Kreuther Frühling 2018: Erfolgreicher Saisonauftakt für Ingrid Klimke

Ingrid Klimke und Hale Bob

Ingrid Klimke und Hale Bob waren schon mehrfach erfolgreich im Kreuther Gelände unterwegs. (© Julia Rau)

Besser hätte es am Wochenende für Ingrid Klimke nicht laufen können: Zwei Starts münzte sie in zwei Siege um. Michael Jung ließ es hingegen erstmal ganz locker angehen.

Das war ein Saisonauftakt nach Maß: Beim Kreuther Frühling 2018 konnte Ingrid Klimke den Platz zweimal als strahlende Gewinnerin verlassen. In der Zwei-Sterne-Kurzprüfung ging die amtierende Einzel-Europameisterin mit Hale Bob, ihrer aktuellen Nummer eins im Stall, an den Start. Schon im letzten Jahr konnte das Paar in Kreuth die CIC2*-Prüfung gewinnen, das Gelände scheint den beiden also zu liegen.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, also ob Julia Krajewski und Chipmunk dieses Mal den Sieg mit nach Hause nehmen würden. Bis zum abschließenden Springen lag die Reiterin aus Warendorf punktemäßig vorne. Nach einem Hindernisfehler im Parcours war der Weg jedoch frei für Ingrid Klimke und Bobby. Während sie die Dressur noch auf dem vierten Platz beendet hatten, arbeiteten sie sich mit einer schnellen und fehlerfreien Runde im Gelände auf Rang zwei vor. Auch im Parcours ließ der Wallach alle Stangen liegen und beendete die Prüfung mit seinem Dressurergebnis von 28,30 Minuspunkten.

„In der Dressur war er (Hale Bob) noch etwas aufgeregt und hat erstmal einen Wechsel ausgelassen, sich dann aber doch zusammengerissen. Das Gelände war dafür wie nach Hause kommen“ gab Ingrid Klimke nach der Prüfung zu Protokoll. Die weitere Saisonplanung für Hale Bob im Hinblick auf die Weltreiterspiele im September will sie wie folgt gestalten: „Jeden Monat eine kurze Drei-Sterne-Prüfung, um ihn locker und geschmeidig zu halten.“ Als nächstes stehen für den 14-Jährigen Helikon xx-Sohn Starts in Wiesbaden, Luhmühlen, Aachen und Strzegom an.

Jung noch im Trainingsmodus

Für Julia Krajewski und Chipmunk waren es am Ende 31,30 Zähler. Ebenfalls auf dem Treppchen landete Louise Svensson Jähde mit Wieloch’s Utah Sun. Die in Deutschland lebende Schwedin arbeitete sich von Platz sieben in der Dressur bis auf den dritten Platz vor. Andreas Dibowski gelang eine noch größere Aufholjagd: Mit dem 13-jährigen Llanero landete er in der Dressur auf Platz 21, sammelte im Gelände jedoch nur wenige Zeitfehler und blieb im Parcours null, so dass die beiden am Ende Fünfte werden konnten.

Einer, der sonst die vorderen Plätze quasi für sich abonniert hat, fehlte in der Siegerehrung. Michael Jung beendet die Prüfung mit Sam und fischerRocana bereits im Gelände, nutze Kreuth demnach nur als Trainingsrunde. Zwar lag er mit beiden Pferden nach der Dressur auf den Plätzen eins und zwei, aber diese Taktik hatte sich für „Gold-Michi“ bisher gut bewährt, wie Hans Melzer bestätigte: „Das hat er auch schon in den Vorjahren so gemacht, um Kreuth als Vorbereitung für die kommenden Prüfungen zu nutzen.“ Insgesamt zeigte sich der Bundestrainer sehr zufrieden mit dem Saisonauftakt: „Speziell die Championatspferde haben sich hier sehr gut in Form gezeigt. Lediglich ein paar der jüngeren Pferde merkte man den langen Winter an. Sie waren im Gelände noch etwas ‚guckig‘.“

Die weiteren Ergebnisse

In zwei Abteilungen wurde die Ein-Sterne-Prüfung beim Kreuther Frühling 2018 gewertet. Und auch hier gab es (fast) kein Vorbeikommen am Stall Klimke. In der ersten Abteilung ging Ingrid Klimke mit Asha P an den Start. Auf der Askari-Tochter konnte sie die Prüfung mit dem Dressurergebnis von 20,70 Punkten beenden. Die Stute war im letzten Jahr Finalistin beim Bundeschampionat, soll dieses Jahr bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde an den Start gehen und weckt bei ihrer Reiterin Assoziationen zu einem ganz besonderen Pferd: „Sie erinnert mich ein bisschen an Braxxi, sehr rationell und schnell. Sie ist vielleicht nicht spektakulär, aber lässt sich gut ausbilden und formen. Ich bin sehr glücklich, dass ich sie habe.“

Andreas Ostholt, der nach der ersten Teilprüfung mit Quartz de la Ferme noch in Führung gelegen hatte, schied nach drei Verweigerungen im Gelände leider aus. Damit war der Weg für Peter Thomsen frei, der auf Sir Boggles mit 24,30 Minuspunkten am Ende Zweiter wurde. Das gute Dressurergebnis der beiden verwunderte übrigens nicht – der 10-jährige Wallach stammt vom Dressurvererber Samba Hit ab.

Auch Michael Jung war im CIC1* mit zwei Pferden am Start. Mit dem erst sechsjährigen Wild Wave, der erst vor kurzem im italienischen Pratoni seine erste richtige Vielseitigkeit mit einem Sieg beenden konnte, wurde er Neunter. Neuzugang fischergreenline landete am Ende auf Rang 24, nachdem Jung es im Gelände und Parcours mit dem neunjährigen Iren noch langsam hatte angehen lassen.

Wie die Mutter, so die Tochter

In der zweiten Abteilung des CIC1* waren vor allem die jungen Nachwuchsreiter am Start. Der Sieg ging hier an Josephine Schulze-Bisping mit Abke’s Boy. Nach blitzsauberen Runden im Gelände und Parcours, hatten die beiden am Ende 25,30 Minuspunkte auf dem Konto stehen. Und auch in dieser Prüfung gab es für Ingrid Klimke Grund zur Freude: Direkt hinter dem zweitplatzierten Belgier Jarno Verwimp konnte sich Tochter Greta Busacker einordnen. Auf Coco Maurice sammelte sie im Gelände lediglich einen Zeitfehler und blieb im abschließenden Springen fehlerfrei. Rang drei mit 28,30 Zählern lautete daher das Endergebnis für die 15-Jährige.

„Für Greta und Coco war es der die erste Ein-Stern-Prüfung in diesem Jahr und gleich so ein toller Einstieg. Ich bin sehr stolz auf die beiden“, freute sich Klimke nach der Prüfung über ihre Tochter. Mit Stute Soma Bay wurde Greta zudem für die Sichtung zum Preis der Besten Dressur in Kronberg am kommenden Wochenende nominiert, ist also auch schon im Dressursattel erfolgreich unterwegs. Um den Nachwuchs muss sich Klimke demnach wenig Sorgen machen.

Alle Ergebnisse vom Kreuther Frühling 2018 finden Sie hier.

 

Quelle: Deutsche Reiterliche Vereinigung

St.GEORG GRATIS LESEN!

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist! Das bietet der
St.GEORG Newsletter. Jetzt abonnieren und Sie erhalten eine Ausgabe
St.GEORG als ePaper gratis - zum immer und überall lesen.