Luhmühlen: Siegreicher Saisonauftakt für Julia Krajewski und Calvin Böckmann

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Jubel nach dem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften 2018 in Luhmühlen: Julia Krajewski auf Samourai du Thot. (© Thomas Ix)

Mit einem CCI3*-S, ehemals bekannt als CIC2*, haben Deutschlands Vielseitigkeitsreiter in Luhmühlen die Saison eröffnet. Julia Krajewski und Ingrid Klimke haben die eine Abteilung unter sich ausgemacht. Bei den Nachwuchsreitern hatte Calvin Böckmann die Nase vorn.

Klimke, Klimke, Krajewski – so ließe sich der Verlauf der Abteilung der Senioren in dem CCI3*-S kurz zusammenfassen. Ingrid Klimke und ihr WM-Bronze-Partner Hale Bob hatten nach der Dressur die Führung übernommen und gaben sie auch nach einem Abwurf im Parcours nicht her.

Julia Krajewski und ihr Deutscher Meister Samourai du Thot lagen in Lauerstellung an zweiter Stelle, hatten im Parcours aber ebenfalls einen Springfehler. Ihre große Stunde schlug im Gelände. Dass ihm die Westergellernsener Heide liegt, hatte „Sam“ ja schon mehrfach bewiesen. Heute wieder: schnellste Geländerunde mit nur 0,8 Zeitstrafpunkten.

Und schneller als die beiden Europameister Klimke und Bobby, so dass die in der Gesamtwertung mit 24,20 Minuspunkten auf Rang zwei abrutschten und Krajewski mit 23,90 Minuspunkten die Siegerschleife entgegennehmen konnte.

Auf Platz drei reihte sich erneut Ingrid Klimke ein, diesmal mit ihrer Zukunftshoffnung Asha P v. Askari. Die Weltmeisterin der jungen Vielseitigkeitspferde von 2018 lag nach der Dressur an sechster Stelle, kam fehlerfrei durch den Parcours und musste sich im Gelände lediglich zwei Zeitfehler anrechnen lassen. Das ergab in Summe 27,10 Minuspunkte.

Apropos Zukunftshoffnung – von der Sorte hatte auch Julia Krajewski noch eine am Start: die Selle Francais-Stute Amande de b’Néville v. Oscar des Fontaines, die mit ihren neun Jahren nun in die ganz große Tour hineinwächst. Sie wurde Siebte, hatte nach der Dressur noch mit Asha P gleichauf gelegen, aber im Gelände ließ ihre Ausbilderin sich etwas mehr Zeit: 33,10 Minuspunkte.

Dazwischen schoben sich die beiden Schwedinnen Louise Romeike auf Waikiki (30,70) und Anna Nilsson mit Candy Girl (31,70) sowie Kai Rüder auf Colani Sunrise (32,30).

Hinter Julia Krajewski waren auch Andreas Dibowski auf Barbados – eigentlich das Pferd seiner Tochter Alina – und Peter Thomsen mit Sir Boggles noch im Geld (34,6 bzw. 34,9). Ebenso wie Michael Jung und Lennox, die nach Dressur und Springen noch an dritter Stelle standen, es im Cross aber ruhig angehen ließen: Platz zehn mit 35,3 Minuspunkten.

Böckmanns Bester

Das erst 17-jährige Ausnahmetalent Calvin Böckmann fügte seiner langen Liste von Erfolgen heute noch einen weiteren hinzu. Im Sattel seiner Championatsstute Altair de la Cense, mit der er im vergangenen Jahr zum Bronze-geschmückten U18EM-Team gehört hatte, lieferte er eine von insgesamt drei Geländerunden ohne Zeitfehler. Damit schob er sich nach Rang drei in der Dressur und fehlerfreiem Springen mit 27,50 Minuspunkten an die Spitze des Feldes.

Zweiter wurde mit 32,90 Minuspunkten Christoph Wahler auf Carjatan S, mit dem er von einem Start bei den Europameisterschaften in der Heide träumt. Es wäre das erste Seniorenchampionat für den 25-Jährigen.

Wahler war dieses Wochenende mit zwei weiteren Pferden in dieser Prüfung gut beschäftigt. Auch diese brachte er fehlerfrei durch den Cross und belegte mit Ignatz nach einem Abwurf im Parcours Platz fünf und mit Green Mount Flight Rang 20, nachdem sie in der Dressur noch 41. gewesen waren.

Den dritten Platz sicherte sich Kari Ingrid Gunzenhäuser auf dem Holsteiner Let’s Dance, den sie von Marina Köhncke übernommen hat. Die beiden beendeten die Prüfung mit 33,10 Minuspunkten.

Bundestrainer zufrieden

Luhmühlen bot besonders den Senioren-Kaderreitern die Gelegenheit, sich schon einmal auf die EM einzustimmen, die dieses Jahr ja auch in der Heide stattfindet. Außer Sandra Auffarth und Josefa Sommer hatten alle diese Möglichkeit genutzt. Bundestrainer Hans Melzer erklärte gegenüber der FN-Presseabteilung: „Josefa und Sandra haben eine andere Planung und steigen erst etwas später in die Saison ein.“

Mit seinen anderen Reitern war er sehr zufrieden: „Wir haben hier schöne Trainingsrunden gesehen, die die Eindrücke der ersten Lehrgänge in Warendorf bestätigt haben. Alle Kaderreiter sind gut durch den Winter gekommen, das milde Wetter hat dazu natürlich sein Übriges dazu beigetragen.“

Nur einer fehlte: Julia Krajewskis Chipmunk, der nun Michael Jungs Chipmunk ist. Hans Melzer hatte ja schon im Laufe der Woche erklärt, dass für das neue Paar die EM kein Thema ist. Der Fokus liege auf den Olympischen Spielen 2020. „Die beiden müssen sich jetzt erst einmal aufeinander einstimmen. Was aber nicht heißt, dass vielleicht doch noch Plan B zum Tragen kommt. Der lautet, dass die beiden noch in diesem Jahr versuchen, sich die formale Qualifikation für den Start in Tokio zu sichern.“

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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