Darmstadt: Die DSP-Champions 2020, Sisters Act zum Burg-Pokal und Kurz-Grand Prix für Pathétique

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Dorothee Schneider und Pathétique – hier in Neumünster 2019 – gewannen auch den Kurz-Grand Prix in Darmstadt. (© www.toffi-images.de)

Das war eine klare Entscheidung! Mit großem Vorsprung gewann Dorothee Schneiders Oldenburger Stute Sisters Act vom Rosencarree die Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal 2020 in Darmstadt. Ansonsten drehte sich heute auf dem Hofgut Kranichstein fast alles um die Championate des Deutschen Sportpferdes, bei denen es Höchstnoten regnete.

Los ging es heute morgen mit dem DSP-Championat der dreijährigen Hengste. Mit einer Gesamtnote von 8,6 setzte sich der im Januar in München-Riem gekörte Montgomery v. Morricone-Foundation (Z.: Reinhold Marschall) an die Spitze des Feldes. Stationiert ist Montgomery auf dem Gestüt Birkhof, für das ihn Nicola Haug in bewährter Weise präsentierte. Der Hengst erhielt für Trab und Gebäude jeweils eine 9,0. Schritt und Ausbildung waren den Richtern je 8,5 wert. Hinzu kam noch die 8,0 für den Galopp.

Zweiter wurde der noch nicht gekörte Floriano v. Floriscount-Alabaster (Z.: Kerstin Wiener), den Marc Lingelbach vorstellte. Er kam auf eine 8,4 in Summe, zusammengesetzt aus 8,0 für Trab und Ausbildung, 8,5 in Galopp und Gebäude sowie 9,0 im Schritt.

Bronze sicherte sich der in Bayern gezogene Zenetti v. Zackman M-Spielberg, der wie auch der Sieger im Januar zum Lot der Gekörten in München-Riem gehört hatte. Oskar Kusterer ist der Züchter des Braunen, Hella Kuntz die Besitzerin. Im Sattel saß Ramona Ritzel. Für Zenetti gab es dreimal die 8,0 für Trab, Schritt und Ausbildung sowie eine 9 für den Galopp und 8,5 fürs Gebäude.

Vierter wurde mit einer glatten 8,0 der Champion des Zuchtverbands Brandenburg-Anhalt, Back for Good v. Ben Benicio-Quando-Quando (Z.: Uwe Ogonowski), den erneut Anna Weilert für das Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse vorstellte.

Vierjährige Hengste

Das Gestüt Birkhof stellte auch den Champion der vierjährigen Hengste, wieder mit Nicola Haug im Sattel, Thapelo. Der Silbermedaillengewinner des Vorjahres erhielt heute eine Gesamtnote von 8,7 dank jeweils einer 9,0 für Galopp, Schritt und Ausbildung. Hinzu kam die 8,5 im Trab und 8,0 im Gebäude.

Bei Thapelo hat die Zuchtgemeinschaft Martin und Simone Meder zwei von ihnen gezogene Hengste miteinander kombiniert, die beide auf dem Birkhof wirkten bzw. noch wirken: den Totilas-Sohn Topas und den Lord Sinclair-Sohn Lord Leopold als Vater der Mutter Lara Croft.

Lord Leopold wurde bekanntlich vor einiger Zeit an Victoria Max-Theurer als Sportpferd verkauft. Topas ist inzwischen auf S***-Niveau erfolgreich. Über diese beiden Hengste führt Thapelo zweimal die wertvolle Blutlinie der Finnländerin, die ja auch für Hengste wie z.B. Don Schufro sowie eine Vielzahl bis Olympia erfolgreicher Sportpferde verantwortlich zeichnet.

An zweiter Stelle stand der von Familie Wadenspanner selbst gezogene und von Walter Wadenspanner präsentierte Va Bene v. Veneno-Belissimo M. Va Bene kann bereits auf einen mit Bravour bzw. mit 8,59 bestandenen 50-Tage-Test verweisen. Das war auch beinahe die Wertnote, mit der er heute beurteilt wurde: 8,6. Der Fuchs erhielt in allen Kriterien eine 8,5 und Bereich Ausbildung ebenfalls die 9,0.

Bronze ging an den Champion des Vorjahres, Define Dynamic v. Danciano-Samarant (Z.: Hans Bader), den Lisa Horler für die Besitzerin Margit Eisner zu einer 8,3 ritt. Seine Einzelnoten lauteten Trab 8,5, Galopp 8,0, Schritt 7,5, Ausbildung 8,5, Gebäude 9,0.

Dreijährige Stuten und Wallache

Und noch ein Champion vom Gestüt Birkhof, diesmal bei den dreijährigen Stuten und Wallachen mit Anna-Lisa Schepper im Sattel: Benderry v. Benicio-Londonderry aus der Zucht von Bernd Eisenmenger. Der Fuchs kam auf eine Gesamtnote von 8,4 und wurde in allen Aspekten zwischen Gut und Sehr Gut gesehen, außer im Trab, wo die Richter die 8,0 zückten.

Ines Knoll stellte die Silbermedaillengewinnerin Nummer eins, Violetta D v. Vitalis-Lorentin, aus der Zucht und im Besitz von Markus und Leonhard Diez vor.

