Hannoveraner Körung 2022: 18 Springhengste gekört, sieben prämiert

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Minimax' kleiner Bruder, in Verden gekört und prämiert. (© facebook.com/HannoveranerVerband)

Fünf Ringe mit insgesamt 33 jungen Springhengsten stellten sich dieses Wochenende der Hannoveraner Körkommission. Gekört wurde am Ende gut die Hälfte und sieben erhielten zudem eine Prämie.

Herausgestellt und mit der Schärpe für die Prämienhengste geschmückt wurde gleich die Katalognummer 1, ein kraftvoller Schimmel, der seinen Vater, Marcus Ehnings Cornado, optisch nicht verleugnen kann. Auf der Mutterseite geht es weiter mit dem Acord II-Sohn Antaeus und Don Juan. Wem die Abstammung bekannt vorkommt, der Hengst ist der Vollbruder zu Janne Friederike Meyer-Zimmermanns Minimax. Züchter ist Wilhelm Harling aus Sottrum. Über die Verdener Fohlenauktion wechselte der Hengst ins Gestüt Eichenhain, das hier als Aussteller auftrat. Bei der anschließenden Auktion kostete der Schimmel 75.000 Euro. Er demnächst seinem großen Bruder bei Janne Meyer Gesellschaft leisten.

Nochmal das Cornet Obolensky-Blut mit einer Prämie, diesmal über die Katalognummer 13, einen Sohn des Comme il faut aus einer Quality-Zacharias-Mutter, gezogen und ausgestellt von Tessa Pfeil. Die Mutter brachte schon das internationale Springpferd Swedish Dynamite (Martin Dinesen/DEN). Er kostete 115.000 Euro.

Nicht verkäuflich war die prämierte Katalognummer 17, ein Hengst, der nicht nur für Spring-, sondern auch für Vielseitigkeitszüchter interessant ist. Seine Mutter Chica ist nämlich die Vollschwester zu Busch-Superstar Chipmunk. Dessen Züchter Dr. Hilmer Meyer-Kulenkampff zeichnet auch für diesen Youngster verantwortlich, bei dem er Chica mit Conthargos angepaart hat, also auch noch Inzucht auf Contender. Schon das Pedigree fand die Familie Hoffrogge (der wir übrigens unsere Reportage in St.GEORG 12/22 gewidmet haben, die man hier bestellen kann) so interessant, dass sie den schicken Dunkelbraunen erwarben. Dieses Wochenende zeigte er, dass er hält, was sein Pedigree verspricht. Er wird also bald über die Hengststation Hoffrogge zu beziehen sein.

„Cornet“ Nummer drei im Prämenlot war die Katalognummer 18, auch er hinsichtlich seines Pedigrees ein ganz besonderer Hengst. Väterlicherseits geht er über Cornet’s Edition auf Jahrhundertvererber Cornet Obolensky zurück. Als Cornet’s Edition 2020 als Vierjähriger seinen Sporttest in Verden mit Spitzennoten gewann, dürfte sich Wilhelm Leymann in Bassum auf die Schulter geklopft haben. Im selben Jahr brachte nämlich seine Stute Dorina v. Drosselklang II-Grannus, ein Hengstfohlen von Cornet’s Edition zur Welt. Interessante Anpaarung – ein Junghengst mit einer Stute, die dank ihrer Tochter, Eric Lamazes Fine Lady, dafür gesorgt hat, dass Hannoveraner Springpferde in den vergangenen Jahren auch bei Championaten in den Medaillenrängen waren. Das Ergebnis ist ein bildschöner Schimmel, den der Aussteller, Holger Baum aus Hofheim, dem auch Cornet’s Edition gehört, nicht verkaufen wollte.

Der ehemalige OS-Reservesieger For Treasure VDL hatte zwei Söhne in Verden im Rennen, von denen der eine nicht gekört wurde, der andere aber, die Katalognummer 28, eine Prämie erhielt. Er kommt aus einer hoch dekorierten Stutenfamilie. Seine Mutter Serafina B v. Stakkato ist die Vollschwester zu EM-Teilnehmer Saint Amour (Svante Johannsen/SWE) und weiteren gekörten Hengsten und internationalen Sportpferden. Die Mutter, Sarah v. Sherlock Holmes, war Hannoveraner Stute des Jahres 2017. Züchterisch verantwortlich ist hier die Familie Bräuer aus Elze. Die konnte sich heute über einen Zuschlagspreis von 107.000 Euro freuen.

Der Celler Landbeschäler Grey Top stellte mit der Katalognummer 29 ebenfalls einen Prämienhengst. Die Mutter, La Luna v. Ludwigs As-Lordanos hat mit Daichi bereits einen gekörten Sohn. Züchter ist hier Heino Henning aus Hechthausen, Aussteller Peter Dieckmann in Odenthal. Der Hengst kostete 38.500 Euro.

Noch ein Prämienhengst von einem Celler Landbeschäler: die Katalognummer 31 v. Perigueux in Kombination mit einer Carenzo-Balou du Rouet-Mutter. Die ZG Hagenah aus Oerel war Züchter und Aussteller. Für den bunten Fuchs mit markanten blauen Augen fiel der Hammer bei 42.000 Euro.

Die Preisspitze der Auktion war übrigens nicht in der Reihe der Prämienhengste. Mit 120.000 Euro Zuschlagspreis war der Rheinländer Aganix du Seigneur-Acorado-Stakkato-Sohn mit der Nummer zwei teuerster Hengst. Aus seinem Stamm ging zum Beispiel das 1,60 Springpferd Canstakko von Takashi Haase hervor sowie Lars Niebergs Mannschaftsolympiasieger Esprit v. Eiger. Frank Johannsen in Buxtehude ist hier Züchter und Aussteller.

Die Kollektion inklusive Körstatus finden Sie hier, die Auktionsergebnisse hier.