Vielseitigkeit: Alle deutschen Pferde problemlos durch Vetcheck

First Horse Inspection – Olympic Games Tokyo 2020

Julia Krajewski und Amande de B'Neville beim Vetcheck bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021. (© hippofoto.be)

Für die Vielseitigkeitspferde haben die Olympischen Spiele in Tokio nun auch offiziell begonnen. Alle deutschen Pferde hinterließen einen wunderbaren Eindruck. Nur für ein Pferd aus Polen und eins aus Kanada war die lange Reise gen Fernost vergebens.

77 Pferde für die Vielseitigkeitsentscheidungen, auch die Ersatzpferde der Mannschaften, wurden heute der Kommission vorgetrabt. Das Team Thailand machte den Auftakt, ein Einzelreiter aus Ecuador den Abschluss. 29 Nationen sind im olympischen Vielseitigkeitswettbewerb am Start. 63 Starter beginnen morgen mit der Dressur.

Das deutsche Vielseitigkeits-Team mit Sandra Auffarth, Viamant du Matz, Julia Krajewski und Amande de B‘Neville, Michael Jung mit Chipmunk und Reservereiter Andreas Dibowski und Corrida hinterließ einen blendenden Eindruck. Locker und athletisch joggten die Pferde neben ihren Reitern, die im Olympia Outfit antraten. Schwarze Trainingshose, rot/orange-farbenes T-Shirt.

Hatte es beim Vetcheck der Dressurpferde gleich mehrere Pferde gegeben, die sich die Fotografen an der kurzen Seite kritisch angeschaut hatten, waren die Buschpferde da deutlich entspannter.

 

Vielseitigkeit: Ausfälle vorm Vetcheck

Der irische Wallach Castle Larchfield Purdy der für Puerto Rico startenden Lauren Billys musste in die Holdingbox. Bei der Wiedervorstellung hieß es dann aber auch „accepted“. Nur für den Polen Pawel Spisak und seinen Fuchs Banderas sind die Spiele von Tokio vorbei, bevor sie angefangen haben. Der Wallach wurde gar nicht erst in die Holdingbox gebeten. Er wurde nicht akzeptiert.

Die Kanadierin Jessica Phoenix zog ihren 19-jährigen Westfalen Pavarotti wenige Stunden vorm Vetcheck zurück. Pavarotti habe sich beim letzten Galopptraining leicht verletzt, heißt es in einer Stellungnahme. Kanada war mit zwei Einzelreitern nach Tokio gereist. Und die Franzosen mussten schon vorher ein Pferd abmelden, Tom Carlile musste seine Stute Birmane wegen Kreuzverschlag im Baji Koen Equestrian Park aus dem Wettbewerb nehmen.

Vielseitigkeit in Tokio geht los!

Morgen beginnen die Dressurprüfungen. Übermorgen geht das letzte Drittel des Starterfeldes dann ins Viereck. Das Herzstück der Krone der Reiterei, die Geländestrecke, steht für Sonntag auf dem Programm. Dazu werden die Pferde verladen und nach Sea Forest transportiert. Auf der Insel, einer ehemaligen Müllhalde im Hafengebiet von Tokio, hat der US-Amerikaner Derek de Grazia einen schönen Kurs gebaut.

Geritten wird auf der Insel schon früh am Morgen. Bei dem für die Medien organisierten Rundgang über den Geländekurs, Treffpunkt 8.15 Uhr, brannte die Sonne bereits erbarmungslos. Deswegen wird der Geländeritt bereits um 7.45 Uhr starten. Vorteil der Strecke: Sie liegt auf einer Art Hochplateau, es geht stets ein leichter Wind vom Pazifik her.

Die Pferde kommen schon am Tag vorher an. Die Stallungen sind auch hier klimatisiert.

Aber zunächst muss erstmal Dressur geritten werden. Bundestrainer Hans Melzer hat, die Teamdirektive ausgegeben, dass er „drei individuelle Spitzenergebnisse“ haben möchte. Erste Starterin für das Team wird Julia Krajewski sein. 9.58 Uhr Ortszeit wird sie mit Amande de B’Neville ins Viereck im Reitstadion einreiten. (Für alle, die sich noch nicht so mit dem Olympiazeiten befasst haben: Das ist 2.58 Uhr in Deutschland, also Wecker stellen!).

Geritten wird am Freitag in zwei Gruppen, so dass die heißen Temperaturen einigermaßen umgangen werden müssten. Nach der morgendlichen Gruppe ist dann in der Abendgruppe Sandra Auffarth mit Viamant du Matz gefragt. Der Fuchs soll um 19.26 Uhr (12.26 Uhr) gehen. Dann ist es in Tokio schon dunkel und das Flutlicht wird die Arena in dem Wohnviertel erleuchten.

In der dritten Gruppe am Samstagvormittag wird Michael Jung mit Chipmunk dann als vorletzter der 63 Starter im Viereck erwartet. Seine Startzeit: 10.44 Uhr (3.44 Uhr).