BuCha – vierjährige Hengste: Fürstenball-Party

Reitpferde auf dem Bundeschampionat

(© www.lafrentz.de)

Wie bislang in keiner anderen Qualifikation des Bundeschampionats 2015 hat sich bei den vierjährigen Hengsten ein klarer Titelfavorit herauskristallisiert. Der stammte wie noch drei weitere Hengste unter den sechs Platzierten vom einstigen Oldenburger Siegerhengst Fürstenball ab.

Es handelt sich um den Hannoveraner Reitpferdechampion Fürsten-Look von der Hengststation Schockemöhle. Der hoch elegante Rappe v. Fürstenball-Londonderry (Z.: Johannes Sabel) macht seinem Namen alle Ehre und begann seine Karriere als Siegerhengst seiner Körung unter dem Sattel in Vechta. Von dort gelangte er für 350.000 Euro in den gemeinsamen Besitz von Paul Schockemöhle und Lone Boegh Henriksen, Dänemark – wie bekanntlich auch Fürsten-Looks Vater Fürstenball. Die Mutter des Hengstes, Staatsprämienstute Lady Diamond, brachte mit San Amour den gekörten und geprüften San Severo sowie v. Sandro Hit eine andere Bundeschampionatsteilnehmerin: Sardera S. Außerdem ist Lady Diamond die Vollschwester zur Bundechampionesse 2005, La Perla von Holga Finken, und die Halbschwester des gekörten Du Moulin. Da fließt also lauter bestätigt erfolgreiches Blut in den Adern von Fürsten-Look.

Dass er da keine Ausnahme macht, hat er heute einmal mehr gezeigt. Unter Isabel Bache erhielt er eine 10,0 im Trab, eine 9,5 für den Galopp, die glatte 9 für den Schritt, wieder eine 9,5 im Bereich Ausbildung und ein glattes Sehr gut für sein Gebäude. Das ergab eine 9,4 insgesamt.

Ein weiterer Fürstenball-Sohn, der diesmal auf dem Schockemöhle-Gestüt Lewitz zur Welt kam und inzwischen in den Besitz von Ulli Kasselmann gewechselt ist, belegte Rang zwei: Fior, Oldenburger aus einer Sandro Hit-Mutter. Unter dem Spanier Borja Carrascosa Martinez, der den Stall Kasselmann demnächst verlässt und von Steffen Frahm abgelöst wird, gab es für den Schwarzbraunen eine 9,0 im Trab, eine 8,5 für den Galopp, die 7,5 im Schritt sowie eine 8,5 für die altersgemäße Erfüllung der Aufgaben bzw. den Ausbildungsstand und eine 8,0 fürs Gebäude.

Dritter wurde der Hannoveraner Don Monet v. Don Nobless-Rascalino (Z. u. B.: Herbert Kruse) unter Sandra Frieling. Der Rappe war sicherlich nicht das spektakulärste Pferde, aber dafür eines der reellsten in allen Bereichen. Das spiegelt sich auch im Notenbild wider: 8 ,8, 8, 8 sowie 8,5 fürs Exterieur.

Ein weiteres hoch talentiertes Pferd belegte Rang vier: der Hannoveraner Florenz v. Florencio-Sandro Hit (Z.: Dr. Rolf-Peter Schulze, B.: Gerd Sosath). Für eine Reitpferdeprüfung zeigte der Schwarzbraune sich schon sehr rittig und weit gefördert (8,5). Allerdings hatte sein Reiter Lukas Fischer ihn durchgängig recht hoch aufgerichtet für einen Vierjährigen. Das ändert aber nichts an der Grundqualität seiner Grundgangarten, die im Trab mit 8,5 und im Galopp mit 8 bewertet wurden. Der Schritt ist geregelt, fleißig, aber etwas knapp im Raumgriff, 7,0. Zusammen mit einer 8 fürs Gebäude ergab sich so die Gesamtnote 8,0.

Knapp darunter blieben gleich zwei Pferde, die sich den fünften Platz teilten: der gewaltig trabende Westfale Veneno v. Vitalis-Diamond Hit (Z.: Rotraud Haarlammert, B.: HC Stables) mit Anna-Sophie Fiebelkorn im Sattel und der bildhübsche, ebenfalls westfälisch gezogene Fürst Magic v. Fürstenball-Sir Donnerhall (Z.: Bernhard Ilting-Reuke) unter Laura Strobel für den Fohlenhof. Veneno trabte gewaltig los, mit viel Mechanik und ganz elastisch. In einigen Phasen bekam er allerdings Taktprobleme (9,0), sein Galopp ist gut, aber nicht überragend (8,0), der Schritt im Bereich genügend (6,5). Die beiden weiteren Kriterien Ausbildung und Körperbau erhielten eine 8,0. Fürst Magic ist ein Herzensbrecher im Erscheinungsbild, irgendwie ein großer Knuffel. Das ging wohl auch den Richtern so, die dem Hengst eine glatte 9,0 für Typ und Exterieur gaben. Die konnte andere, weniger gute Noten wie die 6,5 im Schritt und die 7,5 im Bereich Ausbildung wettmachen. Zusammen mit einer 8 im Trab und der 8,5 für den Galopp machte das eine Durchschnittsnote von 7,9.