Elmshorn: Holsteins beste Stuten, die Landeschampions und die Sieger im Reitpferdechampionat

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Holsteiner Stutenchampionesse 2021: La Perla v. Casall (© Bugtrup)

Am letzten Tag des Landesturniers in Elmshorn wurden die fünf- und sechsjährigen Holsteiner Springpferdechampions gekürt, ferner die besten Reitpferde des Nordens und die besten dreijährigen Stuten.

Die großrahmige Casall-Tochter La Perla wurde zur Siegerin der diesjährigen Verbandsstutenschau in Elmshorn gekürt. Stattliche 1,70 Meter groß, mit schicker schwarzbrauner Jacke und eleganter Silhouette federte La Perla in eindrucksvollen Tritten über den Sandplatz. Da habe man nicht lange überlegen müssen, sagte ein Mitglied der Prämierungskommission anschließend. Die erst Mitte Juni geborene La Perla wurde von Katja Claußen-Brühe in Seeth-Eckholt gezogen. Auch ihr weiteres Pedigree – Contender-Latino-Farnese – enthält bewährtes Holsteiner Leistungsblut.

Erste Reservesiegerin wurde Lundina BB v. Cascadello-Chicago Z-Libertino-Tin Rocco aus der renommierten Zucht des Schweizers Manfred Birchler. Mit 1,62 Meter Stockmaß war sie zwar für Holsteiner Verhältnisse und im Vergleich zu ihren Mitbewerberinnen, die meist um die 1,70 Meter maßen, eher klein, aber mit einer Stutenleistungsprüfungsnote von 9,1 herausragend. Auch das wird ja bei der Prämierung zu Recht berücksichtigt.

Ein edles Leistungsmodell vom leichteren Schlage war die zweite Reservesiegerin Lalida v. Million Dollar-Calido I-Leonid-Caletto II, Züchter Zuchtgemeinschaft Oldekop, Schönwalde. In der Mutterlinie der Schimmelstute finden sich in den ersten drei Generationen nicht weniger als 62 Sternchen, die ja bekanntlich einer Stute für besondere Erfolge in Zucht und Sport gutgeschrieben werden.

Dressursiegerin

Zur Dressursiegerin wurde Lady Sunshine v. Amber-Larimar-Contender-Constant ausgerufen, gezogen und im Besitz von Ekkehard Kraas, St.Peter-Ording, ein edles Modell, bei der es, so Kommentator Heinrich-Plaas-Beisemann altersbedingt noch etwas an Muskulatur der Hinterhand fehle. Die elegante Stute könnte noch etwas energischer aus der Hinterhand Richtung Schwerpunkt abfußen, aber damit war sie nicht allein.

Dressur-Reservesiegerin wurde Lucille v. Zack-Colman-Lordship-Corleaone, aus dem berühmten Stamm 18A2, gezogen von Michael Eitel aus Freihung-Thansuess.

Resümee

Nur 35 Stuten stellten sich in diesem Jahr den Richtern (zum ersten Mal der neue Zuchtleiter Stephan Haarhoff, Jens Hauschild und Heino Kracht). In besseren Zeiten waren es schon dreimal soviel gewesen. Die Stuten präsentierten sich in fünf Ringen, vier waren als „Springpferderinge“ deklariert, der dritte Ring als „Dressurring“ mit Stuten vornehmlich mit Dressurabstammungen. Es war der Einschätzung der Besitzer überlassen, in welchem Ring sie ihre Stute vorstellen wollten. Falls jemand in Elmshorn war, der ein Dressurpferd suchte, wäre er freilich nicht unbedingt in diesem Ring fündig geworden. Traben konnten viele andere Stuten auch, manche besser. Und schöne, moderne Sportpferdemodelle waren die Stuten des Dreijährigen-Jahrgangs 2021 auch allesamt.

Die Landeschampions

Ein Wiedersehen mit der besten Holsteiner Dressurstute des Jahres 2020 gab es beim Reitpferdechampionat, dem Holsteiner Future Cup 2021. Die bildschöne Fuchssstute Kaviera v. Zack-Aljano aus der bewährten Zucht der Familie Ellerbrock und inzwischen im Besitz der Familie Schmitz-Morkramer, die mit den Ellerbrock-Pferden ja bereits große Erfolge feiern konnte (Lavissaro/Allegra Schmitz-Morkramer), gewann Silber. Vorgestellt wurde sie von Christina Ellendt. Eine 8,2 stand als Endnote da, nachdem das Richter-Trio Harm Sievers, Dierk Groth und Peter Schmerling ihr für Trab und altersgemäße Ausbildung eine 8,5 und in allen anderen Kriterien (Schritt, Galopp, Exterieur) eine 8,0 gegeben hatten.

