BuCha 2017: Devonport Bundeschampion der vierjährigen Hengste

Devonport-09-17-01-6062

Würdiger Champion 2017: Devonport unter Rieke Schnieder. (© Kiki Beelitz)

Qualität kann man teuer kaufen. Oder man entdeckt sie. So geschehen im Falle des vierjährigen Hannoveraners Devonport. Der begann seine Karriere als „etwas dickbäuchiger und langhaariger“ Junghengst (O-Ton Besitzer Gerd Sosath) und ist nun Bundeschampion der vierjährigen Hengste.

Verdener Hengstmarkt 2015. Ein etwas unscheinbarer Rappe von Dancier-Ravallo, aufgrund seiner Grundqualität jedoch versehen mit dem Prädikat „gekört“, steht im Auktionsring. Das Gebot liegt bei 20.000 Euro. „Teufel, warum bietet denn da keiner“, fragt sich Hengsthalter Gerd Sosath auf der Tribüne. Er hebt die Hand und erhält den Zuschlag bei 30.000 Euro. Kleines Geld für einen gekörten Hengst. Am gleichen Tag schlägt er noch einmal zu. Diesmal bei 70.000 Euro für einen prämierten For Romance-Rubiloh-Sohn. Auch nicht die Welt. Der eine wird auf den Namen For Dance getauft. Der andere heißt nun Devonport. Ausbilderin beider Hengste ist Rieke Schnieder, eine Schülerin des Junioren-/Junge Reiter-Bundestrainers Hans-Heinrich Meyer zu Strohen.

Zwei Jahre später, Reitpferdeviereck, Bundeschampionat Warendorf, Finale der vierjährigen Hengste Teil A. Beide „Schnäppchen“ von Hof Sosath sind dabei. For Dance, gezogen von der ZG Butkus, ist als erster dran und macht seine Sache ordentlich, 8,2, Platz vier, aber nicht im Finale der drei Besten dabei. Anders sein Stallkollege.

Der von Christine Miesner gezogene Devonport hatte schon die Qualifikation für sich entschieden und war im Frühjahr Sieger des Verdener Sporttests gewesen. Auch heute ist sein Auftritt souverän. Ganz gelassen, sicher an den Hilfen, aufmerksam, fleißig und schwungvoll zieht er seine Bahnen, unbeeindruckt von dem Hengst hinter ihm, der ihm immer wieder gefährlich nahe kommt, und den Kapriolen des vor ihm trabenden Freiherr von Stein (der ebenfalls das Finale erreicht, dazu später). Kommentator Reinhard Richenhagen fasst sich kurz: „Wir wollen es nicht zu kompliziert machen. Alle drei Grundgangarten sind ,sehr gut‘, also 9,0.“ Etwas weiter holt er aus um die Kommentierung der Note für die „altersgemäße Erfüllung der Aufgabenstellung“ zu erklären, kurz die Rittigkeit: „Der Hengst wurde ganz fein vorgestellt, in guter Anlehnung und mit guter Selbsthaltung und immer war er ganz toll bei der Reiterin, 9,5.“ Für den Typ erhält der einst verschmähte schwarze Beau heute eine glatte 9,0. Machte 9,1 insgesamt mit der der Hengst in den Fremdreitertest einzieht.

Fremdreitertest

Grand Prix-Ausbilder Marcus Hermes und Vielseitigkeitsreiterin Bettina Hoy sind heute die reitenden Richter auf dem Reitpferdeviereck. Sie bestätigen den Eindruck der Richter am Vierecksrand und geben Devonport die höchste Punktzahl, 18,5 Zähler. Damit ist er überlegener Bundeschampion 2017.

Silber für Black Beauty

An zweiter Stelle rangierte schon vor dem Fremdreitertest der bildschöne Oldenburger For Final v. For Romance-Dimaggio aus der Zucht von Sarah Kohl, vorgestellt von Stefanie Ahlert für das Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen. Von Trab bis Ausbildung erhält er in allen Kriterien eine 8,5. Im Trab wäre es noch etwas mehr gewesen, wenn der Hengst beim Tritte verlängern hinten nicht „geringfügig breit“ geworden wäre, wie die Richter anmerkten. Ansonsten lobten sie Geschmeidigkeit, Fleiß, Anlehnung und Losgelassenheit. Für den Typ gaben sie auch hier eine 9,0. So ist es eine 8,6 im Mittel, dank der For Final seinem Namen Ehre macht und das Ticket für den Fremdreitertest des besten Drei löst.

Hier bekommt er von den Fremdreitern 17,50 Punkte. Das ist zwar weniger als der Drittplatzierte Freiherr von Stein, aber es reicht, um Silber zu verteidigen.

Bronze für die Trakehner

Wer elegante, feingliedrige und leichtfüßige Pferde mag, der bekommt eine Gänsehaut beim Anblick des Trakehners Freiherr von Stein v. Millennium-Perechlest, gezogen und im Besitz der Sächsischen Gestütsverwaltung. Unter Kay Pawlowska begeisterte der Braune heute mit seinem geschmeidigen, fleißigen und doch kraftvollen Bewegungsablauf. Beim Angaloppieren gab es kurz ein Missverständnis, so dass er die Têtenposition in der Abteilung an Devonport abgab. Das tat der Qualität des fleißig repetierenden und deutlich bergauf angelegten Galoppsprungs jedoch keinen Abbruch. Dafür gab es eine 9,0. Der Widerstand schlug sich in der Ausbildungsnote mit einer 7,5 nieder. Für den Trab gab es eine 8,5. Einzig der Schritt mit eher überschaubarem Raumgriff, aber dennoch sicher im Takt, fällt gegenüber den restlichen Grundgangarten etwas ab, 7,5. Zusammen mit der 9 für Typ und Qualität des Körperbaus wurde es eine 8,3 für ihn.

Die Fremdreiter gaben dem sympathischen Hengst 18 Punkte, damit blieb es bei Bronze.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

St.GEORG GRATIS LESEN!

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist! Das bietet der
St.GEORG Newsletter. Jetzt abonnieren und Sie erhalten eine Ausgabe
St.GEORG als ePaper gratis - zum immer und überall lesen.