Das Landgestüt Dillenburg schließt

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Nach dem definitiven Aus für das Landgestüt Prussendorf wird nun auch Dillenburg in Hessen seine Tore schließen.

Laut Informationen von Andreas Sandhäger, Direktor des für das Landgestüt zuständigen Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, ist der primäre Grund für die Schließung des Landgestüts Dillenburg allerdings nicht die finanzielle Situation. Vielmehr gehe es hier um Tierwohlfragen: „Die Tierwohlbeauftragte des Landes hat moniert, dass eine artgerechte Haltung mitten in der Stadt mit mehrstündigem freien Auslauf für die Pferde nicht zu leisten ist.“ Gemeint ist hier Umweltministerin Priska Hinz.

Wie geht es weiter in Dillenburg?

Bis das letzte Pferd das Landgestüt verlassen hat, wird es allerdings noch ein wenig dauern. Andreas Sandhäger sagt: „Hinsichtlich der Ausbildung unserer eigenen Lehrlinge und der überbetrieblichen Ausbildung in Form von Lehrgängen sind wir an Verträge gebunden, die wir zu erfüllen haben.“

Das bedeutet konkret, dass bis mindestens August 2018 noch Lehrgänge für die überbetriebliche Ausbildung abgehalten werden müssen. Die eigenen Azubis können ihre Ausbildung entweder noch in Dillenburg abschließen oder sie werden an andere Ausbildungsstätten vermittelt. Und so lange in Dillenburg ausgebildet werden, so lange müssen auch noch Pferde in den Ställen stehen.

Verkauf der Pferde

Danach werden die Tiere verkauft werden. „Die Hengsthaltung in diesem Jahr wird noch zu Ende geführt werden“, so Sandhäger. „Danach werden die Hengste so vorbereitet, dass sie verkauft werden können.“

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  1. Lothar

    Wieder so ne depperte Grüne mit Ahnung von nix. Die kennt Pferde anscheinend nur vom Ponyreiten als Windelscheißer.
    Das Grüne Kxox muss weg, zum Wohl der Hengste.

  2. M.Villioth

    Hier der wahre Grund:

    „Zudem gehöre aus Sicht des Ministeriums der Betrieb eines Landesgestüts nicht zu der hoheitlichen Aufgabe einer Landesregierung. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Landgestüts sei daher überfällig gewesen.“
    Von wegen Tierschutz…
    Traditionen werden mal wieder platt gemacht.

    • Andreas

      Das ist doch am Ende genau wie in Prussendorf…
      Meiner Meinung nach total verlogen – auf der einen Seite werden Millionen für alle möglichen und
      unmöglichen Dinge zum Fenster hinaus geworfen, auf der anderen Seite wird sich an der „Umöglichkeit“ hochgezogen, eine sechsstellige Summe für ein Landgestüt bereitzustellen.
      Daß die Landgestüte (egal wo) eine lange Tradition haben, spielt auf einmal keine Rolle mehr.
      Meiner Meinung nach sollte man diese Traditionen auf jeden Fall bewahren und nicht überall das
      Profitdenken über alles stellen.

    • Schmidt

      Wenn so ein Landgestüt über 100 Jahre einem Land gehört, ist es doch absurd dass es nun nicht mehr zu den Aufgaben der Landesregierung gehören soll. Sollen wir den Landtag, Weihnachten und Ostern auch abschaffen?

    • Ulrike gräff

      Hessentag total versoffenes fest braucht kein Mensch jedes jahr,dillenburg hat Tradition!!!!hessentag macht nur Millionen minus .stop!

    • Dr. Petra Keller

      Was im Kopf der Ministerin vorgeht, kann man kaum ahnen – aber für jeden seltenen trockenen Grasbüschel oder ein paar Hamster,die man umsiedeln könnte, werden wegen der Grünen Straßenpläne und Baugebiete umgeplant! Von Pferden und deren Bedürfnissen dürfte die gute Frau wohl herzlich wenig Ahnung haben. Ihr zu schreiben bringt gar nichts, mal erhält noch nicht mal irgendeine Mini-Antwort aus ihrem Ministerium von irgendwem. Wahrscheinlich geht sowas gleich in den Rundordner = Abfalleimer! Keller

  3. Tanja Lernet-Wagner

    Bei uns am Ort steht seit Jahren eine gute Reitanlage und Staatsdomäne leer. Hier ist Platz für gut 40 Pferde und einige Koppeln ringsum gibt’s auch. Halle und Reitplätze, alles da, Aurobahnanschluss und Eck. Und mitten in Hessen. Vielleicht kommt jemand auf die Idee das Landgestüt umzuziehen.

