Holsteiner Verband mit neuem Vorstand

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Der neue Vorstand des Holsteiner Verbandes (v.l.): Kathrin Huesmann, Claus Delfs, Hinrich Köhlbrandt, Thomas Voss und Carmen Hinrichs-Bockmeyer. (© Holsteiner Verband)

Gestern fand in Neumünster die lange erwartete Delegiertenversammlung des Holsteiner Verbandes statt, bei der es unter anderem um die Wahl eines neues Vorstands ging. Der setzt sich nun aus fünf neuen Köpfen zusammen.

Bislang hatte der Verbandsvorsitz sich immer aus elf Personen zusammengesetzt. Ihn zu verkleinern, war Teil der angestrebten Strukturreform in Deutschlands nördlichstem Zuchtverband. Eine entsprechende Satzungsänderung war vor der Abstammung auf den Weg gebracht worden.

Der neue Vorstand

Neuer Vorsitzender des Holsteiner Verbands ist Hinrich Köhlbrandt (70) von der Insel Fehmarn. Köhlbrandt wurde mit großer Mehrheit gewählt. In seiner Vorstellungsrede erklärte der pensionierte Landwirt, der seit 1981 Vorsitzender des Fehmarnschen Ringreitervereins ist sowie stellvertretender Vorsitzender des Reiterbundes Ostholstein, sein Ansinnen: „Für mich ist es besonders wichtig, dass das Gerüst des Holsteiner Verbandes – also die Züchter – gestärkt wird.“

Ihm zur Seite steht als Stellvertreterin Kathrin Huesmann, die Schwester von Carsten-Otto Nagel und Mutter der Nachwuchsspringreiterin Johanna Huesmann, also solche also bestens vernetzt im Sport. Die 58-jährige Betriebswirtin mit Schwerpunkt Marketing erklärte: „Ich denke, dass ich meine beruflichen Erfahrungen mit in mein Amt einbringen kann.“ Zudem sei sie der Meinung, dass „die Züchter den besten Rahmen bekommen müssten, um gute Pferde zu züchten“.

Schon seit über 30 Jahren ist die selbstständige Steuerberaterin Carmen Hinrichsen-Bockmeyer (52) Mitglied des Holsteiner Verbandes. Sie hat selbst sechs Zuchtstuten und sieht sich als „Basiszüchterin“. „Der Holsteiner Verband befindet sich in einer Aufbaustimmung, und ich habe Lust, daran mitzuwirken“, umschrieb sie ihre Motivation.

Der ehemalige Weltklassespringreiter Thomas Voß (61), Landwirt und Pferdewirtschaftsmeister, war 2012 Reservist bei den Olympischen Spielen in London. Bei den meisten seiner Erfolge saß er im Sattel eines Holsteiner Pferdes, zum Beispiel auf Carinjo, der dann nach Frankreich an Patrice Delaveau ging. Aktuell züchtet er mit drei bis fünf Stuten. Sein Credo: „mit Transparenz und Offenheit auf die Züchter zugehen“.

Auch Claus Delfs (56) ist von Hause aus Landwirt. Seit 1999 ist er Mitglied im Holsteiner Verband und züchtet mit sechs bis acht Stuten. Delfs hat einen bekannten Sohn, Henry, der unter anderem schon den Goldenen Sattel hatte gewinnen können. Er stellt die Nachzucht seines Vaters im Sport vor. Claus Delfs äußerte in der Versammlung, man könne „in einem Jahr keine Wunder vollbringen“. Er sei aber optimistisch, dass man „gemeinsam Kompromisse finden könne“.

Großer Applaus für Thies Beuck

Die Wahl des neuen Vorstandes bedeutete auch das Ende des bisherigen, sobald die erforderliche Satzungsänderung beim Amtsgericht eingetragen wurde. So lange bleibt der aktuelle Vorstand noch im Amt.

Das vergangene halbe Jahr war für den nun scheidenden Vorsitzenden Thies Beuck und Kollegen ein schwieriges, nachdem es einen Streit um Provisionsansprüche gegeben hatte, in dessen Zentrum die ehemaligen Vorstandsmitglieder Christian Dietz und Günther Friemel standen.

Bei der gestrigen Delegiertenversammlung wurde Thies Beuck mit langanhaltendem Applaus der anwesenden Delegierten bedacht. In seine Amtsperiode fiel unter anderem die Neugliederung des Verbandes in drei Teile, dem Verband als solchem mit zwei Tochtergesellschaften, der GmbH I (Hengsthaltung) und der GmbH II (Vermarktung).

Beuck bedankte sich bei den Vorstandsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit. Vor allem sein Stellvertreter Timm Peters habe den Verband „weit über das normale Maß unterstützt“. Beuck zählte Erfolge auf, die der Vorstand in seiner Amtsperiode erzielen konnte. Neben der angesprochenen Strukturreform ging er auf die zusammengelegte Fohlenauktion in Elmshorn ein, die Fusion mit amerikanischen Holsteiner Züchtern und den Bau des Ebbe-Flut-Platzes in Elmshorn. Sein Appell: „Jeder Holsteiner Züchter, egal, ob aus dem In- oder Ausland, muss sich bei uns als Mitglied wohl fühlen.“

Was kommt?

Über die weiteren Veränderungen, die es nun beim Holsteiner Verband geben soll, ist noch nichts bekannt. Der neue Vorstand wurde vorerst für ein Jahr gewählt. Danach können die Mitglieder sich zur Wiederwahl stellen. Was genau sie innerhalb dieser zwölf Monate auf den Weg bringen wollen, steht noch nicht fest.

Wohl aber der Termin für die erste, auf vielfachen Wunsch etablierte Mitgliederversammlung. Sie findet am 14. Juni im Rahmen der Holsteiner Pferdetage in der Fritz-Thiedemann-Halle statt. Zu dieser Infoveranstaltung sind alle Mitglieder eingeladen. Weitere Details wird es rechtzeitig vorab auf der Homepage des Holsteiner Verbandes im Internet geben.

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