BuCha: Imperio neuer Bundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde

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(© www.st-georg.de)

Bejubelter neuer Bundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde ist der Trakehner Hengst Imperio v. Connery-Balfour xx. Unter Anna-Sophie Fiebelkorn zeigte er sich hochelastisch und gehorsam in einer rundum harmonischen Vorstellung. Lediglich das Kurzkehrt misslang. Zweiter wurde der westfälisch gebrannte Rockwell-Landstreicher-Sohn Rock Forever unter Oliver Oelrich mit 8,8.

Imperio, der im gemeinsamen Besitz des Gestüts Hörem und des Bayerischen Haupt- und Landgstüts Schwaiganger steht, bekam für seinen wunderbar leichtfüßigen Trab die Idealnote von 10,0. Den Schritt hätten die Richter Horst Eulich, Klaus Ridder und Dr. Dieter Schüle sich ergiebiger gewünscht, daher hier nur die 8,0. Eine 9,0 für den Galopp und die Durchlässigkeit die eine 9,5 gewesen wäre, hätte das Kurzkehrt geklappt sowie ein Gesamteindruck von 9,5 ergaben einen Notenschnitt von 9,3. Tatsächlich war es eine rundum harmonische Vorstellung. Der Trainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen hatte nach der Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde in Verden, wo es laut ihm noch ein paar Schwächen gegeben hatte, intensiv daran gearbeitet, diese mit der Reiterin zusammen abzustellen. Wollte man an der heutigen Vorstellung überhaupt etwas bemängeln, dann vielleicht, dass der hübsche Braune geschlossener von hinten hätte sein können. Das zeigte sich bisweilen in den Verstärkungen und daraus resultierten die beiden wenig herangeschlossenen Grußaufstellungen.

Vizechampion Rock Forever zeichnete sich durch große Mechanik in allen drei Grundgangarten aus. Leider machte der mächtige Braune sich zu Beginn der Galopptour etwas fest und sprang dann vor dem ersten einfachen Wechsel um. Sein Reiter Oliver Oelrich steuerte ihn danach geschickt weiter durch die Aufgabe. Aber man hätte sich insgesamt vielleicht eine Idee mehr Leichtigkeit gewünscht. Die Richter gaben dem Deckhengst der Station Holkenbrink je eine 9,5 für Trab und Schritt, 8,5 für den Galopp, 8,0 in der Durchlässigkeit und den Gesamteindruck bewerteten sie mit 8,5.

Platz drei ging den westfälischen Fuchswallach Wyllow v. Wolkentanz II-Don Primero. Er wurde von Insa Hansen vorgestellt, die es geschickt zu kaschieren wusste, dass ihr Pferd gar nicht gerne an den Blumen in den Ecken vorbeigehen wollte. Die Richter haben die Guckigkeit und das daraus resultierende zeitweilige Verwerfen des Kasselmannschen Pferdes anscheinend nicht wahrgenommen oder ignoriert. Seine Durchlässigkeit war ihnen eine 9,0 wert, genau wie der Gesamteindruck. Für Trab und Schritt gab es die 8,5, für den wenig bedeutenden Galopp die 8,0.

Richtig schade war das Abschneiden der Oldenburger Diamond Hit-Rubinstein-Tochter Della Cavalleria unter Kira Wulferding. Die Stute aus dem Besitz von Österreichs Grand Dressage-Family Max-Theurer begann traumhaft: elastischer Trab mit ganz aktiver Hinterhand, weiche Übergänge, immer auf der Hinterhand und in schöner Selbsthaltung. Auch die Galopptour fing gut an. Bis zum letzten einfachen Wechsel bei P: Die Stute wollte nicht mehr auf der neuen Hand angaloppieren, verspannte sich und Kira Wulferding strich die Segel, verzichtete auf den Galopp und trabte direkt wie gefordert bei C an. Das ahndeten die Richter nicht nur in der Durchlässigkeitsnote mit einer 7,5, sondern auch im Galopp, der ihnen nur noch eine 8,0 wert war. Im Schnitt war das die 8,3.

Der amtierende Weltmeister der jungen Dressurpferde, Desperado (Oldenburger v. Dressage Royal-Rouletto) unter Nadine Plaster, enttäuschte etwas. Zwar lobten die Richter seine aktive Hinterhand die der Aktivität der Vorhand allerdings etwas hinterherhinkte mit 9,0. So wie auch das gute, ergiebige Schreiten. Aber im Galopp ahndeten sie den festgehaltenen Rücken, aus dem schließlich auch ein zweimaliges Umspringen resultierte. Mit einer 7,5 für Galopp und Durchlässigkeit konnte der Weltmeister der jungen Dressurpferde nicht zufrieden sein.

Silberaster, zweifache Bundeschampionesse und Siegerin der zweiten Qualifikation, war nicht am Start. Sie hatte sich auf dem Abreiteplatz vertreten, als sie sich erschrak und auf die Vierecksbegrenzung sprang.

In diesem Jahr hatte man sich entschieden, bereits die erste Prüfung als Qualifikation zu werten. Im vergangenen Jahr war das noch die Einlaufprüfung gewesen. Die besten zehn Pferde kamen direkt ins Finale. Der Rest trat noch mal im kleinen Finale an, wo die ersten Fünf sich für die Endrunde empfehlen konnten. Dorothee Schneider, die mit zwei Pferden im Finale vertreten war, begrüßt diesen Modus: Für die meisten der jungen Pferde waren die vier Prüfungen, die sie unter Umständen zu absolvieren hatten, sehr anstrengend. Auch dass sich erst zehn und dann noch weitere fünf Pferde fürs Finale qualifizieren können, findet sie fair, weil die erste Prüfung oft noch nicht so gut läuft.

Ebenfalls neu: Schon in den Qualifikationen werden die Einzelnoten aus den drei Grundgangarten plus Durchlässigkeit und Gesamteindruck zu einem Durchschnittswert zusammengezählt. Das ist schwieriger, weil eine schlechtere Gangart oder ein Ungehorsam sich stärker niederschlagen. Dorothee Schneider befürwortet diesen Modus dennoch, ist die Wertung dadurch doch differenzierter und reeller. Schneider war mit der Hannoveraner Londonderry-Alabaster-Tochter La Noire zu ihrer eigenen Enttäuschung nur elfte und mit dem hübschen Rapphengst Florinero (Hann. v. Fürst Heinrich-A Jungle Prince) 13.

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