  4. M Schwöbel

    Tanja, darum geht es doch eigentlich gar nicht, es geht um das Abschaffen traditioneller Werte, Reiter und Pferde sind in den Augen der Grünen etwas Hochherrschaftliches, Landgestüte kommen aus einer vergangenen Zeit, Traditionen und Kultur zu bewahren würde voraussetzen, dass man Menschen haben möchte, die so etwas auch intellektuell verstehen. So etwas ist aber nicht das Ziel einer solchen Ministerin. Da gibt es auch einen Artikel über das Besetzen des Wasser und Bodenressorts, da kannst du dich mal über Besetzungsmodalitäten dieser Dame informieren.

  5. Schmidt

    Man sollte sich an die Bundesregierung wenden, Kultur, Geschichte, Ausbildungsbetrieb, deutscher Zuchtbetrieb, Werte werden hier vermittelt. All das wird bei den privaten kein Stück gewährleistet. Geld kann ja wohl kein Thema sein, in Flüchtlinge wird Geld gepumpt bis der Krieg ausbricht. Hessen fördert mit der Abschaffung dieses Kulturgutes die Gemeinden, die Pferdesteuer erheben. Solche Politiker gehören sofort abgesetzt. Das Pferd ist für viele Menschen enorm wichtig, meist für die, die eben nicht viel Geld verdienen. Und die leiden darunter. Wir brauchen die Tradition, die Landgestüte und die Reiter!!! Das gehört geschützt. Wenn es in der Stadt liegt, hat es ja jemand bewusst zugebaut, dann aber bitte auch eine Außenstelle fürs Landgestüt schaffen. Die Pferde werden professionell versorgt, bitte argumentieren Sie nicht mit Tierschutz Frau Hinz, wo wir in Massentierhaltung Milch, Fleisch und Geflügel erzeugen, da kümmern Sie sich Mal besser drum.

  6. Silvia Ludwig

    Ich kann es nicht glauben, Jahrhunderte war die Pferdehaltung in Ordnung und ich konnte mich schon davon überzeugen , dass dem so ist. Unsere Landwirtschaft und deren Minister und Abgeordnete sollten sich lieber mal in unseren Schweineställen umsehen. Muttersauen die in einem Kastenstand eingesperrt sind der gerademal so gross ist wie das arne Tier selbst , in diesem ist kein umdrehen möglich und die Füße der Tiere schauen darüber hinaus. Dort wird der Tierschutz mit Duldung der Politik jeden Tag mit Füßen getreten und dieses auf massivste Weise . Der wahre Grund für die Schliessung von Dillenburg ist , ein Gestüt kostet Geld mit den Schweinen lässt sich viel verdienen. Schafft endlich diese grausamen Kastenstände ab setzt euch für den Tierschutz auch bei der Hühnerhaltung . Ich hab den Eindruck Tierschutz ist in der Politik ganz weithhinten angekommen. So kann ich euch nicht wählen. Silvia Ludwig Bad Camberg

  7. H.-W. Hellmann

    Auch auf die Gefahr hin, hier wenig freundliche Kommentare zu ernten…dem Grunde nach ist die Entscheidung des Landes Hessen, sich von einem Staatsbetrieb zu trennen, der mit seiner Hengsthaltung schon seit Jahrzehnten keine staatliche Funktion mehr erfüllt, nachvollziehbar. Die jetzt „ausgedachte“ Begründung freilich, es gehe um den Tierschutz, ist schlichtweg ein Witz. Vor allem, weil man sich damit auf ein Gerichtsurteil des VG Düsseldorf aus dem Jahr 2006 bezieht. Es dauerte also immerhin mehr als 10 Jahre, bis in der Wiesbadener Ministerialbürokratie aufgefallen ist, dass in Dillenburg das Tierwohl nicht beachtet wird. Es darf gelacht werden.
    Dass sich das Land irgendwann einmal aus seinem Landgestüt zurückziehen wird, ist nicht erst seit heute bekannt. Unter durchaus fadenscheinigen (politischen und wahltaktischen) Gründen wurde jedoch bis zuletzt an der Einrichtung festgehalten, ja in den vergangenen Jahren noch Millionen in die denkmalgeschützten Gebäude gepumpt. Man kann nur hoffen, dass sich ein engagierter Privatzinvestor findet, der hier einsteigt und für eine sinnvolle Folgenutzung sorgt. Vor einigen Jahren gab es den schon einmal in Form eines in alte Gebäudesubstanzen verliebten Architekten aus dem Raum Wetzlar. Damals war er den politisch Verantwortlichen nicht gut genug. Vielleicht wären sie froh, wenn es einen solchen Retter heute wieder geben würde.

