Kreuth: Anna Lena Schaaf zum vierten Mal Deutsche Jugendmeisterin, alles neu bei den Junioren

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Archivfoto: Anna Lena Schaaf und Debby (© Toffi)

War das ein spannendes Wochenende für die Vielseitigkeits-Junioren und Jungen Reiter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Kreuth! Auch wenn es zumindest für Anna Lena Schaaf dann doch ein Start-Ziel-Sieg wurde. Aber die Nerven muss man erstmal haben.

Zum vierten Mal sicherte sich Anna Lena Schaaf den Deutschen Meister-Titel, zum zweiten Mal in der Altersklasse der Jungen Reiter (CCI3*-L). Mit ihrer langjährigen Erfolgspartnerin Fairytale v. Fidertanz war die Perspektivgruppenreiterin bereits nach der Dressur in Führung gegangen, sammelte im Gelände nur ein paar Zeitfehler und ging mit dem Sieg in der Hand in den abschließenden Parcours. Hier musste sie allerdings null bleiben, denn das war ihren ärgsten Konkurrenten zuvor auch schon gelungen.

Wahrscheinlich haben die Zuschauer mehr gezittert als Anna Lena. Die 19-Jährige meinte hinterher ganz cool: „Ich glaube, das Wichtigste ist, sich selbst nicht verrückt zu machen. Und dass man ein Team um sich hat, das einen nicht auch noch nervös macht. Ich war in dieser Hinsicht immer schon eher gelassen.“ Und so brachte sie die Mission Titelverteidigung erfolgreich zu Ende und siegte mit 26,2 Minuspunkten.

Diese Gelassenheit hat sie schon bei diversen Championaten demonstriert. Der heutige Titel war für sie der vierte in Folge und der dritte auf Fairytale. Im letzten Jahr hatte sie die Schärpe auf Fairytales Tochter errungen, der Danone-Tochter Debby, die sie in Kreuth ebenfalls dabei hatte und mit der sie zusätzlich Achte in der Gesamtwertung wurde.

Die Silbermedaille in der DM-Wertung sicherte sich Ben Philipp Knaak auf Let’s Go mit exakt 30 Minuspunkten vor Greta Busacker und ihrem Scrabble, mit dem sie im vergangenen Jahr in Luhmühlen den U18-Titel gewonnen hatte. Dieses Jahr wurden es mit 26,8 Minuspunkten aus der Dressur und 4,4 Zeitfehlern im Gelände 31,2 Minuspunkte in Summe und damit Bronze – gelungener Einstand im U21-Lager.

Junioren

Erst hatte das Gelände die Reihenfolge im CCI2*-L der Junioren durcheinander gewirbelt, dann war nach dem Springen wieder alles anders. Nur drei Paaren gelang ein fehlerfreier Parcours zum Abschluss der DJM.

Eines davon waren die beiden Preis der Besten-Sieger Nane Nikolaus Dehn auf der von seinem Großvater gezogenen Holsteiner Stute Zilia D, die ihrem Vater Corland damit alle Ehre machte. So beendeten sie die Prüfung mit ihrem Dressurergebnis von 27,3 Minuspunkten und arbeiteten sich von Rang vier nach ihrem Auftritt im Viereck ganz nach oben aufs Treppchen vor. Der glückliche Sieger im Anschluss gegenüber der FN: „Im Springen ging sie super, sie war super heiß. Als ich reingeritten bin, nach den ersten beiden Sprüngen, wusste ich schon, dass wir das heute hier gut zu Ende bringen. Die Zeit war ein bisschen eng, aber Zilia D hat einen so großen Galopp, da hatten wir eigentlich noch nie Probleme.“ Und so war es dann ja auch.

Eine ähnliche Aufholjagd wie dem Siegerpaar gelang Victoria Weyers und ihrer elfjährigen Lissaro van de Helle-Tochter Lariostea. Nach der Dressur lagen die beiden mit ihren 28,3 Minuspunkten noch an siebter Stelle. Dank fehlerfreier Runde im Cross arbeiteten sie sich auf Rang fünf vor. Und im Parcours blieben alle Stangen liegen, lediglich 1,2 Zeitstrafpunkte kamen noch hinzu. In der Endabrechnung bedeutete das 29,5 Minuspunkte und damit Silber.

Luke Vogelsänger und seine langjährige Erfolgspartnerin C’est Evie hatten den Sieg in der Hand als sie als führendes Paar nach dem Gelände als letztes in den Parcours gingen. Doch am dritten Hindernis fiel der Titeltraum mit der Stange zu Boden. So wurde es Bronze für den 17-jährigen Westfalen, der trotzdem super zufrieden war, wie er im Gespräch mit der FN verriet: „Sie ist trotzdem super gesprungen, ein Fehler ist schnell passiert und die anderen haben es genauso verdient.“

Richtig arg hatte es Isabella von Roeder und Bob getroffen, die als Anwärter auf Silber ins Springen gegangen waren. Doch sie sammelten gleich zwölf Strafpunkte und fielen damit auf Rang 16 zurück.

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