München: Süddeutsche Hengsttage mit strenger Selektion

(© Süddeutsche Hengsttage 2016)

Von 34 Dressurhengsten bei den Süddeutschen Hengsttagen 2016 wurden zwölf gekört. Bei den Springern bekamen acht von 26 Hengsten grünes Licht für die Zucht. Insgesamt sieben Pferde erhielten eine Prämie. Die Körkommission war wählerisch in München-Riem.

Vier Dressur- und drei Springhengste erhielten eine Prämie. Am begehrtesten auf der anschließenden Auktion war ein Gast aus Dänemark, ein Sohn des Zack aus einer Mutter v. Solos Carex. Gezogen wurde der Hengst von Ove und Tove Moeller, ausgestellt vom Gestüt Blue Hors, wo auch Vater Zack stationiert ist. Der Hengst mit langen Linien in hellbrauner Jacke begeisterte in dem Moment, in dem er sich in Bewegung setzte mit ganz viel Energie, Takt, Elastizität und unverkrampfter Mechanik. Vor allem bewegte er sich stets durch den Körper und im guten Gleichgewicht. Das half ihm auch an der Longe, wo er sich für sein Alter schon sehr ausbalanciert zeigte. Das Gesamtpaket war seinen Besitzern 200.000 Euro wert.

Ein weiterer prämierter Dressurhengst erzielte das zweithöchste Gebot: der Don Juan de Hus-Rivero II-Sohn mit der Katalognummer 13. Klaus und Edwin Schuster in Ellwangen haben den harmonisch konstruierten Fuchs gezogen. Michaela London in Mönchengladbach trat als Ausstellerin auf. Sie konnte sich über 165.000 Euro freuen, die in den Hengst investiert wurden. Er kam imposant daher mit seinen 1,71 Meter Stockmaß und raumgreifenden Bewegungen, mit denen er an der Longe altersgemäß erst einmal den Takt finden musste. Wie sein Vater galoppierte er bergauf über viel Boden, blieb allerdings beim Freilaufen häufig im Kreuzgalopp.

Von Beginn an ins Gespräch gebracht hatte sich auch die Katalognummer 11, ein sehr bergauf konstruierter nobler DSP-Hengst v. Decurio-Samba Hit, gezogen von Hans-Adolf Lembke in Gardelegen, ausgestellt durch die BG Heilemann und Schepper in Weilheim/Teck. Er trabte mit mächtig Knieaktion und vergaß auch seine Hinterbeine nicht. Dabei balancierte er sich geschickt aus und benutzte seinen Körper. Auch im Galopp zeigte er alles, was man sich wünscht: Bergauftendenz mit genügend schnellem weit durchspringenden Hinterbein. Am Ende kostete er genau 100.000 Euro.

Komplettiert wurde das Prämienquartett durch die Katalognummer 5, einer von vier Ampere-Söhnen, die allesamt gekört wurden, aus einer Mutter v. Stedinger. Zur Welt kam der Hengst bei Gerd Sosath in Lemwerder. Als Aussteller trat Antonius Schulzer-Averdiek in Rosendahl auf. Takt und Elastizität mit viel Raumgriff prägten die Auftritte des Braunen, der ebenfalls 100.000 Euro kostetete.

SPRINGEN

Teuerster Springer wurde der Schimmel mit der Katalognummer 49 v. Chin Champ-Calido I (Z: ZG Miriam-Kathleen Haak, Broethen; B: Heinrich Geyer, Österreich). Der edel aufgemachte Hengst zeigte sich ehrgeizig und mit guter Technik an den Stangen, ganz aufmerksam und vorsichtig, aber nicht ängstlich. Das brachte ihm Szenenapplaus ein. Zudem bewegte er sich auch noch locker-flockig elastisch. Am Ende brachte er 85.000 Euro.

Der selbst international mit Jur Vrieling so erfolgreiche KWPN-Hengst Zirocco Blue v. Mr. Blue stellte den zweitteuersten Springer aus einer Mutter v. Acorado. Kraftvoll war das Adjektiv, das einem bei dem Braunen als erstes in den Sinn kam. Und so sprang er auch. Geboren wurde er bei Tanja Schramm in Ilmenau, ausgestellt hat ihn Jürgen Laue in Gerbstedt. In imponierenden Sätzen flog der Hengst über die Stangen, je höher, desto besser. 80.000 Euro war er seinen neuen Besitzern wert.

Und schließlich war da noch die Katalognummer 47 v. Chacco Chacco-Lone Star, gezogen von Christel und Helge Deußer, Hünfelden und im Besitz des Gestüts Tannenhof, wo auch sein S-erfolgreicher Vater stationiert ist. Der wunderschön aufgemachte Dunkelbraune sprang geschmeidig und geschickt und kostete 50.000 Euro.

Für die 13. Auflage der Süddeutschen Hengsttage wurde die Olympiahalle in München-Riem umgebaut. Eine Tribüne weniger an der langen Seite, die zuvor die Bahn für die Hengste reichlich schmal gemacht hatte, wurde entfernt. So hatten die Pferde mehr Platz und das Freispringen konnte direkt an der Bande stattfinden, was es den jungen Hengsten sicher einfacher gemacht hat. Zumal sie dadurch eine Quelle der Ablenkung weniger hatten.

Die Auktionsergebnisse waren bis Veröffentlichung dieser Meldung nur auf Facebook hier abzurufen. Die Kör- und Prämierungsergebnisse finden Sie unter www.suedpferde.de.

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