  8. MiMuel

    Hallo,
    ich habe keine Ahnung von Pferden!
    Vor zwei Wochen war ich in Sachsen auf der Moritzburg. Direkt davor steht das sächsische Landesgestüt – wunderbar saniert – mit viel Geld. Auch die Internetseite ist sehr gut. Ich wohne in Dillenburg und kann nicht verstehen, dass das Land Hessen nicht zu ähnlichem fähig ist – oder werden die auch mit Bundesmitteln gesponsert. Vermutlich passt es in den politischen Kontext, dass Erneuerer am Werk sind und nicht Bewahrer. Will sagen traditionelle Werte und Institutionen müssen rigoros kastriert werden!

  9. Hubert L.

    Warum ein Landgestüt? Ein Grund ist sicherlich die Erhaltung einer seit Jahrhunderten besonderen Genetik. Genau dafür machen sich doch gerade viele den Grünen nahestehende Organisationen und Ökobetriebe in der Landwirtschaft stark. Die Entscheidung ein Landgestüt, mit dem vorgeschobenen Argument des Tierschutzes, zu schliessen zeigt die Inkompetenz eines Grün geführten Ministeriums. Pferde benötigen, wie auch z. B. Haustiere, täglich ausreichende Bewegung bzw. Auslauf. Ohne das ich die genauen Voraussetzungen in Dillenburg kenne, gehe ich davon aus, dass den Pferden dies in den letzten hundert Jahren täglich zuteil wurde. Ob der Auslauf auf einer grünen Wiese oder auf einen Sandplatz erfolgt ist wohl eher nebensächlich, da die paar Grashalme die ein Pferd in dieser Zeit auf einer Wiese fressen würde zudem die Zeit für die Bewegung verringert. Ich bin sicher das die Pferde in Dillenburg eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende ausgewogene täglich Futterration erhalten und somit sich Zeit für die Futtersuche erübrigt. Das Tier ist dann zufrieden, wenn Zugang zu qualitativ gutem Wasser und Futter hat und seinem natürlichen Bewegungsdrang erfüllen kann. Selbst die Wildpferde im Meerfelder Bruch gallopieren nicht täglich stundenlang.
    Im Ergebnis zeigt diese Entscheidung der Ministerin, dass sie nicht fähig ist Dinge rund um die (Nutz)Tierhaltung auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu beurteilen, sondern Entscheidungen aus ideologischer Sicht trifft und geneigt ist die Tierhaltung zu vermenschlichen.
    Nicht alles was der Mensch mit seinen Augen sieht und für gut befindet ist 1:1 auf das Tier übertragbar. Dillenburg ist nur ein Beispiel. Fragt doch mal die Sauenhalter in Hessen und Sachsen-Anhalt – beides Länder die mit fachfremden Ministerinnen der Grünen besetzt sind!

  10. Dr. Eileen Piechot

    Ohne Erinnerung an die Vergangenheit, sind unsere Kinder der Zukunft schutzlos ausgeliefert.

    Es erfüllt mich mit Trauer und Verzweiflung, dass Kultur und altes Wissen in unserem Land keinen Stellenwert mehr haben.

  11. Karin F.

    Ende 2018 wird in Hessen der Landtag neu gewählt – dann wäre die Gelegenheit sich für diese zweifelhafte Entscheidung zu revanchieren und ein klares Statement zu einer solchen Politik abzugeben. Das sollte sich diese gewisse Partei und eine Frau Hinz mal überlegen. Schließlich wurde sie als Volksvertretung gewählt und entscheidet hier offensichtlich gegen eine Mehrheit im Volk! Ein Schelm wer dahinter wirtschaftliche Klüngelei vermutet…..

