Elmshorn: Casall stellt Holsteiner Stutenkönigin 2017

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Holsteiner Siegerstute 2017: Graziella BB v. Casall (© Bugtrup)

Im Jahr seines sportlichen Abschieds trumpft Holsteins Superheld Casall noch einmal richtig auf. Auch züchterisch.

Sportliche Eleganz, energischer Trab, raumgreifender Schritt und eine makellose Silhouette zeichnet die Siegerstute der diesjährigen Holsteiner Verbandsstutenschau aus. Graziella BB v. Casall-Cassiano-Contendro II, Stamm 104 A aus der Zucht des Schweizers Manfred Birchler stand an der Spitze der 51 dreijährigen Stuten, die sich auf der Verbandsanlage in Elmshorn der Jury (Dr. Thomas Nissen, Jochen Ahsbahs , Dr. Eva-Maria Junkelmann) präsentierten. Zum Sieg der Braunen mit 1,68 Meter Stockmaß trug nicht unwesentlich auch die hervorragende Stutenprüfung bei, die Graziella BB abgelegt hatte.

Schwere Entscheidung

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Reservesiegerstute der Holsteiner Stutenschau 2017: Gitania II v. Lux Z (© Bugtrup)

Ihr stand die erste Reservesiegerin in nichts nach, auch sie hätte man sich mit der Siegerschärpe vorstellen können. Gitania II v. Lux Z-Cassini II-Calando I, Stamm 776,  ließ ebenfalls keine Wünsche offen. Sie präsentierte sich edel, gangstark, gut bemuskelt mit trockener Textur. Jeder Zoll an ihr ist das Spitzenpferd von morgen. Mit 1,75 Meter Stockmaß war sie vielleicht an der oberen Grenze des für eine Mutterstute Wünschenswerten.

Es war ein Glücksfall für Familie Lüneburg gewesen, dass sie vor vier Jahren an Samen des Ausnahmevererbers Lux Z gekommen war. Als Züchter fungierte der Sohn Rasmus des früheren Holsteiner Verbandsvorsitzenden Jan Lüneburg, selbst ein erfolgreicher Springreiter.  Jetzt soll Gitania gedeckt werden und dann, ob tragend oder nicht, auf die Weide. Wie es sich für ein dreijähriges Pferd gehört und der im Moment noch etwas hochgezogenen Gitania besonders gut tun wird. Berichterstatter Burkhard Wahler lobte das „hochnoble Modell mit eleganter Halsung, das jeder Bundeszucht gut zu Gesicht stehen würde“.

Casall-Blut zum Zweiten

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Galina v. Cascadello. zweite Reservesiegerstute in Holstein 2017. (© Bugtrup)

Zur 2. Reservesiegerin kürte die Jury Galina v. Cascadello I-Cassini I-Caligula I, Züchter und Besitzer Reimer Hennings, Bendorf. Die Züchterfamilie Hennings, wohl über die Jahre die erfolgreichsten Stutenaussteller in Elmshorn, hatte insgesamt vier Pferde nach Elmshorn gebracht. Auch die 1,72 Meter große Galina kann eine ausgezeichnete Leistungsprüfung vorweisen.

Eine weitere Cascadello I-Tochter erhielt den Sonderehrenpreis für die beste Bewegungsstute, Grace I aus einer Aljano-Capitol I-Mutter.

Erstes Freispringen der Stuten

Doch es ging in diesem Jahr in Elmshorn nicht nur um Schönheit und zwei gute Grundgangarten (Schritt und Trab). Erstmals hatten die Aussteller die Gelegenheit, ihre Stuten am Tag zuvor beim Freispringen in der Elmshorner Dressurhalle zu präsentieren. Das Angebot war freiwillig. 16 Stuten traten an. „Wir sehen dies als zusätzliches Angebot, um Sportlichkeit und Leistungsfähigkeit zu zeigen“, sagte Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen. Wahler lobte dies als den „richtigen Weg für eine Springpferdezucht“.

Die vier bestplatzierten Springstuten vervollständigten den Endring, als Siegerin wurde die 1,72 Meter große Golden Dream A v. Cascadello I-Calido I-Acorado ausgezeichnet. Ihr Springen war der Jury eine 9,8 wert, bei der Präsentation am nächsten Tag benahm sich Golden Dream etwas ungebärdig, was, nett gesagt, auch für ihre Konstitution spricht. Für Wahler verkörperte sie den kalibrigen Typ des alten Holsteiners, den es unbedingt zu erhalten gelte.

Zweitbeste Stute beim Springen war die Diarado-Tochter Gloria MS, mit glänzender schwarzer Jacke, sie hatte die Note 9,4  erhalten. Mit 9,0 gemeinsam auf Platz drei landeten die Schimmelstuten Ginger II v. Quidam de Revel-Cento-Contago, immerhin Tochter und Enkelin von Olympiahengsten, und die leichtfüßige Granada III v. Connor-Clinton I-Calido I.

Züchterstatistik

Nur 55 Stuten hatten es von 270 Kandidatinnen auf den Bezirksschauen nach Elmshorn geschafft, 51 traten am Ende an, deutlich weniger als noch vor einem Jahrzehnt und eine Folge des Rückgangs im Zuchtpferdebestand. Die selektierten Stuten hatten 35 verschiedene Väter, Casall war mit zehn Töchtern, Cascadello I mit sieben vertreten. Zwei Stuten hatten einen Vollblutvater, die großrahmige etwas eckige Grace II v. Ibisco xx-Corlano-Caletto I und die hübsche patente Gina L von Fragonard xx-Contender –Landgraf I, die sich leichtfüßig mit etwas Knieaktion bewegte. Vorausgesetzt ihr Springen ist ebenso patent, entspricht sie genau dem, was man sich unter einer Halblutstute in der Zucht vorstellt. Sie passt fast zu jedem Hengst in Holstein und davon könnte es ruhig ein paar mehr geben.

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