Holsteiner Körung 2019: Starker Jahrgang im Freispringen

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Holsteiner Körung 2019 (© www.st-georg.de)

Der Holsteiner Körjahrgang 2019 darf als „der von Allwörden-Jahrgang“ in die Geschichte eingehen. Das ist der Eindruck nach dem beeindruckenden Freispringen bei der Körung des Holsteiner Verbandes. Ein starker Jahrgang mit großer genetischer Vielfalt, der sich in der Holstenhalle Neumünster präsentierte. Einziges Problem: Viele Hengste stehen nicht zum Verkauf.

Dieser Mann muss keine kleinen Brötchen backen: Manfred von Allwörden, Großbäcker aus Schleswig-Holstein, hat auf seinem Gestüt Grönwohldhof einen bärenstarken Jahrgang Holsteiner Junghengste aufgezogen. Neun potenzielle Vatertiere stehen auf seinen Namen registriert, ein gutes Achtel der 71 Hengste, die der Körjahrgang in Holstein in diesem Jahr umfasst. Und unter diesen neun Hengsten waren einige, die sich in die Herzen der Zuschauer sprangen. Der ein oder andere mit dem Zeug zum Prämienhengst. Die wenigsten davon aber verkäuflich. Für einen Zuchtverband, der in seinem Budget die Provisionen von Hengstverkäufen bei der Körung fest einkalkuliert, ein Zustand, den die Verantwortlichen mit einem weinenden und einem lachenden Auge sehen dürften.

Freispringen über Höchstabmessungen

Das Freispringen ist die Kernveranstaltung der Holsteiner Körung. Der norddeutsche Zuchtverband ist derzeit nur Achter in der WBFSH-Weltrangliste der Springpferdezüchter. Das soll bald Geschichte sein, hoffen die Züchter im Land zwischen den Meeren. Dem Markenkern „Springpferd internationaler Klasse“ kann das Holsteiner Pferd mit diesem Jahrgang wieder näher rücken, so der Eindruck.

Es gab viele gut springende Hengste. Der Typ war nicht immer der in Holstein von den alten Züchtern präferierte. Aber gerade in der ersten Hälfte, klar geprägt von Nachkommen von Casall, seinen Söhnen und Enkeln, gab es viele „echte“ Holsteiner. Braun, dunkelbraun oder Schimmel, alle mit Talent über den Stangen.

Genetisch vielfältig

Holstein ist das große C, nach wie vor. 20 Hengste gingen väterlicherseits auf Cor de la Bryère zurück – davon 14 auf Casall. Capitol hingegen war als Stammvater von sieben Hengsten aus dem Körjahrgang 2019 auszumachen. Diamant de Semilly war mit elf Nachkommen dabei. Darunter ein drahtiger Brauner aus einer Casall-Vollschwester. Züchter und Besitzer, man ahnt es, Manfred von Allwörden. Diarado und Dinken sorgten weiterhin für die Präsenz dieses Genpools, der auf den Franzosen Grand Veneur zurückgeht.

Almé, noch ein Franzose, hatte sieben Nachfahren im Lot, zumeist über Quidam de Revel. Dazu waren Furioso II (4), Landgraf (6), Papillon Rouge (2) Lord (1), Stakkato (1), Heraldik xx (1), Ibisco xx (1) vertreten. Stark in Gespräch brachte sich auch Mr. Blue über seine Enkel Million Dollar v. Plot Blue (3 Hengste aus seinem Premierenjahrgang) und Zuccero v. Zirocco Blue (2).

Es fiel auf, dass die Hengste in der breiten Masse wieder mehr Schluss im Körper haben. Die Zeiten, da in Holstein dem Hinterbein und der Nierenanbindung nicht die größte Bedeutung beigemessen wurde, sind vorbei. Viele Hengste galoppierten ausbalanciert auf dem recht engen Areal, das ihnen dazu in der Holstenhalle noch verblieb.

Einige Spezialisten in Holstein

Drei Dressurhengste hatten den Auftakt gemacht. Ein sehr hübscher Escolar-Levantos-Sohn, ein wuchtiger Dunkelbrauner v. Fidertanz-Silvano sowie ein Sezuan-Hotline-Sohn in der Machart seines Vaters. Dazu kam ein patent springender Halbblüter v. Armand xx-Carpaccio.

Publikumsfavoriten nach dem Freispringen

Zu den Hengsten, die den meisten Applaus bekamen in der Holstenhalle, zählten ein ungemein drahtiger und „blütiger“ Sohn des Chopin. Chopin v. Casall geht international in der Global Champions Tour. Er gehört, ebenso wie ein sehr vorsichtig springender Schimmel v. Cornet Obolensky, von Allwörden. Sympathien auf ihrer Seite hatten zwei Million Dollar-Söhne. Einer von ihnen stammt aus einer Mutter, die die Vollschwester des Chacco Blue-Vaters Chambertin ist. Auch ein Balou du Rouet-Diarado-Sohn zu Beginn des Freispringens hatte seine Fans.

Die Körentscheidungen werden am Samstagmorgen ab acht Uhr bekannt gegeben. Dann steht auch fest, wie viele Hengste die Holsteiner Körkommission in diesem Jahr für prämienwürdig befindet. Ab 11 Uhr muss Hendrik Schulze-Rückamp, der in diesem Jahr erstmals in Holstein als Auktionator fungiert, zunächst die Reitpferdekollektion versteigern. Haben diese Holsteiner ihre neuen Ställe gefunden, wird der Siegerhengst ernannt. Anschließend steht dann die Auktion der Holsteiner Hengste auf dem Programm der Holstenhalle.

Infos: www.holsteiner-verband.de

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