BuCha 2018: Mit Feingefühl zum Quali-Sieg bei den dreijährigen Stuten und Wallachen

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Sandra Kötter und Feingefühl v. Fürstenball beim Bundeschampionat 2018. (© Kiki Beelitz)

Hannovers Reservesiegerin schlägt Oldenburgs Siegerstute in der Qualifikation der dreijährigen Stuten und Wallache beim Bundeschampionat 2018.

Die Hannoveraner Fürstenball-Farewell III-Tochter mit dem schönen Namen Feingefühl war heute das Maß der Dinge auf dem Reitpferdeviereck bei den dreijährigen Stuten und Wallachen. Sandra Kötter stellte sie für die Züchterin und Besitzerin Gaby Heye-Hammerlage vor.

Die hochbeinige Dunkelbraune war schon mit einigen Vorschusslorbeeren in Warendorf angetreten. Bei der Hannoveraner Herwart von der Decken-Schau war sie Reservesiegerin, anschließend holte sie souverän den Titel der Landeschampionesse.

Heute blieb sie mit einer Gesamtnote von 8,9 knapp unter dem „Sehr gut“, überzeugte mit wirklich überragendem Schritt (9,5), viel Takt und einer leichtfüßigen Mechanik mit flüssigem Ablauf im Trab (8,5) sowie energischem Bergaufgalopp (9,0). Auf der Haben-Seite stand auch die schon recht stabile Anlehnung bei passendem Rahmen – 9,0 gab es für die altersgemäße Erfüllung der Aufgabe.

Die war übrigens ein wenig angepasst worden mit dem Ziel, die Rittigkeit der Pferde noch besser beurteilen zu können. Auch können die Richter den Reitern nun Korrekturen geben, wenn sie sich eine andere Vorstellung der Pferde wünschen. So hieß es heute beispielsweise, dass der Zügelkontakt im Schritt erhalten bleiben solle.

Nicht die einzige Änderung beim Bundeschampionat der Reitpferde und -ponys: Auch den Einritt aufs Prüfungsviereck hat man pferdefreundlicher gestaltet, indem mehr Platz geschaffen wurde. Die wichtigste Maßnahme war allerdings die Abschaffung des Fremdreitertests. Das bedeutet: Die Rangierung beim zweiten Auftritt der Pferde am Sonntag um 12 Uhr entscheidet auch über die Medaillen.

Rang zwei nach Oldenburg

Heute wäre Silber an die schicke Oldenburger Rappstute Venecia gegangen, eine Tochter des Van Vivaldi, der einst der Familie Rothenberger gehörte, ehe er nach Schweden an das Gestüt Lövsta verkauft wurde. Bernd Schlüter hatte Venecia aus einer Florencio-Mutter gezogen. Vorgestellt wurde sie von Pascal Kandziora.

Auch Venecia musste schon aufgrund ihrer bisherigen Erfolge zum Favoritenkreis gezählt werden. Als Siegerstute führte sie den Brillantring des Oldenburger Verbandes beim Landesturnier in Rastede an und wurde anschließend auch Landeschampionesse.

Die Stute ist nicht nur schön, sie bewegt sich auch gut – obgleich sie nicht das Modell Trabwunder ist. Aber sie ist stets ganz sicher im Takt mit dem gewünschten Go, 8,0. Der Galopp ist toll, schnell im Hinterbein, wunderbar repetierend und stets bergauf, 9,5. Auch am Schritt gibt es wenig zu meckern: energisches Schreiten durch den Körper mit genügend Vor- und Übertritt, 9,0. Zusammen mit der 8,5 für Ausbildungsstand und Exterieur kam sie mit einer 8,7 aus dem Viereck.

Platz drei an Daktari K

Dritter wurde der Hannoveraner Daktari K v. Danciano-Belissimo M (Z.: Karin Hake) unter Tessa Frank. Der großlinige bunte Fuchs ist das, was man ein solides Ausbildungspferd nennt. Das spiegelte sich auch in den Wertnoten wider: 8,5 in allen Teilkriterien außer dem Galopp, der mit 8,0 bewertet wurde. Machte 8,4 insgesamt.

Vierte wurde mit Feymar eine weitere Fürstenball-Tochter, diesmal aus einer Weltmeyer-Mutter (Z.: ). Ariane Sander stellte sie für eine 8,3 vor.

Den fünften Platz teilten sich mit je 8,2 der Oldenburger Best of Mount St. John v. Fürst Romancier-Bordeaux (Z.: Emma Jane Blundell) unter Maria Falkner Hansen und der Westfale Embrace v. Escolar-Levantos (Z.: Gestüt Gut Neuenhof) mit Pascal Kandziora im Sattel.

Zwei Ausfälle

Was das Bundeschampionat für eine Herausforderung für dreijährige Pferde ist, konnte man an zweien sehen, die von der Qualität her zu den besten des Tages zählten, aber mit der Aufgabe heute überfordert waren.

Das war zum einen der Hannoveraner Vivaldi-For Compliment-Sohn Vlow unter Anja Mohrabend zur Lage, ein Pferd mit nahezu unbegrenztem Gangvermögen und vor allem auch viel Gehlust. Um die so weit unter Kontrolle zu bekommen, dass er als drittes Pferd der Abteilung gehen könnte, braucht er einfach noch eine Weile. Seine Reiterin versuchte verzweifelt, dem Vorderpferd nicht hinten drauf zu brummen. Die Bremsmanöver machten das Pferd verständlicherweise nur noch heißer, so dass die Reiterin aufgab.

Auch die Rheinländer Stute Escona v. Escolar-Sir Donnerhall mit Martin Sander schien etwas überfordert zu sein, sich dem Tempo der Abteilung anpassen zu müssen. Dabei gehörte auch sie qualitativ zu den besseren Pferden.