Morricone und Checkter sind Oldenburger VTV-Hengste des Jahres, auch Hauptprämiensieger wurden geehrt

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Bonhomme-Hengst Morricone und Lena Waldmann bei der Ehrung zum VTV-Hengst 2021 in Oldenburg. (© Judith Ten Brink)

Im Rahmen der Oldenburger Hengst-Tage wurden mit Checkter v. Cellestial und Morricone v. Millenium auch in diesem Jahr wieder ein Spring- und ein Dressurhengst als mit der VTV-Schärpe ausgezeichnet. Die Hauptprämiensieger 2021 in Oldenburg wurden Conthalou v. Conthargos und der Totilas-Sohn Total McLaren.

Vier Hengste, die ihren Weg in den Sport schon erfolgreich gefunden haben und zudem bereits mit züchterischen Errungenschaften aufwarten.

Neunjährig schon Starvererber: Morricone

Auf dem Gestüt Bonhomme beheimatet ist „Morricönchen“, wie er von seiner Bereiterin Lena Waldmann liebevoll genannt wird. Der nunmehr neunjährige Oldenburger Hengst (Z: Heinrich Vahle), Sohn des Trakehner Hengstes Millennium aus einer Rubin-Royal-Mutter ist nicht nur bildschön, sondern auch mit raumgreifenden Grundgangarten ausgestattet. Und all das gibt der Siegerhengst seiner Körung im Oldenburger Pferdezentrum 2014 und Dressursieger der Hengstleistungsprüfung mit der Endnote von 9,33 konstant an seine Nachkommen weiter.

Morricone stellte schon mehrere Preisspitzen auf verschiedenen Elite-Fohlen-Auktionen im In- wie im Ausland und die älteren unter seinen Nachkommen zeigen bereits, dass sie auch sein hervorragendes Interieur vererbt bekommen haben. Der Hengst strahle „mit einem fantastischen, ausgeglichenen Gemüt, wacher Intelligenz und absoluter Unerschrockenheit sowie einem Reitkomfort und einer Einstellung, wie man sie sich besser nicht wünschen kann“, so die Inhaberin des Gestüts Bonhomme, Rebecca Gutman.

In jüngerer Vergangenheit machten vor allem die Morricone-Söhne Mister Universe aus einer San Amour I-Mutter, geboren 2016 und der gekörte Sohn einer Bentley-Mutter, Movie Star aus dem gleichen Jahrgang auf sich aufmerksam. Bei Auktionen wurden sie Preisspitze und für jeweils 340.000 und 250.000 Euro zugeschlagen. Die Reservesiegerin der Elite-Stutenschau Evita v. Morricone I avancierte dieses Jahr zum Titel der Oldenburger Vize-Championesse bei den vierjährigen Stuten und Wallachen in Rastede.

Unter Lena Waldmann tanzt Morricone selbst mittlerweile erfolgreich auf Intermédiaire II-Niveau und war 2019 Fünfter im Finale des Nürnberger Burg-Pokals geworden. Der Weg zu Grand Prix-Niveau wird also weiter geebnet.

Rekordhalter Checkter

Niemals zuvor und auch seitdem nie wieder gelang einem Springhengst das, was dem 2013 geborenen Cellestial-Sohn Checkter (Z. und B.: Böckmann Pferde GmbH) gelang. Der Schimmelhengst aus einer Lord Pezi-Mutter im mittleren Rahmen kehrte vom ersten Teil seiner Hengstleistungsprüfung Sport 2017 mit der Rekordnote 9,66 zurück – bis heute unübertroffen. Ein Jahr später bestätigte er mit der Wertnote 9,13 bei der HLP, was für ein Sportler er ist.

2020 wurden zwei Söhne v. Checkter gekört, er selbst kann heute bereits Platzierungen bis zur Klasse S** über 1,45 Meter vorweisen. Nicht nur sein Vater Cellestial, besonders auch der Mutterstamm des Oldenburger Springpferde-Hengstes verdeutlichen, dass die sportlichen und züchterischen Erfolge des Schimmels nicht von ungefähr kommen. Mutter Ilonka war 2005 Finalistin beim Bundeschampionat in Warendorf und brachte unter anderem dem gekörten WM-Teilnehmer von 2018 unter Samantha McIntosh, Check In v. Cordalmé Z zur Welt. Aus dem Stutenstamm kommt – neben so vielen bis zur schweren Klasse erfolgreichen Springpferden – auch der herausragende Springpferdevererber Kashmir van Schuttershof, der unter dem Franzosen Philippe Le Jeune international in Fünf-Sterne-Springen erfolgreich war.

Hauptprämien vergeben

Auch in diesem Jahr wurden an junge Dressur- und Springhengste im Rahmen der Oldenburger Hengst-Tage Hauptprämien verliehen. Hierzu berücksichtigte die Kommission die sportlichen Leistungen des Hengstes, sein Ergebnis bei der Hengstleistungsprüfung sowie insbesondere die Qualität des ersten Fohlenjahrgangs des Hengstes.

Beim Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes (OL) wurde der Totilas-Sohn Total McLaren Hauptprämiensieger. Der vierjährige Hengst aus einer De Niro-Mutter aus der Zucht von Ralf Knauf steht im Besitz von Helgstrand Dressage und war 2020 Prämienhengst seiner Hengstkörung. In Warendorf erlangte er Bronze im Bundeschampionatsfinale in diesem Jahr. Das Richtergremium um Gerd Sickinger lobte: „Ein modernes Reitpferd und ein Hengst mit Adel, Rahmen und Aufriss“ und zückte die Wertnote 9,3.

Mit dem Silberrang der dressurbetonten Hengste findet sich 2021 Fynch Hatton OLD ausgezeichnet, ein fünfjähriger Hengst v. Formel Eins aus einer Sir Donnerhall I-Mutter (Z.: Bernhard Ilting-Reuke), für dessen Besitz sich ebenfalls Helgstrand Dressage verantwortlich zeichnet. Fynch Hatton OLD war 2020 Bundeschampion bei den vierjährigen Hengsten in Warendorf geworden.

Auf dem Bronzerang fand sich der vierjährige Morricone I-Sohn Moreno OLD (Z.: Wilhelm Strohm, B.: Gerd Sosath) wieder, der bereits mit acht Oldenburger Elite-Fohlen glänzen kann. Moreno OLD selbst ging ebenfalls im Finale des diesjährigen Bundeschampionats.

Bei den springbetonten Hengsten des Springpferdezuchtverbands Oldenburg-International (OS) wurde der vierjährige Conthalou mit der Hauptprämie bedacht. Der Conthargos-Sohn wurde von Johan Ifverson in Schweden gezogen und steht mittlerweile im Besitz des Gestüts Lewitz. 2019 war er Siegerhengst der Oldenburger Hengst-Tage in Vechta. Conthalou legte seinen 50-Tage-Test mit einer Gesamtnote von 8,86 ab, darunter 9,0 für die Manier und 9,25 für sein Interieur. Mit Sohn Connery stellte Conthalou auf der diesjährigen Herbst Elite-Auktion in Vechta die Preisspitze bei den Springfohlen aus seinem ersten Fohlenjahrgang.

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