Oldenburger Hengst Romanov lebt nicht mehr

Hans Peter Minderhoud und Romanov

Hans Peter Minderhoud und Romanov (© Julia Rau)

Der Oldenburger Hengst Romanov lebt nicht mehr. Das hat das Glock’s Performance Horse Center heute auf Facebook bekannt gegeben. Der Braune, ein Vollbruder zu Rubin Royal, hörte elf Jahre auf den Vornamen Glock, vorher stand er im Besitz des Gestüts Blue Hors. Auch als Vater hat der Rohdiamant-Sohn Geschichte geschrieben.

Die Silbermedaille mit der niederländischen Equipe bei den Europameisterschaften im dänischen Herning 2013 waren der größte Erfolg des Oldenburgers. In der Einzelwertung wurde Hans Peter Minderhoud mit dem Rohdiamant-Sohn 13.

Für den Braunen, der zu diesem Zeitpunkt bereits als „Glock’s Romanov“ um die Welt reiste, war es quasi ein Besuch in der alten Heimat. Herning liegt nur unweit entfernt von Randbøl entfernt. Dort steht das Gestüt Blue Hors. Unter dessen Patronat hatte die Karriere des Oldenburgers begonnen. Mit dem damaligen Blue Hors Reiter Sune Hansen im Sattel hatte Romanov schon 2011 bei der Europameisterschaft in Rotterdam teilgenommen. Das Paar wurde mit Team Dänemark Sechster. Als Elfjähriger wurde Romanov an das Glock’s Horse Performance Center verkauft. Das Ausbildungszentrum, das der österreichische Waffenhändler Gaston Glock finanziert, ist die die Trainingsstätte von Edward Gal und Hans Peter Minderhoud in den Niederlanden. Auch Gal hatte den Hengst ein paar mal auf Turnieren vorgestellt.

Romanov nach Krankheit erlöst

Schon länger laborierte der Oldenburger an einer Krankheit, schreibt das Glock’s Perfomance Horse Center. Nun sei man an dem Punkt angekommen, an dem man die Entscheidung habe treffen müssen, sich von dem Hengst zu verabschieden. Hans Peter Minderhoud schreibt, Romanov sei ein Pferd mit „Charakter, ein echter Hengst“ gewesen, der trotzdem jedem ans Herz gewachsen war. „Ich habe ihn bis zum letzen Moment gestreichelt und ihm gesagt, er solle gut sein und dass wir uns wiedersehen werden. Er ist friedlich eingeschlafen, was für uns zumindest ein kleiner Trost war.

Auch züchterisch ein As

Romanov wurde im November 2002 in Oldenburg gekört. Schon beim 30-Tage-Test als Dreijähriger war klar: ein Dressurtalent. 8,7 lautete die Endnote Dressur. Er ging nach Dänemark zum Gestüt Blue Hors. Sein erster Reiter im internationalen Sport war Andreas Helgstrand. Siebenjährig ging er sein Premierenturnier auf einem CDI: In LInegn wurde er Zweiter. Bald schon ging der hochbeinige Braune in Prüfungen mit Passagen und Piaffen.

Züchterisch war er spätestens in aller Munde als im Jahr 2009 Hønnerups Driver Weltmeister der jungen Dressurpferde in Verden wurde. Der Fuchs, den Anna Kasprzak aus der Ecco Schuhe-Dynastie später erwarb, hat Don Schufro zum Muttervater. Aktuell ist die westfälische Stute Romy del Sol das Aushängeschild ihres Vaters. Sie wird von der Britin Emma Hindle geritten. Auch Chilly Jam, bayerische Romanov-Tochter, galt lange Zeit als Geheimtipp in der deutschen Dressurszene. Als Muttervater steht Romanov unter anderem bei der mehrfachen Jungpferde-Weltmeisterin Fiontini im Abstammungsnachweis.

Romanov – Rubin Royals „kleiner Bruder“

Geboren wurde der Oldenburger Romanov 2000 bei Harli Seifert im Oldenburgischen Lodbergen. Sein Mutterstamm ist berühmt, es ist die Familie der Rudilore. Rudilore II hieß die Stute Chica v. Condor im Stutbuch. Harli Seifert ritt sie im Gelände und auf Jagden. Sie gab die Stute zu Wolfgang Mengers. Unter ihm wurde Chica ein internationales erfolgreiches Vielseitigkeitspferd, bevor sie dann in die Zucht ging.

Romanov ist ein Sohn von Rumirell. Diese Grundstein II-Tochter ist eine der bedeutendsten Zuchtstuten der jüngeren Oldenburger Zuchtgeschichte. 1996 brachte sie ihr erstes Fohlen von Rohdiamant zur Welt, Rubin Royal. Er wurde der erste gekörte Sohn dieser Ausnahmestute. Fünf weitere Deckhengste sollten folgen. Die drei Vollbrüder Rubin Royal, Romanov und Rubin Action siegten in Grand Prix-Prüfungen. Romanov hat international die meisten Meriten eingesammelt. Rubin Action hat das meiste Gewinngeld auf seinem Erfolgskonto. Alle Kinder der Rumirell haben gemeinsam mehr als 100.000 Euro verdient.

Aus dem Stamm der Rudilore sind auch Pferde wie Couleur Rubin/Ludger Beerbaum, Conterno Grande/Marco Kutscher oder Gio Granno/Franke Sloothaak hervorgegangen.

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