Violetta kam ebenso auf eine 7,7 wie der Topas-Santini-Sohn Timothy (Z.: Florian Bühler), der mit Anna-Lisa Schepper ebenfalls das Gestüt Birkhof vertrat.

Vierjährige Stuten und Wallache

In der Abteilung der vierjährigen Stuten und Wallache setzte sich der von Silvia Busch-Kuffner vorgestellte DeLorean-Sohn Diamante Negro an die Spitze des Feldes.

Die Zuchtgemeinschaft Krohn und Dötschel hatte ihn aus einer interessanten Mutter gezogen. Feenfürstin ist eine Tochter des Fürst Romancier, angepaart mit einer Mutter, die zur Hälfte Araber-Blut sowie weiteres Trakehner und Vollblut auf der Mutterseite führt. Feenfürstin war selbst mehrfach siegreich und platziert in Dressurpferdeprüfungen der Klassen A und L.

Ihr Sohn glänzte heute mit einer Gesamtnote von 8,5. Das war auch die Wertnote für Trab, Galopp und Gebäude. Im Schritt gab es die 8,0, im Bereich Ausbildung die 9,0.

Zweite wurde die Zalando-Briar-Tochter Zieta (Z.: Ilka Zimmerer), die einmal mehr von Nicola Haug für den Birkhof vorgestellt wurde. Sie kam auf 8,4, erhielt eine 9,0 für Trab und Ausbildung sowie jeweils 8,0 in Schritt, Galopp und Gebäude.

Bronze ging mit 8,0 (Trab 7,5, Galopp, 8,0, Schritt 8,5, Ausbildung 8,5, Gebäude 7,5) an den von Meike Lang vorgestellten Bon Couleur v. Bon Coeur-Rivero II aus der bewährten Zucht der ZG Klaus und Edwin Schuster. Die Mutter Rivalina war nicht nur selbst auf dem Bundeschampionat im Einsatz, sie stellte auch bereits einen gekörten Sohn sowie fünf sporterfolgreiche Nachkommen.

Nürnberger Burg-Pokal

In der Qualifikation für den Nürnberger Burg-Pokal war wie auch schon in der Einlaufprüfung kein Vorbeikommen an Dorothee Schneiders Oldenburger Stute Sisters Act vom Rosencarree v. Sandro Hit-Royal Diamond aus der Zucht von Silke Pelzer und inzwischen im Besitz von Sissy Max-Theurer.

Die elastische Braune, die fünf-, sechs- und siebenjährig unter den Top Ten bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde platziert gewesen war, überzeugte mit einer 77,122 Prozent-Runde und Platz eins von allen Richtern. In der rundum gelungenen Vorstellung verteilten sich die Achter-Noten gleichmäßig auf alle drei Grundgangarten, was auch den Eindruck widerspiegelt, den die Stute bereits vierjährig vermittelte, als sie dank überragendem Fremdreitertest zur Bundeschampionesse gekürt wurde, damals noch unter Anna-Sophie Fiebelkorn.

Nach Oldenburg ging auch Rang zwei heute bei der Burg-Pokal Qualifikation, an den Millennium-De Niro-Sohn Matchball mit seiner ständigen Reiterin Stefanie Wolf im Sattel. Der hochgewachsene Rappe aus der Zucht von Helga Lütje ist wie die Siegerin acht Jahre alt und die beiden waren schon bei den WMs in Ermelo stets gegeneinander angetreten. Dabei hatte zuletzt Matchball jeweils die Nase vor Sisters Act gehabt. Er war sechs- und siebenjährig als Viertplatzierter knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt. In Darmstadt musste er nun der Dame den Vortritt lassen. Er selbst erhielt 74,561 Prozent.

Dritter wurde mit 73,585 Prozent der KWPN-Wallach Hugo FH v. Spielberg-San Remo unter Marcus Hermes für das Gestüt Freiberger Hof, gefolgt von Hendrik Lochthowe und Damons Davian v. Damon Hill-Newcastle (Z.: Christian Becks) mit 71,244 Prozent.

Kurz-Grand Prix an Pathétique

Dorothee Schneiders gelungenes Wochenende mit den Stuten von Sissy Max-Theurer wurde gekrönt durch den zweiten S***-Sieg auf der DSP-Stute Pathétique v. Quaterback. Mit einem rundum gelungenen Auftritt in dem Kurz-Grand Prix erzielten die beiden 74,419 Prozent und lagen damit deutlich vor dem Rest des Feldes. Highlights waren die Traversalen, die Pirouetten sowie auch Piaffen und Passagen, alles Lektionen, für die es mehrfach Achten gab.

Platz zwei holten mit 70,736 Prozent Katrin Burger und der 17-jährige Oldenburger Wallach Salazar v. Sandro Hit. Auch hier herrschte Einigkeit über die Rangierung bei den Richtern. Dahinter folgten auf Rang drei Ramona Ritzel und die Hannoveraner Stute Donna Regina v. Denario mit 68,682 Prozent.

Alle Ergebnisse aus Darmstadt finden Sie hier.

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