Besser war nur die erst dreijährige Let’s Dance v. Cascadello-Carpaccio aus der Zucht von Sonja Franzenburg-Much und unter dem Sattel ihrer Besitzerin Franziska Lucht. Sie erhielt eine 9 im Galopp und für Trab und Schritt jeweils eine 8,5. Zusammen mit 8,0 für Ausbildung und Exterieur ergab das eine Endnote von 8,4.

Die Bronzemedaille sicherte sich eine weitere Stute, die von Markus Holdt vorgestellte, ebenfalls erst dreijährige La Quanta v. Quantensprung-Don Primero (Z.: Margret Heissmann, B.: BG Borchardt). Trab, Galopp und Exterieur waren den Richtern eine 8,0 wert. 8,5 gab es im Bereich Ausbildung,  7,5 für den Schritt.

Fünfjährige Springpferde

Der Cornet Obolensky-Cassini-Sohn Cousin (Z.: Joachim Schiedel) aus dem Besitz von Manfred von Allwörden war bereits als Seriensieger mit dem Iren Diarmud Howley nach Elmshorn gekommen und bestätigte hier die Einschätzungen der Richter auf anderen Turnieren. Beide seiner Umläufe heute im Finale des Championats der fünfjährigen Holsteiner Springpferde waren mit einer Wertnote von 8,8 bedacht worden. Machten also 17,6 Punkte in Summe und den Titel für Cousin.

Silber holte mit 8,5 und ebenfalls 8,8 die Stute Intschutschuna v. Brantzau-Companiero unter Thea Jelcic und gezogen und im Besitz von Sven Völz. Bronze ging ebenfalls in den Stall von Allwörden, dank des Diamant de Semilly-Sohns Diamant de Operette VA, der auch von Diarmud Howley vorgestellt worden war. Seine erste Runde wurde mit 8,4 bewertet, die zweite ebenfalls mit 8,8.

Sechsjährige Springpferde

Für Maximilian Gräfe dürfte das heute ein Tag der gemischten Gefühle gewesen sein – Freude über den Titel im Landeschampionat der Sechsjährigen mit dem Star unter seinen Berittpferden der Holsteiner Hengsthaltung, dem Cornet Obolensky-Candillo-Sohn Crack, aber auch Abschiedsschmerz. Für Gräfe beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, nachdem er beim Verband gekündigt hat, und Crack zieht in wenigen Wochen um nach Hessen, um von Richard Vogel aufs Bundeschampionat vorbereitet zu werden.

Besser hätte Gräfes Abschied wohl nicht laufen können als mit dem Titel auf „seinem“ Schimmel. Die Sechsjährigen mussten eine Spezialspringpferdeprüfung Klasse M** mit Stechen absolvieren. Im ersten Umlauf erhielt Crack eine 8,6, die zweitbeste Note des Lots nach der 8,8 für den von Harm Sievers gezogenen Riscalino v. Riscal mit Andreas Erni im Sattel. Aber die Entscheidung in diesem Springen fiel im Stechen, wo allein Fehler und Zeit eine Rolle spielten. Crack demonstrierte eindrucksvoll, dass er nicht nur schön, sondern auch effizient Springen kann: fehlerfreie Runde in 39,01 Sekunden.

Silber ging an den Wallach Caillan v. Casall-Carry, gezogen und im Besitz von Gerd Ohlsen und präsentiert von Antonia-Selina Brinkop (0/39,74).

Sven Gero Hünecke, der gestern schon den Champion der Siebenjährigen unter dem Sattel gehabt hatte, stellte die Bronzemedaillengewinnerin vor: die Stute High Level v. Livello-King Milford xx (0/40,57). Hier ist Jens Hauschildt Züchter und Besitzer in Personalunion.

Besagter Riscalino war mit 43,62 Sekunden deutlich langsamer unterwegs und wurde Vierter.

Gabriele Pochhammer

Alle Ergebnisse vom Holsteiner Landesturnier finden Sie hier.