Zeeland: Geniales Wochenende für die deutschen Nachwuchsdressurreiter

Bildschirmfoto 2017-10-30 um 12.00.02

Julia Barbian und Der Kleine König, hier bei der Sichtung für den Preis der Besten auf dem Schafhof. (© Jan Reumann)

Der CDI Zeeland war nicht nur wegen Charlotte Dujardins neuem Grand Prix-Pferd eine spannende Angelegenheit. Das Turnier war auch ein erstes Kräftemessen in Hinblick auf die Nachwuchseuropameisterschaften. Die deutschen Bundestrainer können optimistisch in die Zukunft schauen.

Schon in den Mannschaftsaufgaben lief es spitze für alle Altersklassen, Ponyreiter, Junioren und Junge Reiter. Und so ging es weiter.

Bei den Ponyreitern wurde es sogar noch besser. Hier hatte zunächst noch die eine oder andere einheimische Konkurrentin vor die Schwarz-Rot-Gold-Reiterinnen setzen können. Aber in der Einzelaufgabe und in der Kür waren sie geradezu übermächtig.

Die erste Abteilung der Einzelaufgabe ging mit 73,739 Prozent an Julia Barbian auf Der kleine König. dahinter reihten sich ihre Kolleginnen Laura-Franziska Riegel/Cinderella (71,126 Prozent) und Lena Bucker/Newlands Una Luna (70,045) ein.

In der zweiten Abteilung hatte diesmal kein kleiner König, sondern ein kleiner Sunnyboy die Nase vorn: Der kleine Sunnyboy WE unter Shona Benner (73,108). Bundesnachwuchschampionesse Johanna Kullmann konnte mit Champ of Class Mannschaftseuropameisterin Anna Middelberg im Sattel von Drink Pink auf Abstand halten. Sie kamen auf 72,568 bzw. 71,396 Prozent.

Heute in der Kür – diesmal nur eine Abteilung – war es dann wieder Julia Barbian auf Der kleine König, die das Geschehen bestimmte: Sieg mit 75,917 Prozent. Platz zwei sicherte sich Laura-Franziska Riegel auf Cinderella mit 75,625 Prozent, gefolgt von Johanna Kullmann und Champ of Class (74,792). Die blaue Schleife ging an Anna Middelberg mit Drink Pink (73,958).

Junioren

Einzig in der Altersklasse U18 war kein Vorbeikommen an der niederländischen Europameisterin Daphne van Peperstraten. Mit ihrem Greenpoint’s Cupido holte sie nach der Mannschafts- auch die Einzelaufgabe und die Kür. Am Samstag gab es 73,922 Prozent, in der Kür dann 76,542.

Ihr auf den Fersen waren die Zwillingsschwestern Linda und Helen Erbe. Linda, bei der EM mit Gold und Silber geschmückt, wurde mit dem bewährten Fierro zweimal Zweite, einmal mit 72,255 Prozent und einmal mit 75,417.

Schwester Helen und die von ihr und ihrer Schwester Hannah mit Hilfe von Trainer Heiner Schiergen selbst ausgebildete Dolce Vita belegten mit 71,029 Prozent Rang drei in der ersten Einzelaufgabe vor internationaler Kulisse für die Stute. In der Kür wurden sie Vierte mit 73,625 Prozent. Dazwischen hatte sich die Dänin Sara Aagaard Hyrm auf Skovborgs Romadinov schieben können (75,0).

Junge Reiter

Junioren-Europameisterin Lia Welschof hat den Sprung ins Junge Reiter-Lager mit Bravour gemeistert. Dafür hat sie einen erfahrenen Lehrmeister unter dem Sattel: Florine Kienbaums einstiges Erfolgspferd Don Windsor. Die beiden hatten im Januar schon den Preis der Zukunft in Münster gewonnen.

Jetzt in Zeeland siegten sie nach der Mannschaftsaufgabe auch in der Prüfung für die Einzelwertung bei FEI-Championaten. 73,627 Prozent gaben die Richter und sahen sie einhellig an erster Stelle. Dahinter reihte sich mit Diana van de Bovenkamp eine Vertreterin der Gastgeber ein. Sie ritt Evita Ronia zu 72,50 Prozent. Dritte wurde die Dänin Caroline T. Elsner im Sattel von Alskenz Firfod (71,373).

Heute in der Kür trumpfte dann eine andere Dänin auf: Josefine Hoffmann. Sie reitet einen alten Bekannten, Hoennerups Driver, einst Weltmeister der jungen Dressurpferde unter Andreas Helgstrand, dann bis Grand Prix ausgebildet von Anna Kasprzak, aber schließlich doch ins Nachwuchslager abgegeben, weil er den Reisestress nicht vertrug. Am vierten Tag in Zeeland hatte er sich offenbar hervorragend akklimatisiert, denn der Dunkelfuchs gewann die Kür mit 76,50 Prozent, nachdem er in der Einzelaufgabe bereits Vierter gewesen war.

Lia Welschof und Don Windsor behaupteten sich mit 73,417 Prozent an zweiter Stelle und durften sich wundern, dass der niederländische Richter bei C, Eduard de Wolf van Westerrode, sie an neunter Stelle rangiert hatte, während der Brite Clive Halsall bei H sie an erster Stelle sah.

Der dritte Platz ging an die Niederländerin Fabienne Jongen auf Botticelli (72,708).

U25

Am Samstah hatte auch noch das Highlight der U25-Tour auf dem Programm gestanden, die Kür. Nachdem Maxime van der Vlist (NED) und Bailey in den beiden vorangegangenen Prüfungen das Geschehen bestimmt hatten und Hannah Erbe mit Carlos jeweil Zweite geworden war, ging die Kür nun an eine Konkurrentin aus dem eigenen Lager von van der Vlist: Jeanine Nieuwenhuis auf TC Athene. Sie gewannen mit 75,375 Prozent. Zwei der fünf Richter hatten sie an erster Stelle.

Hannah Erbe und Carlos holten bei ihrem internationalen U25-Debüt ihre dritte silberne Schleife mit 74,90 Prozent und konnten sich zudem freuen, dass sie bei dreien der fünf Richter die meisten Punkte bekommen hatten.

Maxime van der Vlist und Bailey belegten in der Kür den dritten Platz mit 74,750 Prozent.

Grand Prix Special

Spannend wurde es in Hinblick auf die Zukunft des internationalen Dressursports im Seniorenlager noch einmal am Samstag im Grand Prix Special. Hier ging unter anderem Hans Peter Minderhoud auf seiner Zukunftshoffnung Dream Boy an den Start. Es wurde Rang zwei für den bildschönen Rappen mit 72,489 Prozent.

An erster Stelle standen die Schwedin Juliette Ramel und Buriel K.H., die nach einem durchwachsenen Auftreten beim CHIO Aachen nicht fürs Team für die Europameisterschaften nominiert worden waren und seit Juli vergangenen Jahres kein internationales Turnier mehr bestritten hatten. In Zeeland präsentierte der zwölfjährige KWPN-Wallach v. Osmium sich gut in Form. Er gewann den Special mit 75,617 Prozent.

Dritter wurde der Brite Gareth Hughes auf Don Carissimo (68,298).

Alle Ergebnisse aus Zeeland finden Sie hier.

St.GEORG GRATIS LESEN!

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist! Das bietet der
St.GEORG Newsletter. Jetzt abonnieren und Sie erhalten eine Ausgabe
St.GEORG als ePaper gratis - zum immer und überall lesen.