BuCha 2019: Überragender Destello bei den vierjährigen Hengsten

Bundeschampionate 2019

Bundeschampion der vierjährigen Hengste 2019: Destello v. Dimaggio mit Beatrice Buchwald. (© www.equitaris.de/Gesina Grömping)

In der Qualifikation für das Bundeschampionat der vierjährigen Reitpferde-Hengste hatte der Oldenburger Destello sich noch mit Rang drei begnügen müssen. Im Finale stand er dort, wo er hin gehörte – an der Spitze.

Destello war gleich das erste Pferd der ersten Abteilung im Bundeschampionatsfinale der vierjährigen Reitpferde-Hengste 2019, ein Oldenburger v. Dimaggio aus einer Fürst Fugger-Mutter, gezogen von Stefanie Löhmann, im Besitz der Französin Sophie Fabri und mit Beatrice Buchwald im Sattel.

Wenn der hochbeinige Fuchs antrabt, zieht er alle Blicke auf sich – was für ein Antritt, was für ein Abdruck, was für ein Schwung, was für ein Takt! Leider tendenziell noch etwas eng. Im Galopp dann ein ähnliches Bild: weites Unterspringen über viel Boden und mit einer ausgeprägten Schwebephase, dabei schnell im Hinterbein und immer in Balance. Einzig im Schritt brauchte Destello etwas, bis er sich losließ, dann zeigte er guten Raumgriff und ging auch sicher im Takt.

Für Trab und Galopp gaben die Richter jeweils eine 9,0 – nicht allzu viel im Vergleich zu anderen und angesichts dessen, dass sie lediglich in Sachen offenes Genick Verbesserungsbedarf anmerkten. Dafür erhielt der Schritt eine 8,5. In Absprache mit Fremdreiterin Jana Freund gab es die Ausbildungsnote 8,0 sowie ebenfalls eine 8,5 für Typ und Qualität des Körperbaus. Machte unter dem Strich eine 8,6 für den Fuchs, der in Warendorf sein viertes Turnier ging und seine zweite Schärpe holte nach der beim Oldenburger Landeschampionat.

Dass das am Ende für den Titel reichen würde, war zu dem Zeitpunkt jedoch keineswegs klar, schließlich war Destello in der Qualifikation „nur“ Dritter gewesen. Aber eines war den Zuschauern schon klar: Egal, wo dieser Fuchs am Ende landen würde, das ist ein besonderes Pferd! Tatsächlich sollte bis zum Schluss keiner mehr an ihm vorbeiziehen. Seine französische Besitzerin war völlig aus dem Häuschen: „Ich habe ihn gekauft, da war er einen Monat alt. Als er aufwuchs und sich immer so bewegte wie heute, wurde mir klar, er ist zu gut für mich.“ Also vertraute sie ihn nach dem Anreiten Beatrice Buchwald und Jens Hoffrogge zur weiteren Ausbildung an. Und dort soll er auch bleiben. Das Ziel ist klar: „Er soll Grand Prix-Pferd werden!“ Vorstellen kann man ihn sich gut im ganz großen Viereck!

Duell von Sieger und Reservesieger

Silber ging an den Siegerhengst der Westfalen-Körung 2017, Fashion in Black v. For Romance-Lauries Crusador xx (Z.: Matthias Böckermann). Johanna Klippert stellte ihn für die Station Holkenbrink vor. Der Hengst überzeugte mit drei soliden Grundgangarten mit guter Elastizität und genügend Fleiß im Hinterbein in Trab und Galopp (je 8,0) sowie großzügigem Raumgriff im Schritt (8,5). Losgelassenheit und Zufriedenheit belohnten die Richter mit 8,5 in der Ausbildungsnote, allerdings hätte sich die Jury, zu der ja auch Fremdreiterin Jana Freund gehörte, mehr Eigendynamik des Rappen gewünscht. Für Typ und Qualität des Körperbaus vergaben sie eine 9,0. Das ergab am Ende eine 8,4.

Mit der Bronzemedaille wurde der zweite Westfale im Finale bedacht, Arcachon unter Stefanie Wolf. Als Fashion in Black 2017 zum Siegerhengst ernannt wurde, avancierte der hübsche Braune aus der Zucht des Niederländers Aan de Stegge zum Reservesieger und wechselte anschließend über die Auktion in den Besitz des Gestüts Fohlenhof.

Arcachon legt Ehre für seinen Vater Apache ein, von dem gestern bekannt wurde, dass er aufgrund einer unheilbaren Hufrehe eingeschläfert werden musste. Mütterlicherseits geht Arcachon auf Hotline-Sunny Boy-Partout zurück.

Der Hengst trat heute allerdings mit einem Handycap an. Sein linkes Auge war sichtlich geschwollen und es wirkte, als ob ihn das auch während der Prüfung irritierte, insbesondere, wenn die tief stehende Sonne darauffiel. Trotzdem gab er sein bestes. Stefanie Wolf stellte ihn in vorbildlich vor, mit leichter vertrauensvoller Anlehnung und in passender Aufrichtung. Im Trab sah Arcachon noch wie ein potenzieller Champion aus. Hier gab es eine 9,0. Doch Galopp und Schritt fielen etwas ab (8,0 bzw. 7,5). Im Bereich Ausbildung hätten die Unparteiischen sich mehr Dehnung gewünscht, 8,0. An Typ und Qualität des Reservesiegers seiner Körung hatten sie wenig auszusetzen, 9,0. Machte in Summe eine 8,3.

Die weiteren Platzierten

Den vierten Platz teilten sich zwei Pferde mit je 8,2: Quinn VR und Bourani. Quinn VR ist ein DSP-Hengst v. Quadroneur-Don Cardinale, gezogen von der ZG Unger, im Besitz von Nicole van der Raadt und vorgestellt von Nikolaus Kühn. Den nicht zu großen Rappen könnte man kurz mit quadratisch, praktisch, gut beschreiben. Ein Pferd, das nichts falsch macht, drei solide Grundgangarten hat (je 8,0), sich allerdings mehr fallen lassen müsste im Hals. Aber ein rundum sympathischer, eifriger Hengst.

Bourani v. Fairmont Hill-Legretto ist der ganze Stolz der Trakehner. Gezogen wurde er von Maja Kozian-Fleck, befindet sich aber seit dem Trakehner Hengstmarkt 2017 in russischem Besitz. Die Ausbildung hat Laura Strobel in den Händen, die ihn schon zum Trakehner Champion in Hannover machte und sich heute über eine Ausbildungsnote von 8,5 freuen konnte. Eine weitere 8,5 gab es für den Galopp, die beste Grundgangart des Rappen. Alles andere wurde mit 8,0 bewertet.

Finalist Nummer sechs war der Hannoveraner Champion Frizzantino v. Finest-Quaterback (Z.: Hermann Ulbrich) mit seinem Besitzer Borja Carrascosa im Sattel. Der edel aufgemachte Braune ist ein beeindruckendes Pferd, schön und mit viel Gummi. Aber man wünschte sich, dass er die Bewegungsenergie mehr von hinten über den Rücken in die Hand hinein ins Vorwärts umsetzen würde. Im Trab erhielt er eine 9,0, im Galopp die 8,5 und im Schritt, der im Raumgriff recht begrenzt ist, die 7,0. Eine 7,5 gab es im Bereich Ausbildung, wo Fremdreiterin und Richter sich mehr Dehnungsbereitschaft gewünscht hätten, und eine 8,5 für Typ und Qualität des Körperbaus. Summa summarum: 8,1.

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