BuCha 2011: Fürstenball mit der idealen Trabnote bei den fünfjährigen Dressurpferden

Fürstenball unter Ines Westendarp

(© www.sportfotos-lafrentz.de)

Der rheinische Stempelhengst Florestan prägte die Platzierungsliste der Bundeschampionatsqualifikation für die fünfjährigen Dressurpferde. Auf Platz eins bis drei waren direkte oder indirekte Nachfahren von ihm zu finden. Einer davon lieferte die erste 10,0 auf dem Dressurviereck beim Bundeschampionat 2011.

Und zwar handelt es sich um den Oldenburger Siegerhengst Fürstenball v. Fürst Heinrich-Donnerhall (Z.: Georg Sieverding, Emstek), den Ines Westendarp vorstellte.

Fürstenball war mit Vorschusslorbeeren nach Warendorf gekommen. So konnte er in diesem Jahr das Oldenburger Landeschampionat für sich entscheiden und vertrat die deutschen Farben bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde (allerdings endete er dort abgeschlagen auf dem 13. Platz). Dementsprechend gut gefüllt waren die Zuschauerränge bei seinem Erscheinen im Viereck (Überhaupt fragte man sich heute, ob die ganzen Menschen, die an einem Donnerstag auf dem Warendorfer Turniergelände flanierten, keiner Arbeit nachgehen müssen. Urlaub?Arbeitslos? Privatiers? Vielleicht von allem etwas. Jedenfalls war es rund um die Schauplätze des Gerschehens gesteckt voll). 
Zurück zu Fürstenball. Der Schwarzbraune ist eine beeindruckende Erscheinung mit hübschem Gesicht und einem beeindruckenden Grundschwung im Trab. Bei einem energisch abfedernden Hinterbein fließen die Bewegungen wunderbar durch den Körper. Ob Versammlung, Arbeitstempo oder Verstärkungen, der Hengst bleibt stets unerschütterlich im Takt und zieht losgelassen seine Bahn erkennbar auch beim Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen, das ein echtes Highlight war. Das war den Richtern eine 10,0 wert. Auch die anderen Grundgangarten halten, was der Trab verspricht. Großes gelassenes Schreiten (8,5) und und eine raumgreifende Galoppade, die im Außengalopp vielleicht ein wenig von ihrer ansonsten deutlichen Bergauftendenz verlor (9,0) überzeugen. Für die Durchlässigkeit gab es ebenso eine 9,0, wie für den Gesamteindruck. Insgesamt sprang so eine 9,2 für den Deckhengst der Station Schockemöhle heraus.

Geschlagen geben musste sich der Westfalenhengst Florentinus V v. Florestan I-Londonderry (Z.: ZG Möhle, Hille), den Jennifer Hoffmann für das Gestüt Letter Berg vorstellte. Auch er war bei der Jungpferde-WM in Verden am Start gewesen und wurde Neunter im Finale. Der Prämienhengst der westfälischen Körung lieferte heute eine grundsolide Prüfung mit Höhepunkten. Schick und viel Schwupps könnte man etwas lapidar zusammenfassen, was den noblen Braunen auszeichnet. Sein lockerer, schwungvoller und geschmeidiger Trab bekam die Note 9,5. Im Schritt könnte Florentinus üppiger ausgestattet sein, aber für eine 8,0 reichte das auch. Höhepunkte hatte er dann wieder im Galopp (8,5). Die Harmonie in der gesamten Vorstellung war genauso ein Zeichen für seine Durchlässigkeit wie auch das willige Rückwärtsrichten. So gab es bei dieser Teilnote ein „sehr gut“. Dieselbe Note wurde auch für den Gesamteindruck vergeben, machte in Summe eine 8,8.
Den dritten Platz teilten sich zwei grundverschiedene Pferde, jeweils mit einer 8,6 im Durchschnitt. Dabei handelte es sich einmal um den von Isabel Bache ausgesprochen korrekt vorgestellten Fairytale v. Fidertanz-Quattro B (Z.: Rolf Boelts, Edewecht), und zum anderen um den hübschen bunten Rappen Royal Classic v. Royal Highness-Florestan I (Z.: Axel Windeler, Verden), den Yvonne Reiser unter dem Sattel hatte.

Der Auftritt des Oldenburger Wallachs Fairytale war solide, durchlässig und gleichmäßig gut in allen Bereichen. Das spiegelte sich in den Noten wieder eine 9,0 gab es in der Durchlässigkeit und der Rest wurde durchgängig mit 8,5 bewertet.
Royal Classic, ein gekörter Hannoveraner Hengst, ist ein Hingucker mit Schick und Charme. Auch er verfügt über sehr viel Gundschwung, war aber heute noch ziemlich aufgeregt. Er wieherte während der Aufgabe mehrmals, blieb dabei aber bei der Reiterin. Jedoch war die gesamte Aufgabe nicht ganz so rund wie die von Fairytale, zwischendurch machte der Hengst sich dann doch mal frei und entzog sich für einen kurzen Moment der Anlehnung. Dennoch war es eine gute Runde mit Höhepunkten. In den Grundgangarten gab es ebenfalls je eine 8,5, genau wie für die Durchlässigkeit. Bei Royal Classic wurde der Gesamteindruck mit 9,0 bewertet, so dass unter dem Strich ebenfalls eine 8,6 heraus kam. Man darf gespannt sein, wie das Duell endet, wenn die beiden im Finale dichter hintereinander starten müssen, denn heute war Royal Classic früh am Morgen und Fairytale am späten Nachmittag dran, so dass es keinen direkten Vergleich gab.

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