Auch bei Hannoveraner Nachkörung ein positiver Befund

Hannoveraner Verband-Dieta-Denkmal

(© www.st-georg.de)

Die Zahl der positiv getesteten Hengste bei Körungen steigt weiter. Nun meldet der Hannoveraner Verband einen Fall bei der Hengstanerkennung am 18. Januar.

Bei der Nachkörung und Hengstanerkennung des Hannoveraner Verbandes am 18. Januar waren die gekörten Hengste einer Dopingkontrolle unterzogen worden. Dabei fand sich in der Probe des Hengstes mit der Kopfnummer zwei v. Danzador-Likoto xx (Z.: Zuchthof Meyer, A.: Wilfried Struckmann) die Substanz Dexamethason. Dexamethason ist ein Kortisonpräparat, mit dem Entzündungen im Körper bekämpft werden.

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Der Befund sei dem Besitzer des Hengstes, Wilfried Struckmann, mitgeteilt worden, berichtet der Hannoveraner Verband. Struckmann übergab dem Verband daraufhin eine Bestätigung seines Tierarztes, dass der Hengst zwei Tage vor der Nachkörung, also am 16. Januar, mit Dexatat behandelt worden sei. Struckmann sei über die Karenzzeit des Wirkstoffs nicht korrekt informiert worden.

Wie üblich, wird das Körurteil widerrufen und der Hengst kann in drei Monaten wieder vorgestellt werden. Das gilt übrigens auch für den in Westfalen positiv getesteten Escaneno, der in Hannover ebenfalls am 18. Januar anerkannt worden war. Seine Probe war sei zwar negativ gewesen, aber da er vor Ablauf der Drei-Monatsfrist präsentiert wurde, ist das Körurteil nun ungültig. Auch er kann in drei Monaten erneut präsentiert werden, so der Hannoveraner Verband.

Konsequenzen

Die Westfalen hatten ja bereits nach dem positiven Fall im Jahr 2018 ihre Dopingkontrollen bei Körungen verschärft. Nun häufen sich die Fälle. Das hat man auch beim Hannoveraner Verband festgestellt und macht sich Gedanken. Und die lauten folgendermaßen:

Damit wurden in der aktuellen Körsaison 2021/2022 in Deutschland nunmehr vier Hengste positiv auf dopingrelevante Substanzen getestet. Unabhängig davon was in den Einzelfällen zu diesen Befunden geführt hat, ist allein die Anzahl besorgniserregend und vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den Zeitpunkt der Körung als äußerst kritisch einzustufen. Der Hannoveraner Verband setzt sich für einen Körzeitpunkt zweieinhalbjährig im Herbst ein. Die positiven Dopingbefunde dieses Jahres stehen einer Argumentation für eine solche Körung allerdings entgegen.  

Der Hannoveraner Verband hat sich weiterhin in der Vergangenheit stets eindeutig gegen Doping positioniert und bereits verschiedene Analyseverfahren (Haare, Blut) eingesetzt. Erst im vergangenen Jahr haben Zuchtausschuss und Präsidium des Verbandes mit einem einstimmigen Beschluss die Nulllösung auf allen züchterischen Veranstaltungen bestätigt. Darüber hinaus werden wir uns für die Erarbeitung eines verbandsübergreifenden Sanktionssystems bei positiven Dopingbefunden einsetzen.