BuCha – dreijährige Hengste: Titel für Fürst William

Fürst William, Bundeschampion der dreijährigen Hengste 2015, wird bei der ersten Sportprüfung für Hengste in Münster dabei sein und auf den Silbermedaillengewinner und besten Dressurhengst des 30-Tage-Tests in Schlieckau, Bon Coeur, treffen.

Die Warendorfer Ehrenrunde mit Schärpe kennt Fürst William bereits, damals noch unter Anna-Sophie Fiebelkorn. Mit Beatrice Buchwald könnte nun Titel Nummer zwei folgen. (© www.kiki-beelitz.de)

Fürst William sicherte sich nach der Qualifikation auch die Entscheidung im Bundeschampionat der dreijährigen Hengste, längst nicht in der Form wie noch in der ersten Prüfung, aber doch überlegen.

Anna-Sophie Fiebelkorn, Reiterin des neuen Bundeschampions der dreijährigen Hengste, kommentierte: „Ich habe den Fremdreitern nur gesagt: ,Viel Spaß!‘ Und als sie abgestiegen sind, meinten sie: ,Hast Recht gehabt!'“ Und in der Tat fühlten sich Anja Wilimzig, Dressurausbilderin am Landgestüt NRW, und Philipp Hess, selbstständig auf dem Hof Bettenrode, ganz offensichtlich äußerst wohl auf Fürst William. Sie gaben dem nobel aufgemachten Oldenburger v. Fürst Wilhelm-Lord Sinclair aus der Zucht von Monika Stärk und im Besitz der HC Stables jeweils eine 10,0. Mehr geht nicht. Das findet auch seine ständige Ausbilderin, Anna-Sophie Fiebelkorn, die voll des Lobes ist über den Braunen: „Ihm fällt einfach alles zu, er fragt mich jeden Tag, was er denn heute für mich tun kann!“, schwärmt sie.

Dabei war Fürst William heute – wie für einen Dreijährigen ja keineswegs verwunderlich und absolut zu verzeihen! – nicht ganz in der Form, in der er sich noch in der Qualifikation gezeigt hatte. Er schien sich etwas fest zu halten, klemmte den Schweif ein und es fehlte der Bewegungsfluss nach vorne. Das führte zu Unregelmäßigkeiten beim Tritte verlängern. Vielleicht machte ihm der Temperatursturz zu schaffen.

Das ändert aber ohnehin nichts an der Grundqualität des Pferdes. Auch wenn er heute nicht den Schmelz und den überzeigenden Auftritt hatte wie am Freitag, konnte man die Richter verstehen, die für Trab und Galopp je eine 9,5 gaben. Wobei Kommentator Dr. Dietrich Plewa sich anscheinend nicht so sicher war, ob diese hohe Bewertung angesichts der nicht „Fehler“ nicht auf Unmut stoßen würde. Oder wie sollte man es deuten, dass er sich, ehe er die Noten bekannt gab, zum Publikum wandte und sinngemäß meinte, er hoffe, dass die Zuschauer auch bei diesem Urteil wie bei den vorangegangenen den Richtern zustimmen würden? Er konnte beruhigt sein, anders als in der Qualifikation gab es heute bei keinem Pferd protestierende Pfiffe und Buhrufe. Fürst William überzeugte nicht nur die Richter durch seine Grundgangarten, sondern auch durch seine „Souveränität gepaart mit Dynamik“, wie Dr. Dietrich Plewa es ausdrückte. Dafür gab es auch im Bereich Ausbildung eine 9,0. Apropos Ausbildung – die wird in den Händen von Anna-Sophie Fiebelkorn und ihrem Trainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen bleiben. Im kommenden Jahr können die Züchter Fürst William über das Gestüt Famos beziehen.

Silber ging an den wunderbar lockeren Hannoveraner Bon Coeur v. Benetton Dream-Sandro Hit aus der Zucht von Birgit Tietjen, im Besitz von Martina Wahlers und im Beritt von Lena Berwe. Der Rappe ist im Prinzip ein Pferd ohne Schwäche – großartige Hinterhandaktivität, Gummi, Fleiß, Bergauftendenz, alles da. Die Noten sprechen für sich: Trab, Galopp, Ausbildung, Typ/Exterieur wurden jeweils mit „Sehr gut“ belohnt. Alles in allem kam ein Notendurchschnitt von 8,9 zusammen, denn der Schritt erhielt „nur“ die 8,5. Die Fremdreiter vergaben 18,50 Punkte.

Bronze holte sich eines der Pferde, die für Diskussionsstoff gesorgt hatten bei den diesjährigen Bundeschampionaten: der Hannoveraner Der Schufro v. Der Designer-Schufro aus der Zucht des Gestütes Lewitz und im Besitz der Hof Kasselmann GmbH unter Eva Möller. In der Qualifikation war das Publikum ob der hohen Noten in Gelächter ausgebrochen und 50 Prozent hatten dann aus Protest die Tribüne verlassen. Heute präsentierte Der Schufro sich deutlich besser als am Freitag, trabte und galoppierte mit deutlich mehr Raumgewinn. Zwar wurde er im Trab immer noch gelegentlich breit, aber eine 8,5 war angesichts der Dynamik und Geschlossenheit in der der Hengst sich präsentierte nachvollziehbar. Die Richtergruppe kritisierte, dass der Hengst minimal eilig wurde bei den Verstärkungen. Eine weitere 8,5 gab es für den Bergaufgalopp mit gutem Untersprung. Hier hatte es in der Qualifikation eine 9,5 gegeben, woraufhin oben erwähnter Protest laut wurde. Zusammen mit der 7,5 im Schritt, einer 8,5 im Bereich Ausbildung und einer 9,0 für Typ und Exterieur ergab das eine Notensumme von 8,4. Die Fremdreiter gaben 18,50 Punkte.

Platz vier teilte sich der Rest der Finalisten, die allesamt eine 8,3 in der Endabrechnung erhielten. Das waren: der Rheinländer Lord Nunes v. Lord Loxley-Jazz aus der Zucht von H. Steeghs Linders mit Jana für den Ferienhof Stücker (Trab: 8,5, Galopp: 8,5, Schritt: 7,5, Ausbildung: 8,0, Gebäude: 9,0), der Hannoveraner Founder v. Foundation-Sarkozy aus der Zucht und im Besitz des Gestütes Lewitz mit Heiko Klausing im Sattel (Trab: 9,0, Galopp: 8,5, Schritt: 7,5 – sehr großzügig bedacht!, Ausbildung: 8,0, Gebäude: 8,5) und schließlich der Westfale Fürst von Soest v. Fürstenball-Ad hoc aus der Zucht von Prof. Dr. Albrecht Schneider und immer noch in dessen Besitz, zusammen mit der Reiterin, Emily-Charlotte Seibel (Trab: 8,5, Galopp: 8,0, Schritt: 9,0, Ausbildung: 8,0, Gebäude: 8,0).

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