Landgestüt Dillenburg: Diskussion mit Ministerin Hinz, Gutachten in Arbeit

Hessen Querformat

Das letzte Wort bei der Schließung des hessischen Landgestüts Dillenburg ist noch nicht gesprochen. So scheint es zumindest, denn Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz möchte alle Möglichkeiten zum Erhalt ausloten. Nun werden unabhängige Gutachten angefertigt.

Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz hat sich zu einem konstruktiven Gespräch mit der hessischen Umweltministerin Priska Hinz und Fraktionsspitzen der Dillenburger Stadtverordnetenversammlung zusammengesetzt. So heißt es in einer Pressemitteilung der FN. Die Ministerin lässt sich auf weitere Diskussionen und Gespräche ein. Das allerletzte Wort im Fall der Schließung des Landgestüts Dillenburg scheint also noch nicht gesprochen zu sein. Die Schließung sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Sogar eine Online-Petition wurde gestartet, die sich für den Erhalt des Gestüts einsetzte.

Unabhängige Gutachten

„Mein Ziel war es, wieder zu der Frage zurückzukehren, ob der ursprüngliche Grund für die Schließung wirklich das Tierwohl ist“, so Michael Lotz. Die hessische Tierschutzbeauftragte, Dr. Madeleine Martin, soll nun zunächst die Grundlage zur Schließung mitteilen und zeigen, warum ihrer Meinung nach keine artgerechte Haltung im Landgestüt möglich sei. Sobald dies geschehen ist, sollen sich zwei unabhängige Gutachter ein genaues Bild von den Bedingungen im Landgestüt machen und genau dokumentieren, wo es Verbesserungsbedarf gibt und wie mehr Auslauffläche für die Pferde geschaffen werden kann. Die Gutachter werden zum einen Eckhard Hilker, Architekt und Sachverständiger der Landwirtschaftskammer, und Dr. Christiane Müller sein. Letztere ist Agrarwissenschaftlerin, Tierschutzbeauftragte und Präsidiumsmitglied der FN sowie öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Pferdehaltung, -zucht und -sport. Sie sagt: „Für alle Pferdehaltungen ist es erstrebenswert, den Tieren so viel freie Bewegung wie möglich zu bieten. Dass das im Landgestüt noch ausbaufähig ist, ist allen bewusst (…). Die Möglichkeiten zur Verbessrung der Situation sind da, sie müssen aber auch aufgezeigt und umgesetzt werden.“

Diskussion bis Oktober

Die Gutachten von Eckhard Hilker und Dr. Christiane Müller sollen dann Grundlage der weiteren Gespräche sein. Bürgermeister Lotz möchte über die Gutachten eine fachliche Diskussion über die Zukunft des Landgestüts führen und alle Möglichkeiten über den Erhalt ausloten. Die hessischen Umweltministerin Hinz hat ihre Entscheidung dennoch noch nicht zurückgenommen. Jedoch lässt sie sich bis Oktober auf die Diskussion ein. „Das macht uns Hoffnung auf einen positiven Ausgang und eine Zurücknahme ihrer Entscheidung“, so Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz. Nicht nur er setzt sich für den Erhalt des Landgestüts ein. Auch die FN und andere Verbände haben sich zur Schließung des Landgestüts in einer gemeinsamen Erklärung geäußert.

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  1. H. Eissmann

    Mein Onkel war Pferdeknecht … lang ist’s her.

    Stellen wir doch einfach mal die wichtigste aller Fragen: WER zahlt denn die Veranstaltung?! – Vielleicht weht der Wind von dieser Seite!
    Auch hier würde ich mich für das Verursacherprinzip aussprechen, Touristenattraktion, Kulturgut, Wirtschaftsfaktor hin, Lebensraum uvam. her.
    Über die unzähligen Kühe in Anbindehaltung wird nicht in Ansätzen so viel Aufsehens gemacht, wie hier über die Gestüt-Pferde! Und dann kucken wir uns mal Hühner, Gänse, Enten uvam. an.
    Endemische Hamster, Eidechsen oder Fledermäuse kosten Unsummen bei der Verzögerung von Bau- und Infrastruktur-Projekten … Das ist wohl eher Tierwohl – ein überaus kostspielieges; und einer muss die Zeche ja schließlich zahlen!! Und ob es mit der Umsiedelung klappt(e) … nun ja: Wer weiß den sowas! Kann sein „außer Spesen nichts gewesen“.
    Windräder … (nee, das wird mir hier zu lang).

    Nö. Das Tierwohl könnte hier nur vorgeschoben sein, wenn es vielleicht um die Finanzierung geht. Lässt sich mal einer zum Thema Finanzierung des Hessischen Landgestüts Dillenburg aus?
    Bis zum Beweis des Gegenteils,
    Herbert Eißmann
    Ich lasse mich gerne informieren, denn im Augenblick weiß ich es nicht besser.
    Unterzeichnet hab‘ ich aber.


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