Holsteiner Verband: Kehrtwende in Sachen Ove Asmussen

Der Holsteiner Verbandsvorsitzende Thies Beuck (rechts) mit Ronald Schultz, Dr. Jörgen Köhlbrandt und Ove Asmussen (v.li.).

Ove Asmussen (© Holsteiner Verband)

Ove Asmussen, ehemaliger Leiter der Holsteiner Verbands Marketing- und Auktions GmbH, war nach drei Jahren entlassen worden, weil er die unsauberen Geschäfte innerhalb des Vorstands an die Öffentlichkeit gebracht hatte. Nun nimmt der Verband die Vorwürfe gegen Asmussen zurück.

So jedenfalls steht es auf der Holsteiner Internetseite: „Die vom Holsteiner Verband gegenüber Ove Asmussen erhobenen Vorwürfe werden nicht aufrecht erhalten.“ Zur Begründung von Asmussens Rehabilitation heißt es weiter:

„Der Holsteiner Verband war dabei offensichtlich teilweise von falschen Tatsachen ausgegangen. Dieses ist der Tatsache geschuldet, dass der Holsteiner Verband offensichtlich von Äußerungen und Gesprächen keine Kenntnis hatte, die Dritte mit den beiden inzwischen ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Dietz und Friemel vor und nach der Auktion im November 2018 hatten. Allerdings sind dem Verband auch heute nur Auszüge aus solchen Gesprächen und dies auch nur über Dritte übermittelt worden. 

In Anbetracht dieser komplexen Situation ist der Holsteiner Verband zu der Auffassung gelangt, dass Ove Asmussen aus seiner Sicht nachvollziehbar gehandelt hat. Aus diesem Grunde werden -wie ausgeführt- die bisher erhobenen Vorwürfe nicht aufrecht erhalten. 

Im Übrigen bescheinigt der Holsteiner Verband Ove Asmussen gute Leistungen für die Holsteiner Verband Vermarktungs- und Auktions GmbH.“

Laut Züchterforum war diese Veröffentlichung Teil der Vereinbarung zwischen dem Holsteiner Verband und Ove Asmussen, der nach seiner Kündigung den Rechtsweg gegangen war. Das arbeitsrechtliche Verfahren endete mit einem Vergleich. Neben dem Internet-Post habe die Vereinbarung auch die Löschung arbeitsrechtlich relevanter Eintragungen aus Asmussens Personalakte beinhaltet sowie die Zahlung einer Abfindung.

Nach Bekanntwerden der Kündigung Asmussens hatte man aus den Reihen der Züchter unter anderem das Wort „Bauernopfer“ gehört.

Über die Vorgänge beim Holsteiner Verband

Ove Asmussen hatte sich geweigert, die Provisionsgeschäfte der Vorstandsmitglieder Christian Dietz und Günther Friemel mitzutragen. Christian Dietz hatte beim Vorsitzenden Thies Beuck und dessen Vize Timm Peters die Erlaubnis eingeholt, für die Akquise von Neukunden aus Südafrika Provisionen zu erhalten. Das war bewilligt worden.

Dann hieß es, Dietz habe sich das Geld mit Auktionator Dr. Günther Friemel teilen wollen. Der Holsteiner Verband selbst berichtete in einer Stellungnahme, dass „ein Mitarbeiter der Vermarktungs GmbH“ diesen Verdacht geäußert habe. Genau das wurde jenem „Mitarbeiter“ zum Verhängnis. Er habe „interne Informationen öffentlich gemacht“.

Inzwischen ist der gesamte Holsteiner Verbandsvorstand zurückgetreten bzw. arbeitet kommissarisch, bis es Neuwahlen gibt. Die sind nun für Mitte Mai terminiert worden, nachdem es zunächst geheißen hatte, sie sollten schon im Februar stattfinden.

In einer weiteren Meldung berichtet der Verband von einer Diskussionsrunde zur Verbandsstruktur zur Vorbereitung der Delegiertenversammlung am 14. Mai. Hier wird dann ein neuer Vorstand gewählt. Anwesend waren bei der Debatte Breido Graf zu Rantzau, Thies Beuck, Timm Peters, Stephan Johannsen, Sören von Rönne, Reimer Detlef Hennings, Hinrich Köhlbrandt, Thomas Voß, Jürgen Böge, Harm Sievers, Ulrich Steuber, Norbert Boley, Ronald Schultz und Dr. Thomas Nissen.

Es ging bei dem Gespräch um die zukünftige Aufstellung des Verbandes, die Frage, wie der Informationsaustausch zwischen Verband und Mitgliedern verbessert werden kann, etc. Die Details finden Sie hier.