On the road again

Jörn-Warners-Blog-2019

Jörn Warner bloggt aus Großbritannien, wo er bei Vielseitigkeitsreiter Chris Burton trainiert. (© Petra Boschen)

In dieser Woche findet sich Jörn Warner mit seinen Pferden zur Abwechslung mal auf einem Lidl-Parkplatz wieder. Außerdem steht für den Pferdwirtschaftsmeister das erste CCI4*-L an – gut, dass er dabei auf die Unterstützung von Christopher Burton setzen kann …

Ich weiß, meine Berichte sind sehr Buschi-lastig in den vergangenen Wochen. Aber ich habe sporttechnisch meinen ersten Höhepunkt der Saison vor mir und da dreht sich einfach alles um die drei Jungs. Am Montag haben wir uns auf den Weg nach Saumur in Frankreich gemacht. Auf dem weitläufigen Gelände der Ecole Nationale d’Equitation, wo unter anderem auch die Cadre Noir beheimatet ist, finden am Wochenende die ersten langen Prüfungen des Jahres für mich statt. Das heißt die Big Boys werden um die zehn Minuten im Gelände galoppieren und Cedy muss circa acht Minuten ran.

Doch bevor sie im Cross ihren Spaß haben können, hat der liebe Gott das Reisen gestellt. Vom Süden Englands in den Westen Frankreichs. Das geht am leichtesten mit – genau richtig – der Fähre. Meine Jungs sind schon richtige Kontinentaltrotter geworden und fühlen sich auf den Transportwegen Europas Zuhause. Trotzdem sind diese Reisen immer eine kleine organisatorische Herausforderung. Dieses Mal mussten wir uns auf der französischen Seite eine Stelle suchen, die Christopher Burton und ich mit unseren LKW anfahren können, die aber ländlich genug ist, um unsere Vierbeiner einmal vom Transporter zu holen. Nach einer sechsstündigen Fahrt müssen sie sich die Beine vertreten und den Kopf mal runter tun können.

Also stehen wir mit sechs Pferden auf einem Lidl-Parkplatz, lassen sie am Grünstreifen grasen und sich etwas bewegen. Wie das Schicksal so spielt, kommt natürlich die Gendarmerie genau dann um die Ecke. „Jetzt gibt es Ärger“, haben wir gedacht. Aber die Männer sind nur neugierig und wollen sich unsere Pferde einmal aus der Nähe ansehen. Zum Glück! Mein Französisch reicht definitiv nicht aus, um ihnen mein Anliegen genauer zu erklären. Danach geht es ohne weiter Zwischenfälle von Caen nach Saumur.


Pferdewirtschaftsmeister Jörn Warner ist mit seinen Pferden für sechs Monate nach England ausgewandert, um mit Olympiareiter und Burghley-Sieger Christopher Burton zu trainieren. In seinem Blog erzählt er aus seinem neuen Leben, von Turnierstarts im Mutterland der Vielseitigkeit, den besten Tipps eines internationalen Profis und britischen (Stall-)Gepflogenheiten.


Am Dienstagvormittag sind wir endlich am Turnierplatz. Mitten im Wald tut sich eine Lichtung auf, wo eine alte Galopprennbahn, Stallzelte und unzählige Reitmöglichkeiten Platz finden. Nach der langen Fahrt dürfen meine Jungs jedoch die schöne Natur genießen und sich bei einem ausgedehnten Ausritt die Beine vertreten. Wir haben noch ein bis zwei Tage Zeit, bevor es hier richtig rund geht.

Burto fährt gerne nach Saumur, weil es immer ein sehr erfolgreiches Event für ihn ist. Ich glaube er kann schon selber nicht mehr zählen, wie oft er das CCI4*-L hier gewonnen hat. Für mich wird es die erste lange Prüfung auf diesem Niveau. Dementsprechend froh bin ich, dass wir diese Reise gemeinsam angetreten sind. Aber ich freue mich auch endlich mal wieder ein echtes Three-Day-Event zu reiten. Den Einstieg macht Cedy mit seiner Verfassungsprüfung und der Dressur am Mittwoch. Die großen Jungs ziehen dann ab Donnerstag nach. Das wird auf jeden Fall ein aufregendes Wochenende.

Cheers, Jörn

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