Holsteiner Körung: Freispringen mit vielen Gewaltsätzen und einigen Spitzen

Die Fremdblutdiskussion währt an. Holstein ist ein geschlossenes Stutbuch, nur in Ausnahmen werden Nicht-Holsteiner Väter akzeptiert. Die Ausnahmen, Zuchtversuche, haben sich dem internationalen Trend der Globalisierung folgend, vermehrt. Entsprechend gab es neben Kannan noch mehrere internationale Hengste unter den Väter. Aus der schmal gewordenen Linie des Ladykiller xx stammt Numero Uno. Sein Sohn Nuntius, ein Schimmel, (Mutter v. Casall, Z.: Dr. Konrad Bartjen, Wacken) kam mit wachem „Landgraf-Gesicht“ in die Halle, trabte locker, trotz etwas linearer Oberlinie, und steigerte sich in der Sprunggasse von Mal zu Mal.

Das Quiwi Dream Trio

Trotz unterschiedlicher Typausprägung wiesen die drei Söhne des unter Hansi Dreher international erfolgreichen Quiwi Dream viele Gemeinsamkeiten auf. Alle konnten springen, alle zeigten sich „verspielt“, „keck“, oder was man sonst so sagt zu buckelnden, kernigen Jungspunden, bei denen die Vorführer immer mit einem gewissen Respekt auf den Hengst neben sich zu schauen hatten. Quiwi Air (Mutter v. Con Air, Z.: Bernd Mohr, Ellerhoop), drahtig und mit guten Reflexen, der deutlich kräftigere Quiwi Capitol (Mutter v. Cero-Capitano, Z.: Harm Thormählen, Kollmar), dessen Großmutter eine Vollschwester des Linienbegründers Capitol ist und Quirinus (Mutter v. Limbus, Z.: Norbert Carl Schmalbach, Steinburg) tauchte zunächst etwas ab, entwickelte sich aber je höher die Sprünge wurden.

Der Niederländer Uriko, dessen Vater auf den Franzosen Papillon Rouge zurück geht und dessen Mutter eine holsteinisch gezogene Stute v. Lavito-Corrado ist, zeigte drei Söhne. Alle sprangen sehr vermögend. In Sachen Hengstausdruck und „Komplett-Paket“ stellte der bei Klaus Thiedemann, Oesterwurth, gezogene Unlimited, aus dem Besitz der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH  (Mutter v. Casall-Capitol), seine Halbbrüder in den Schatten. Der großlinige (1,72 Meter Stockmaß) Braune, dessen Großmutter die gekörten Söhne Lasino und Limoncello I und II gebracht hat, hätte im Vorderbein noch gleichmäßiger sein dürfen und wurde am Sprung gut, als es richtig hoch wurde. Seine innere Ruhe war auffallend.

Die Söhne der Belgier Vigo d’Arsouilles und Vivant konnten wenig überzeugen. Ein Schimmel vom niederländischen Olympia-Versager Zirocco Blue (Mutter v. Colman, Z. Karl Heinz Peters, Woehrden), Bruder des Prämienhengstes Zornell, bildete einen würdigen Abschluss. 58 Hengste waren vor Ort, einer musste wegen akuter Lahmheit zurückgezogen werden.

Vier Dressurpferde hatten den Anfang gemacht, wirklich überzeugend konnte sich von diesem Quartett aber kein Hengst darstellen, am ehesten noch ein Carabas-Enkel v. Carantas-Catellini und ein im Juni geborener Schimmel v. Cassilano. Dieser aus einer Calido-Mutter gezogene Youngster bewegte sich locker durch den Körper, verlor aber zusehends an Kraft, so dass seine Hinterbeine, wie bei so vielen der Hengsten, nicht mehr unter den Schwerpunkt arbeitete.

Körung und Auktion finden am Samstag statt. Hier finden Sie die Liste der zur Versteigerung angemeldeten Hengste.

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