  12. Hartmut Schütz

    Ich unterschreibe , weil es eine Schande ist , das Landgestüt zu schließen . Zuerst wurde der Verband hessischer Pferdezüchter von den Hannoveranern geschluckt , jetzt setzen die Kapuzen von der Landesregierung noch einen drauf und machen das Landgestüt zu und das auf Grund der an den Haaren herbeigezogenen Berufung auf den Tierschutz !!!
    Wenn auch die Privathengsthaltung Dillenburg den Rang abgelaufen hat , so ist es doch ein wertvolles Kulturgut , dass es zu erhalten gilt .

  13. Lapa

    Das ist doch von der Stadt Dillenburg eine große Geschichte. Der jenige, der hat das entschieden hat nur Augen für eigene Interessen. Die Geschichte wird von diese Entscheidung einfach ermordet ( ToT getrampelt). Das Leben jest kurz und Geld ist nicht alles. Nur die Geschichte für unsere nachkommen Soll erhalten bleiben.
    Ich glaube,das Vernunft für die Geschichte nicht für eigene Interessen wird auf erste Stelle stehen.

  14. Plocks

    Ich reite bereits seit vielen Jahren, war schon beim besagten Landesgestüt für einen Lehrgang – und halte die Schließung für richtig. Umso erstaunlicher finde ich all die Empörung, die sich nun auftut.
    Als Gründe wurden gleich mehrere angegeben, nämlich dass das Ministerium dies nicht als Aufgabe des Landes versteht (was ich auch als Reiterin völlig verständlich finde), die Kosten (über 1 Millionen im Jahr aus Landesmitteln) und dass das Gestüt – als Projekt des Landes wohlgemerkt, mit einer Vorbildfunktion – selbst mit besprochenen Änderungen keinen mehrstündigen Auslauf bereitstellen könnte und somit die Pferde nicht tierschutzgerecht halten kann. Eine sinnvolle Entscheidung also.

    • Conny

      Es gab von Seiten der Stadt mehrere Vorschläge, wie man das Problem mit dem Auslauf für die Pferde lösen konnte. Keiner davon wurde überhaupt nur diskutiert. Das heisst also, es ist gar kein Interesse der Ministerin da, das Tierwohl zu steigern 😉 Soviel zum Thema Vorbildfunktion – denn viele pferdewirtschaftliche Betriebe stehen vor ähnlichen Problemen. Da könnte man doch auch mit gutem Beispiel vorangehen, wie man solche Probleme löst.

      Lt. Schreiben des Bürgermeisters von Dillenburg hat der hessische Landesrechnungshof festgestellt, dass die sinnvollste wirtschaftliche Lösung eine Weiterführung des Gestütsbetriebes wäre.

      Inzwischen setzen sich auch Nachbargemeinden für den Erhalt ein – weil sie um touristische Einnahmen fürchten. Es ist also nicht nur eine Stadt sondern eine Region betroffen.

      Ich denke, das ist alles eine Menge „Food for thought“. Einfach nur der Argumentation der Ministerin zu folgen ist glaube ich in diesem Fall sehr kurzsichtig.

  15. Pferdewohl vor Tradition

    Auch auf die Gefaht hin beschimpft zu werden. …ich halte die Entscheidung für richtig und längst überfällig. Pferde in Boxen zu halten und ihnen nicht wenigstens ein paar Stunden am Tag sebstbestimmte Bewegung zu gönnen ist sowas von falsch. Egal ob Zuchthengst oder nicht egal ob privater Reitstall oder Landgestüt . Gerade der Staat sollte da mit gutem Beispiel voran gehen. Also wenigstens Standort wechsel. Ich habe seit 40 Jahren Pferde und auch Hengste und stellt euch vor auch die sind draußen und in Gesellschaft glücklicher. Um Schweine die nur ein halbes Jahr in einem Aufzuchtstall leben wird geschiss gemacht ohne Ende aber um Pferde die 30 Jahre in Boxenhaltung und Einzelhaft leben müssen schert sich kein Mensch.


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