Time to say goodbye

Jörn-Warners-Blog-2019

Jörn Warner bloggt aus Großbritannien, wo er bei Vielseitigkeitsreiter Chris Burton trainiert. (© Petra Boschen)

Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Auch für Pferdewirtschaftsmeister Jörn Warner war es nun Zeit, sich aus dem Bootcamp bei Chris Burton zu verabschieden. Ein Trainingsaufenthalt, der so viel mehr war!

England verabschiedet uns genauso stürmisch, wie es uns schon vor sieben Monaten begrüßt hat: Der Regen wird vom Wind waagerecht gegen den LKW gepeitscht und ich habe alle Hände voll zu tun, mein Gespann auf den schmalen Straßen Dorsets zu halten. Die kleinen Sträßchen, die hier Hauptverkehrswege sind, werde ich wirklich nicht vermissen. Aber das ist auch das Einzige!


Pferdewirtschaftsmeister Jörn Warner war mit seinen Pferden für sechs Monate nach England ausgewandert, um mit Olympiareiter und Burghley-Sieger Christopher Burton zu trainieren. In seinem Blog erzählte er aus seinem neuen Leben, von Turnierstarts im Mutterland der Vielseitigkeit, den besten Tipps eines internationalen Profis und britischen (Stall-) Gepflogenheiten.


Gerade in unserer letzten Woche auf der Lower Chapel Marsh Farm sind wir noch einmal mit extra viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft überschüttet worden. Eigentlich dachte ich mit zwei Tagen intensivem Packen ist alles erledigt, aber in so ein paar Monaten vor Ort kann man sich schon sehr ausbreiten. Außerdem wollte ich meine Pferde bis zum letzten Tage ordentlich arbeiten und versorgen. Also haben wir über eine Woche mit System gepackt. Jeden Tag verschwindet etwas, dass nicht mehr gebraucht wird in einem der Kartons und dann irgendwann im LKW oder Anhänger. Die Sattelkammer wird zusehends leerer, was etwas Deprimierendes an sich hat. Dafür werden die Wohnabteile vom LKW und Anhänger immer voller. Zum Glück habe ich so viel Stauraum. Es wird so schon ganz schön eng. Deshalb muss das restliche Futter auch nachkommen, dafür finden wir beim besten Willen einfach keinen Platz mehr.

Petra Boschen

Abschiedsessen im Lieblingspub mit Geoffrey Guy, Chris Burton und Jörn Warner (v.l.n.r.). (© Petra Boschen)

Zum Packen im Stall und in unserem Cottage, kommt noch die eine oder andere Verabschiedungsrunde im Pub oder bei Kaffee und Kuchen dazu. Ich habe in meiner Zeit hier nicht nur einen genialen Trainer und optimale Bedingungen gefunden, sondern auch Freunde, die mit uns die tollen Platzierungen in dieser Saison genauso feierten, wie sie mit uns Tränen vergossen haben. Cedy hat wirklich auf seiner Weide einen Baum gepflanzt bekommen. So werden sich alle, immer an dieses außergewöhnliche Pferd erinnern.

Umso näher unsere endgültige Abfahrt rückt, desto schneller vergehet gefühlt die Zeit. Und plötzlich ist er da, mein letzter Tag im Burton Bootcamp. Alles ist gepackt, wir haben unzählige Hände geschüttelt und Umarmungen ausgetauscht, der Schlüssel des Cottages‘ ist abgegeben. Von Chris haben wir uns einen Tag früher verabschiedet, weil er schon zum nächsten Turnier aufgebrochen ist. Wir verlassen Beaminster 24 Stunden später. Es ist schwer zu gehen, wenn man eigentlich gerne bleiben würde. Aber in Deutschland wartet auch eine spannende und neue Aufgabe auf mich. Zudem sind wir uns sicher: Unser Abschied war definitiv kein „Goodbye“ sondern ein „Auf Wiedersehen“!  Mit diesem Wissen Abzureisen, macht es ungleich leichter.

Cheers, Jörn

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.