Holsteiner Auktion: Spitzenpreis erzielt ein Dressurpferd!

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Zoolaboo v. Zack erzielte mit 165.000 Euro den Spitzenpreis der Holsteiner Auktion. (© Janne Bugtrup)

In der Hochburg der Springpferde, beim Holsteiner Verband, war den Bietern am Wochenende ein Dressurpferd v. Zack am meisten Geld wert. Die Auszeichnung „Holsteiner Züchter des Jahres 2021“ wurde einem Züchter zuteil, bei dem das Pferd der Mannschaftsolympiasiegerin Laura Collett (GBR) zur Welt kam.

38 Elite-Reitpferde umfasste die Kollektion der Holsteiner Auktion, die am Wochenende in den Holstenhallen in Neumünster stattfand.

Die Katalognummer 141, der vierjährige Zoolaboo v. Zack aus einer Lorentin I-Mutter weckte dort das größte Interesse. Zoolaboo aus der Zucht von Peter Blohm verließ bereits Reitpferdeprüfungen als Sieger. Der Hammer fiel für den Schwarzbraunen bei 165.000 Euro. Seine neue Heimat befindet sich in Österreich.

Mit doch deutlichem Abstand war die dreijährige Schimmelstute Carolina v. Canvaro zweitteuerstes Pferd der Auktion. 79.500 Euro war die Stute aus einer Carolino-Mutter und der Zucht von Reimer Detlef Hennings ihren neuen Besitzern aus den USA wert.

Die b-Horses GmbH mit Geschäftsführer Fabian Kühl kauft regelmäßig auf den Holsteiner Auktionen einen, so auch dieses Mal. Die Stute Ida von der Söhr kann bereits Turniererfolge vorweisen und stammt ab v. Vigo d’Arsouilles-Chambertin (Z: Christian Schröder). Von Auktionator Hendrik Schulze-Rückamp gab es bei 62.000 Euro den Zuschlag.

Auch die Mannschafts- und Einzel-Europameisterin von Avenches 2021, Nicola Wilson aus Großbritannien, war am Wochenende in den Holstenhallen zugegen. Sie wurde dort nämlich für ihre Erfolge mit dem ehemaligen Holsteiner Auktionspferd Dublin v. Diarado geehrt. Und wo sie schon mal da war, sicherte sie sich gemeinsam mit Dublins Mitbesitzerin Deirdre Johnston (GBR) den großrahmigen Quintus v. Quibery-Limbus aus der Zucht von Hobe Magens. 50.000 Euro kostete der Braune.

Der Durchschnittspreis für die 38 Elite-Reitpferde betrug 36.700 Euro.

London-Züchter Ocke Riewerts ist Holsteiner Züchter des Jahres

Die gute Seeluft auf der Nordsee-Insel Föhr war es, die das Pferd der diesjährigen Mannschafts-Olympiasiegerin in der Vielseitigkeit in Tokio, Laura Collett, mit den ersten Atemzügen aufsog. London v. Landos kam bei Ocke Riewerts aus Alkersum im Jahr 2009 zur Welt und wurde dann als Fohlen verkauft. Er wurde als Hengstanwärter aufgezogen, bestritt die ersten Jungpferde-Turniere und wurde dort vom Vielseitigkeitsreiter Peter Thomsen entdeckt. Seit 2016 steht London bei Collett im Stall. Mit ihr ging es dann hoch hinaus: Mehrere Siege und Platzierungen in internationalen Vielseitigkeiten bis auf Fünf-Sterne-Niveau, unter anderem siegte er bei der Fünf-Sterne-Vielseitigkeit in Pau 2020.

Auch dieses Jahr bescherte der Landos-Sohn seinem 61-jährigen Züchter einen unvergesslichen Moment. Mit der Mannschaft siegten die Briten souverän bei den Olympischen Spielen von Tokio 2021, und Teammitglied Laura Collett saß dabei im Sattel von London. Durch seine Erfolge verhalf er Riewerts im WBFSH-Ranking 2021 sogar zur Spitzenposition der Züchter von Vielseitigkeitspferden – ein großer Erfolg für den Föhrer Züchter, der bereits seit 1992 Mitglied beim Holsteiner Verband ist.

Für seine Verdienste um die Zucht des Holsteiner Pferdes wurde Ocke Riewerts nun im Rahmen der Holsteiner Auktion mit der Landgraf I-Statue geehrt. „Das gibt es nur einmal im Leben“, lautete Riewerts bescheidener Kommentar dazu. Außerdem wären die Erfolge ohne die Hilfe seiner Frau niemals möglich gewesen, so der Föhrer.

Janne Bugtrup

Ocke Riewerts (2. v. li.) ist Holsteiner Züchter des Jahres 2021. (© Janne Bugtrup)

Silberne Ehrennadeln für Hauschildt, Hamann und Pollara

Noch weitere Auszeichnungen wurden Personen für ihr Engagement rund um den Holsteiner Verband zuteil. Jens Hauschildt und Hinrich Haman wurden mit der Silbernen Ehrennadel für ihr langjähriges Wirken in der Körkommission des Verbandes bedacht.

Francesca Pollara sorgte mit der Vermittlung von Holsteiner Pferden an internationale Top-Reiter dafür, dass die Karriere dieser Pferde den richtigen Weg einschlug. So hatte sie beispielsweise den amtierenden Europameister Dublin v. Diarado sowie die Weltmeisterin der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde, Cute Girl v. Coventry, vermittelt, nachdem sie sie einst auf Auktionen des Holsteiner Verbandes entdeckt hatte.

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  1. Müller

    Auszeichnungen rund um das Engagement für den Holsteiner Verband

    Endlich werden nun auch einmal die Vermittler von Holsteiner Pferden ausgezeichnet.
    Wurde Francesca Pollara direkt geehrt, bleiben einzelne „Entdecker“ leider noch ohne Auszeichnung.


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