Dopingfall bei Westfälischer Hauptkörung, Reservesieger betroffen

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Bei der Westfälischen Hauptkörung wurden dem Anti-Doping- und Medikations-Reglement (ADMR) entsprechend Dopingproben genommen. Bei einem der Reservesieger wurde die verbotene Substanz Acepromazin gefunden.

Es handelt sich um die Katalognummer 50 v. Vitalis-Krack C der Westfälischen Hauptkörung 2018. Ausgestellt wurde der Hengst von der Reesink Pferde GmbH. Über die anschließende Auktion wechselte er für 370.000 Euro in angeblich belgischen Besitz und ist nun auf der Station Beckmann zuhause (dazu später mehr), wo er unter dem Namen Vaderland wirken soll.

Körurteil aberkannt

Doch nach der positiven Dopingprobe ist der Hengst nicht mehr gekört. Acepromazin ist ein Beruhigungsmittel. Auf der Website des Westfälischen Pferdestammbuchs heißt es: „Der Verstoß gegen die Körordnung mittels Verabreichung des vorstehenden Inhaltsstoffes hat zur Folge, dass von der Zuchtleitung das Körurteil und auch die Prämierung aberkannt werden.“

Der Aussteller des Hengstes hat sich gegenüber dem Verband bereits geäußert. Man verzichte auf das Öffnen der B-Probe, „da sich die positive Medikation mit einem Tierklinik-Aufenthalt unmittelbar vor Körungsbeginn in Verbindung bringen ließe“.

Der Verband dazu: „Unabhängig von der Frage der Zulässigkeit der dort (in der Tierklinik) erfolgten Behandlung, wurde die Medikation im Körbüro nicht angegeben, so dass auch keine Vorabentscheidung durch die Verbandstierärzte hätte erfolgen können.“

Wie geht es weiter?

Aufgrund seines „grundsätzlichen Potenzials“ darf der Hengst erneut vorgestellt werden. Bis Ende Februar 2019 soll der Hengst in Münster-Handorf noch einmal den gesamten Körablauf absolvieren. Es wird auch hier eine Medikationskontrolle durchgeführt. Die Kosten trägt der Aussteller.

Möglicherweise kommen noch weitere Folgen auf den Aussteller zu. Der Verband will weitere Schritte prüfen, denn die Hengstaussteller haben über die Körordnung bzw. die Ausschreibung der Westfälischen Hauptkörung den ADMR-Richtlinien gemäß der Leistungsprüfungsordnung LPO zugestimmt.

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Das sagt die Hengststation Beckmann

Auf ihrer Facebook-Seite hat die Hengststation Beckmann eine Stellungnahme in der Angelegenheit abgegeben: „Die Nachricht traf uns völlig unerwartet und hat uns sehr erschreckt. Vaderland wurde uns nach der Körung von Herrn Dalsem als Pachthengst angeboten, es steht uns daher nicht zu, Umstände und Entscheidungen aus vor dieser Zeit zu kommentieren.“

Hierbei ist anzumerken, dass es geheißen hatte, der Hengst sei nach Belgien gewechselt. Aber es wurde kein Name dieses belgischen Käufers genannt. Nun ist hier von „Herrn Dalsem“ die Rede. Gemeint ist wohl der niederländische Investor Jan-Pieter Dalsem.

Die Hengststation Beckmann schreibt, die Chance, den Hengst erneut vorzustellen, werde man „selbstverständlich nutzen“. Dafür musste umdisponiert werden: „Vaderland wird – anders als geplant – von seinem Weihnachts-Wellness-Aufenthalt zunächst bei Pascal Kandziora einziehen und dort in Ruhe und bewährter Manier auf die erneute Vorstellung bei der Körkommission vorbereitet. Bei Pascal wissen wir den Hengst in besten Händen und sind zuversichtlich, Vaderland rechtzeitig zu Beginn der Decksaison mit allen Legitimationen versehen wieder in unserem Hengststall zu wissen“, so die Station Beckmann.

Vaderland hatte in den vergangenen Wochen einen „Weihnachts-Wellness-Aufenthalt“ in einem Tierphysiotherapie-, Rehabilitations- und Pensionszentrum genossen. Das hatte die Station Beckmann schon vor ein paar Tagen zusammen mit einem Video des Hengstes im Aquatrainer gepostet.

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