so gut und sicher anfühlt. Wir haben gar nicht erst versucht, an seiner Art zu springen etwas zu ändern. Denn sein Stil hat vor allem einen ganz entscheidenden Vorteil: Er ist immer im Gleichgewicht – egal, an welchem Hindernis, Trakehner, Tiefsprung, Graben – und man hat ihn immer vor sich.“

2016 ging Hop and Skip seine letzte Turniersaison, 2017 wurden seine Besitzerin und er in Luhmühlen in die Hall of Fame des Vielseitigkeitssports aufgenommen.