BuCha 2019: Rittigkeitskönig Damaschino ganz vorn bei den dreijährigen Hengsten

Bundeschampionate 2019

Damaschino v. Danone, Bundeschampion der dreijährigen Hengste 2019. (© www.equitaris.de/Gesina Grömping)

Auch wenn er in der Qualifikation noch Zweiter war, wurde der Hannoveraner Damaschino von vielen als der Favorit auf den Titel bei den dreijährigen Hengsten angesehen. Der Rolle wurde der Fuchs voll gerecht.

Bundeschampion der dreijährigen Reitpferde 2019 ist der Hannoveraner Damaschino v. Danone-Fidertanz, gezogen und im Besitz von Burkhard Wahler auf dem Klosterhof Medingen, vorgestellt von Hannah Laser.

Damaschino begeisterte vom ersten Auftritt an. Sein Trab – erhaben, schwungvoll, raumgreifend, energisch abfußend, aber doch leichtfüßig. Der Galopp von der Machart ähnlich – rund über den Rücken aus einem weit nach vorne durchschwingenden Hinterbein entwickelt. Der Schritt – gelassen, aber fleißig schreitend mit großzügigem Vor- und Übertritt. Dabei gehen die Bewegungen stets durch den Körper. In allen drei Grundgangarten blieb der Hengst in jeder Phase unerschütterlich im Takt, egal, ob im Arbeitstempo oder beim Zulegen, ob in der Wendung oder auf der Geraden. Dabei hatte er eine weiche stete Anlehnung, die Nase auf Höhe des Buggelenks und meistens vor der Senkrechten. Er suchte die Verbindung, ohne sich auf die Hand stützen zu müssen. Vorbildlich!

Und dann sind da ja noch die Kleinigkeiten, die so viel verraten, z.B. die Übergänge aus dem Galopp in den Trab. Schon mit seinen drei Jahren fällt Damaschino da nicht einfach aus, sondern kommt zurück, setzt sie Hinterhand unter, wird „klein“ in der Bewegung. Da ist Versammlungspotenzial erkennbar. Kurzum: Damaschino begeisterte. Eine 10,0 gaben die Richter ihm für die altersgemäße Erfüllung der Skala der Ausbildung. Zu recht!

Es war die einzige 10 dieser Prüfung. Im Trab vergaben die Richter eine 9,5. „Absolut taktsicher“, „sehr, sehr viel Ausdruck“, „Schulterfreiheit“, „Stabilität“ waren hier die Stichwörter. Dieselbe Note gab es im Galopp. Hier hieß es: „Easy springend“, „rund und immer bei der Reiterin“, „bergauf und nach vorne angelegt beim Zulegen“. 9,0 war den Richtern der Schritt wert – „sehr gut im Takt“, „locker aus der Schulter“, „gleichmäßige Nickbewegung“.

Für die Reiteigenschaften in Kombination mit dem tollen Temperament des Hengstes gab die Jury wie schon erwähnt die 10,0. Hinzu kam noch ein glattes Sehr gut für Typ und Körperbau. Machte in Summe eine 9,4.

Unverkäuflich

Ein Hengst, der so offensichtlich Talent und Leistungsbereitschaft vereint, das weckt Begehrlichkeiten. Tatsächlich hatte Burkhard Wahler den Fuchs nach seiner Körung im vergangenen Herbst in Verden zur Auktion gegeben. „Wir hätten ihn allerdings nur verkauft, wenn jemand wirklich sehr viel Geld geboten hätte“, so der Klosterhof-Chef. Doch damals war Damaschino in seiner Entwicklung noch nicht der, der er heute ist. So nahmen die Wahlers ihn wieder mit nach Hause aus Verden. Dann wurde er angeritten. „Seitdem ist klar, der wird nicht verkauft!“, sagt Burkhard Wahler. Wer Damaschino heute in Warendorf erlebt hat, weiß warum.

Hinzu kommt noch, dass er in seinem Pedigree mehrere Generationen Klosterhof-Leistungsblut vereint. Er geht zurück auf die Trakehner Stammstute Donauquelle vom Klosterhof, die 1994 die Bundessiegerfamilie stellte, und deren Tochter Donaumärchen II im selben Jahr Bundes-Reservesiegerstute wurde. Sie ist die Großmutter von Damaschino. Vater Danone war ebenso in Medingen stationiert wie Muttervater Fidertanz und Großvater Caprimond. Dass dessen Gene in Verbindung mit Donnerhall-Blut funktionieren, zeigt nicht zuletzt Cathrine Dufours Cassidy. „Da ist man stolz als Züchter“, so Wahler. Verständlich!

