250 KWPN-Hengste auf WFFS getestet, zehn positiv

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Am Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS) erkranktes Fohlen. (© Laboklin)

Das Warmblood Fragile Foal Syndrom, kurz WFFS, ist derzeit in aller Munde. Es wurden schon einige Zuchtpferde als Träger des Gens identifiziert. So auch jetzt in den Niederlanden.

Der niederländische Warmblutzuchtverband KWPN hat 250 Hengste auf die Erbkrankheit WFFS untersuchen lassen. Das Ergebnis: Zehn Hengste waren positiv. Bereits bekannt war, dass der Lord Loxley-Sohn Everdale das WFFS-Gen trägt. Nun kommen noch seine Söhne Inclusive und Inspire sowie Guardian S v. Bodyguard Moorland, Habanna v. Vivaldo, Indian Rock v. Apache, Jack v. Fernando H, Jubel ES v. Harley, Regino v. Animo und Total US v. Totilas hinzu. Letzterer kam übrigens auf dem Gestüt Lewitz zur Welt.

Von Seiten des KWPN heißt es, die als Träger identifizierten Hengste sollten trotzdem weiter zur Zucht eingesetzt werden. Es sei allerdings nicht ratsam, sie mit einer ebenfalls als WFFS-Trägerin identifizierten Stute anzupaaren.

Untersuchungen weiterer Hengste stehen noch aus, sowohl derjenigen, die noch gar nicht im Deckeinsatz sind, als auch weiterer bereits bewährter Vererber. (Quelle: horses.nl)

WFFS-Träger in Dänemark

Vorbildlich war auch das Verhalten des dänischen Gestüts Blue Hors. Hier sind zehn Hengste stationiert. Sie wurden getestet mit dem Resultat, dass drei als WFFS-Träger identifiziert wurden. Man hat sie vorerst aus der Zucht genommen, darunter auch den Louisdor-Preis Sieger von Hagen, Veneziano, ein Vivaldi-Sohn aus einer Vollschwester zu Don Schufro.

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Auch in Deutschland plant man derzeit ein bundesweites Projekt, bei dem man herausfinden will, wie weit verbreitet das Gen in der hiesigen Zucht bereits ist. Und wenn möglich soll auch das Gen identifiziert werden, das für die Krankheit verantwortlich ist. So berichtet Theresa Dohms-Warnecke von der FN-Abteilung Zucht in St.GEORG 6/2017.

Was ist WFFS, das „Warmblood Fragile Foal Syndrom“?

WFFS ist eine Erbkrankheit. Wenn beide Elternteile WFFS-positiv sind, besteht eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass das Fohlen krank zur Welt kommt. Ist das der Fall, ist das Neugeborene nicht lebensfähig. Es hat eine angeborene Bindegewebsschwäche, die z.B. dazu führt, dass die Haut bei der kleinsten Berührung reißt. Die Gelenke sind häufig überstreckt und das Fohlen kann nicht stehen.

Es ist aber auch möglich, dass das Fohlen das Gen zwar in sich trägt, aber selbst nicht erkrankt. Das geschieht beispielsweise, wenn nur ein Elternteil WFFS-positiv ist. Es macht also Sinn, sowohl den Hengst als auch die Stute im Vorfeld zu testen. Allerdings muss man bei der Zucht mit WFFS-positiven Tieren bedenken, dass das krankhafte Gen dann weitervererbt wird, selbst wenn es nicht zum Ausbruch der Krankheit kommt.

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