BuCha 2011: Vierjährige Hengste – heiß, heißer, Hotline

Hofmarschall unter Jennifer Hoffmann

(© www.sportfotos-lafrentz.de)

Wie schon bei den vierjährigen Stuten und Wallachen, überzeugten die Nachkommen des einstigen Preisrekordlers Hotline (für 800.000 Euro bei der Verdener Körung 2005 an Schockemöhle und Blue Hors) auch bei den gleichaltrigen Reitpferde-Hengsten des diesjährigen Bundeschampionates. Beziehungsweise war es hier nur einer, der aber dafür umso mehr.

Ein energisch abfederndes Hinterbein, dabei geschmeidig und ausgesprochen losgelassen (wie nicht zuletzt das hervorragende Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen zeigte, der Prüfstein dieses Ausbildungspunktes) der schwarzbraune Hannoveraner Hofmarschall v. Hotline-D’accord (Z.: Friedrich Lampe) wusste zu gefallen. Jennifer Hoffmann stellte den Hengst als letztes Pferd der letzten Abteilung vor und rollte das Feld sozusagen von hinten auf ein qualitativ durchweg hochwertiges Feld. War es sonst so, dass die vierjährigen Reitpferde gegenüber den dreijährigen etwas abfallen, kann in diesem Jahr davon keine Rede sein. Gerade bei den Hengsten waren viele hochklassige Pferde dabei. Zehn der 17 Starter kamen über die 8,0.

Hofmarschalls stärkste Gangart ist der Schritt. Da geht hinsichtlich Raumgriff kaum mehr, 9,0. Aber auch im Trab und im Galopp gibt es wenig auszusetzen. Für beides zückten die Richter eine 8,5. Dieselbe Note gab es auch für den Ausbildungsstand und den Gesamteindruck. Die Gebäudenote von einer weiteren 8,0 sorgte dann dafür, dass unter dem Strich die 8,67 stand.

Seit langer Zeit sind in diesem Jahr mal wieder Holsteiner Pferde auf dem Reitpferdeviereck vetreten. Bereits bei den Stuten und Wallachen war mit Emma v. Canto-Contender (Z.: Hermann Gloy, Reiterin: Rieke Schnieder) ein Quotenpferd aus dem hohen Norden vertreten. Emma steht übrigens im Besitz von Meredith Michaels-Beerbaum. Die hatte die Stute 2007 als Ehrenpreis gewonnen, für ihren Sieg bei den Europameisterschaften mit dem jünst in Rente gegangenen Shutterfly. Emma fand allerdings nur wenig Gnade vor den Augen der Richter und hat mit einer 7,25 im Schnitt keine Chance mehr auf einen Finalplatz.

Anders der zweite Reitpferde-Holsteiner des heutigen Tages, der Con Air-Caletto-Sohn Catoo (Z.: Adelbert Sporn) unter Markus Suchalla. Er war gleich das erste Pferd der Prüfung und setzte mit der Gesamtnote von 8,58 Maßstäbe. Das Publikum feierte den Braunen, der im Bewegungs- und Erscheinungsbild ein typischer Vertreter seiner Rasse ist, mit Szenenapplaus. Mit viel Gummi und Mechanik ausgestattet in Trab bzw. Galopp sowie einem geregelten Schritt, gefiel dieser Holsteiner auch den Richtern „gut“ bis „sehr gut“. Für alle drei Grundgangarten gab es die 8,5, genauso wie für das Gebäude und den Gesamteindruck. Der Ausbildungsstand wurde mit der 9,0 bedacht. Unter dem Strich ergab das eine 8,58.

Nicht lackschwarz aber trotzdem irgendwie ein Traumpferd mit seinem zweifarbigen Schweif und seiner Dunkelfuchsfarbe ist der Sir Donnerhall-Feiner Stern-Sohn Sir Caramello, den Eva Möller vorstellte (Z.: Günther Harms). Er hatte auch im vergangenen Jahr einen großen Auftritt auf dem Reitpferde-Viereck, damals noch unter Oliver Luze. Als Dreijähriger war er allerdings wenig angetan gewesen von der Bundeschampionats-Atmosphäre, war spannig und hatte keine Chancen auf eine Finalteilnahme. Heute war er brav und zeigte, dass seine Grundgangarten halten, was das Äußere verspricht. Durchgängig die Note 8,5 in allen Bereichen und so auch insgesamt spricht für sich, Platz drei, auf Wiedersehen in der nächsten Runde.

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