Anfragen für den Hengst, der in Warendorf sein drittes Turnier ging, gab es natürlich bereits, auch von einem dänischen Pferdehändler. Aber: „Der bleibt!“

Silber an den Qualifikationssieger

Silber ging ebenfalls nach Hannover, an den Sieger der Qualifikation: Bon Courage v. Bon Coeur-Vivaldi aus der Zucht und im Besitz von Dr. Christine Feichtinger, vorgestellt von Jessica Lynn Thomas für das Gestüt W.M., wo Bon Courage stationiert ist.

Der edle Dunkelfuchs wirkte heute schon etwas müde. Es ist ja auch viel, was hier auf die dreijährigen Pferde einstürmt – auch wenn das Organisationsteam dieses Jahr dafür gesorgt hat, dass die jüngsten Pferde in festen Boxen untergebracht werden statt in Stallzelten.

Er trabte nach wie vor elastisch und taktsicher mit einer gewissen Eleganz im Ablauf. Anfangs war er auch noch sehr schön in der Anlehnung, aber im Laufe der Aufgabe wirkte er nicht mehr ganz so zufrieden und im Galopp sprang er nicht mehr so energisch ins Bergauf wie noch in der Qualifikation.

Das ändert aber natürlich nichts an der Grundqualität des Hengstes. Die Richter fanden ihn heute im Trab sogar noch besser als in der Qualifikation, gaben eine 9,5, ebenso wie im Bereich Ausbildung sowie für den herrlichen Typ, der der Prämienhengst zweifelsohne ist. Jeweils eine glatte 9 verteilte die Jury in Galopp und Schritt. Am Ende musste sich Bon Courage also um ein zehntel geschlagen geben.

Bronze für „Bon“ Nummer zwei

Noch ein „Bon“, diesmal aus Westfalen, landete auf Rang drei, ebenfalls aus einer Vivaldi-Mutter, aber diesmal mit Benicio als Vater: Bon Vivaldi aus der Zucht von Thomas Sieverding, vorgestellt von Eike Bewerungen.

Bon Vivaldi merkte man die langen Tage in Warendorf nicht an, im Gegenteil. Er zeigte sich heute womöglich sogar noch ein Stückchen besser als in der Qualifikation: locker, losgelassen und doch kraftvoll mit deutlicher Bergauftendenz in Trab und Galopp, dabei leicht und fein in der Anlehnung und taktsicher schreitend – wenn auch nicht so ergiebig im Raumgriff wie die vor ihm platzierten. Eine 9 gaben die Richter für Trab, Ausbildung und Typ, eine 9,5 für den Galopp, eine 8,0 für den Schritt. Endnote 8,9.

Weitere Ergebnisse

Auf Rang vier landete der Drittplatzierte der Qualifikation, Westfalens Siegerhengst 2017 aus Hannover: Danciero v. Dancier-Floriscount, gezogen von der ZG Broers und Weber, im Besitz der Hengsthaltung Helgstrand und Schockemöhle, vorgestellt von Eva Möller, die heute gut zu tun hatte mit ihren ganzen Pferden und kurz vorher Bundeschampionesse auf dem Dressurplatz mit einem anderen Helgstrand-Hengst geworden war.

Mit Danciero, der zusammen mit Damaschino in einer Abteilung ging, erhielt sie heute eine 8,7 in Summe. Der Rappe besticht durch seine Energie in den Bewegungen, vor allem im Galopp. Im Trab wünschte man sich allerdings, dass die Hinterhand mehr unter den Schwerpunkt arbeitete.

An fünfter Stelle fand sich der Rock Forever-Stedinger-Sohn (Z.: Olga Pees) Romantic Prinz mit Stefanie Ahlert im Sattel wieder. Eine Gesamtnote von 8,6 gaben die Richter dem eleganten Dunkelbraunen, der deutlich von seinem Vater geprägt wurde.

Ein Pferd fehlte im Finale, was äußerst bedauerlich war: der westfälische Landeschampion About You v. AC-DC-Estobar, den Kira Wulferding für den Züchter und Besitzer Stephan Borgmann hätte vorstellen sollen. In der Qualifikation hatte der noble Braune noch mit seiner Energie und seinem Go begeistert. Heute musste er kurz vor Prüfungsbeginn zurückgezogen werden, weil er nicht klar ging. Schade!

Die Ergebnisse noch einmal im Überblick finden Sie hier.

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