Luhmühlen: Niemand schlägt Bettina Hoy – zumindest auf dem Viereck

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Bettina Hoy und Designer auf dem Weg an die vorläufige Spitze beim CCI4* in Luhmühlen 2017. (© Thomas Ix)

In beiden Prüfungen beim CIC3*/CCI4* Luhmühlen gab es kein Vorbeikommen an Bettina Hoy auf dem Dressurviereck.

Die Dressur der CIC3*-Prüfung in Luhmühlen hatte es am zweiten Tag nochmal richtig in sich. Michael Jung, Sandra Auffarth und Ingrid Klimke kamen jedoch am Top-Ergebnis vom Vortag von Bettina Hoy und Seigneur Medicott nicht  vorbei. (Hier geht es zu den Ergebnissen von gestern.)

Sandra Auffarth wurde mit Spannung vom Publikum erwartet. Die Vorjahressiegerin der Deutschen Meisterschaft hatte ihren „Wolle“ dabei, der wegen einer Verletzung erst spät in die Saison gestartet ist. Opgun Louvo und Auffarth zeigten eine tolle Dressurrunde mit besonders ausdrucksstarken Momenten in der Trabtour. Mit 35,8 Minuspunkten rangiert das Olympia-Paar von Rio 2016 derzeit auf dem sechsten Platz hinter Julia Krajewski mit Chipmunk. Damit hat Sandra Auffarth noch gute Karten in der Hand, um bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitzureden.

Für die Europameisterschaft im polnischen Stzregom kommen die Deutschen Meister von 2016 jedoch leider nicht in Frage. Nach der längeren Verletzungspause und der Verweigerung in Rio fehlt leider das Qualifikationsergebnis für die EM. Nach einer Griffelbein-Operation wird der 15-jährige Opgun Louvo  langsam wieder aufgebaut. Eine lange Drei- oder Viersterne-Prüfung, um die Qualifikation zu erreichen, käme jetzt, so die Reiterin, noch zu früh. Wolle soll das im Herbst nachholen, um rechtzeitig die Qualifikation für die Weltreiterspiele 2018 zu sichern. Dort plant Auffarth ihren Weltmeistertitel von 2014 zu verteidigen.

Jung im Regen

Etwas Pech hatte ihr Olympia-Teamkollege Michael Jung heute. Als ob der Wettergott sagen wollte: „Der Kentucky-Sieger kann auch unter erschwerten Bedingungen starten“ kam kurz vor seinem Start ein stürmischer Wind inklusive norddeutschem Regenguss auf. Beim ersten Halten war Rocana dann etwas unruhig. Doch schon kurz danach ließ sich die zwölfjährige Ituango xx-Tocher nicht mehr von der Unruhe ums Viereck herum ablenken und war wieder ganz bei ihrem Reiter. Der anhaltende Regen sorgte allerdings dafür, dass Michael Jung nicht alles riskieren konnte und letztendlich etwas enttäuscht wirkte, als er das Viereck verließ. Für die Dressurvorstellung mit Highlights in den Verstärkungen gab es 74,33 Prozent. Mit umgerechnet 38,9 Minuspunkten liegt das Paar nach der Dressur an Rang sieben.

Klimke macht sich selbst Konkurrenz

Gleich im Anschluss und als letzte Starterin kam Ingrid Klimke mit ihrer erst achtjährigen Nachwuchshoffnung Weisse Düne v. Clarimo aufs Viereck. Sie hatten die Wetterkapriolen auf dem Abreiteplatz zu spüren bekommen. Dass Pferd und Reiterin damit klatschnass ihre Leistung abrufen mussten, schien die beiden aber keinesfalls zu beeindrucken. Wie ein Routinier spulte die Holsteiner Stute, die Weltmeisterin der jungen Vielseitigkeitspferde aus dem letzten Jahr, alle geforderten Aufgaben ab. Highlights hatte das Paar in den Trabverstärkungen – vom Richter bei E, Slawomir Rietrzak aus Polen, gab es beispielsweise für den Mitteltrab eine 9. Am Ende gab es 32,7 Minuspunkte. Das bedeutet derzeit Platz drei im hochkarätig besetzten Starterfeld um die Deutsche Meisterschaft. Mit diesem Ergebnis macht sich Ingrid Klimke allerdings auch selbst Konkurrenz, wenn es morgen im Gelände weitergeht. Denn mit Hale Bob liegt sie mit ihrer gestrigen Vorstellung mit 31,3 Punkten auf dem zweiten Platz.

Die ersten sieben Plätze sind somit in deutscher Hand. An siebter Stelle folgt Sara Algotsson Ostholt/Reality (SWE) vor Louise Svensson Jähde/Waikiki (SWE) und Emma McNab/Fernhill Tabasco (AUS), die ebenfalls tolle Dressurvorstellungen zeigten.

Morgen wird es also spannend. Nicht nur, weil die Nachwuchspferde Weisse Düne, Chipmunk und Star Connection auf den Plätzen drei und vier (Michael Jung/Star Connection und Julia Krajewski/Chipmunk liegen mit gleicher Wertung auf Rang vier) ins Gelände starten.

Die Vier-Sterne-Dressur

Wer die CCI4*-Prüfung anführen will, muss erst an Bettina Hoy vorbei. Denn die Olympia-Reservistin von 2016 zeigte mit ihrem 13-jährigen Westfalenwallach Designer v. Dali auch in der CCI4*-Prüfung, was sie kann. Mit einer sauberen Dressur schob sie sich ganz an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Mit 36,0 Minuspunkten geht sie damit morgen Nachmittag auf die Geländestrecke. Trotz des guten Ergebnisses zeigt sie sich kritisch: „Das Ergebnis ist natürlich krass. Dennoch habe ich mich ein wenig geärgert. Den Mitteltrab habe ich nicht gut vorbereitet. Dadurch war er zu entspannt und es kam zu Taktfehlern.“ Doch insgesamt ist sie sehr zufrieden mit Designer: „Er hat sich in den letzten zwei Jahren toll entwickelt und ich freue mich nun auf morgen.“

Der „kleine Sam“ an zweiter Stelle

Auch Julia Krajewski zeigte eine super Dressur mit dem elfjährigen Selle-Francais Wallach Samurai du Thot v. Milor Landais, den sie Sam nennt, den „kleinen Sam“, um keine Verwechslungen mit Michi Jungs Olympiasieger aufkommen zu lassen. „Insgesamt war ich sehr zufrieden mit ihm. Er hat sich toll entwickelt in der letzten Zeit und hat gelernt, wann es drauf ankommt. Heute war er konzentriert und schön wach. Zweimal gab es sogar eine 10, das ist schon ein kleiner Meilenstein“, sagte sie nach ihrem Ritt stolz. Lediglich am Ende war ein Wechsel nicht ganz sauber. Trotzdem gab es für die Vorstellung 75,3 Prozent. Mit umgerechnet 37,1 Minuspunkten geht sie als derzeit Zweite morgen Nachmittag ins Gelände.

Weitere Platzierungen

An Platz drei liegt Marylin Little mit RF Scandalous, die gestern ein Ergebnis von 38,0 Minuspunkten erreicht hatte. Andreas Dibowski liegt mit dem 14-jährigen Hannoveraner Butt’s Avedon v. Heraldik xx nach der Dressur mit 41,4 Miuspunkten an achter Stelle.

Morgen bebt dann die Heide, wenn vormittags die Teilnehmer der Dreisterne-Prüfung und Nachmittags die der Viersterne-Prüfung ins Gelände gehen.

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