Corolando Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde

Bundeschampionate 2021

Corolando, als er 2021 mit Katrin Eckermann Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde wurde. Danach wurde er an Paul Schockemöhle verkauft, wechselte über die PSI-Auktion den Besitzer, springt aber derzeit unter Schockemöhle-Stallreiter Eiken Sato –auch bei der WM. (© Dr. Tanja Becker/Equitaris)

Katrin Eckermann stellte den Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde 2021, und zwar auf eine Art und Weise, wie es besser fast nicht geht.

Bei den fünfjährigen Springpferden setzte sich Corolando im Finale in beeindruckender Manier an die Spitze des Starterfeldes. In zwei Umläufen wird der Bundeschampion in dieser Altersklasse ermittelt, in beiden bekam der wunderschöne Schimmelhengst die Note 9,5, damit war er mit der Gesamtnote 19,0 Bundeschampion 2021.

Es ist eine gute Tradition in Warendorf, dass die Noten des Richtergremiums von einem Kommentator erläutert werden, heute durch Peter Teeuwen, Bundestrainer Springen der Junioren und Jungen Reiter.

Teeuwen attestierte Corolando „zwei tolle Runden, sowohl am Sprung als auch in der Rittigkeit überzeugend“. Vorgestellt wurde der Schimmelhengst von Katrin Eckermann, „Reiterin und Pferd waren heute überragend“, schwärmte Teeuwen.

Große Freude auch bei Besitzer Christian Glanemann, der den Sohn des Cornet Obolensky-Orlando als Fohlen von der Zuchtstätte Zhashkiv Equestrian School gekauft hat. Aufgewachsen ist Corolando bei Katrin Eckermanns Vater Ottmar in Kranenburg, fünfjährig in den Stall Glanemann übergesiedelt.

„Er ist ein ganz braves Pferd, immer freundlich und umgänglich“, erzählt Glanemann, „hat gar keine Hengstmanieren und ist von jedermann zu reiten“.

Silber in die Lewitz

Mit Chacothargos PS unter Philip Rüping stellte das Gestüt Lewitz den Vize-Champion auf dem Springplatz. Dessen Vater Chacoon Blue war 2016 Zweitplatzierter bei den siebenjährigen Springpferde, damals noch „Warendorfer Springchampionat“ genannt. Muttervater des braunen Hengstes ist Conthargos.

Chacothargos PS überzeugte „durch Sicherheit und Balance, sprang gut durch den Körper und hatte auch im zweiten Umlauf noch richtig Kraft“, kommentierte Peter Teeuwen. Mit der Endnote 18,2 (9,2 + 9,0) lag er zwar deutlich hinter Corolando, aber ebenso deutlich vor Diamant de Casall, der zwei Mal die Note 8,9 erhielt, somit 17,8 in der Gesamtwertung den dritten Rang belegte. Bronze für den Holsteiner Hengst, für dessen Karriere ein Holsteiner und ein westfälischer Stall verantwortlich sind.

Geboren ist der Sohn des Diamant des Semilly-Caretino bei Manfred von Allwörden auf dem Grönwoldhof in Holstein. Seine Mutter ist eine Schwester des Casall. Mitbesitzer ist die Gripshöver GbR aus Werne, Westfalen, vorgestellt wurde er von dem Westfalen Philipp Winkelhaus.

„Diamant de Casall hat uns beeindruckt durch energisches Abhufen und eine gute Bascule. In der Rittigkeit mussten wir leichte Abzüge machen, der Hengst ging manchmal etwas gegen die Hand. Dennoch eine Vorstellung, die beinahe sehr gut war“, so die Begründung der Note vom Richterturm.

Zahlenspiele

Angetreten waren 42 Paare im Finale, die zehn Wertnoten-Besten erreichten den zweiten Umlauf, Dass heute mindestens eine 8,7 Voraussetzung dafür war, spiegelt die hohe Qualität der angetretenen Paare wider. „Wir hatten einen traumhaften Jahrgang bei den Fünfjährigen“, freute sich der Stadionsprecher.

Der Parcours war mit zwölf Hindernissen und 14 Sprüngen lang, aber die erlaubte Zeit nicht knapp. Parcoursbauer Peter Schumacher war offensichtlich daran gelegen, die anspruchsvolle Prüfung für die Youngster betont pferdefreundlich aufzubauen. Einigen der jungen Pferde merkte man eine leichte Ermüdung nach dem langen Turnier an, insgesamt wirkte aber keines überfordert, das drücken die guten Noten aus.

Mehr als die Hälfte der Titelbewerber waren Hengste, 22 an der Zahl, so groß war deren Anteil noch nie. Eine bunte Mischung der verschiedenen Zuchtverbände präsentierte sich im Finale, das größte Kontingent stellte der Oldenburger Sportpferdeverband mit elf Pferden. Jeweils acht kamen aus Westfalen und Holstein, sechs vom Deutschen Sportpferdeverband, sechs Hannoveraner, zwei Rheinländer und zwei Oldenburger.