Oldenburger Landesturnier: Tante und Nichte top auf dem Reitpferdeviereck, Fynch Hatton vorn bei den Hengsten

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Der Siegerhengst der Oldenburger Sattelkörung 2019: Fynch Hatton v. Formel Eins. (© Große Feldhaus)

Das Oldenburger Landesturnier findet dieses Wochenende in Vechta statt. Heute stehen unter anderem die Qualifikationen für die Reitpferde auf dem Programm, wo es ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt.

Bei den vierjährigen Stuten und Wallachen zeigte sich einmal mehr, dass ein guter Mutterstamm das A und O in der Pferdezucht ist, und dass die Familie Wendeln ein gutes Händchen hat. Die Prüfung wurde in zwei Abteilungen gewertet. In beiden hatten Wendeln-Stuten die Nase vorn, jedesmal mit Hermann Gerdes im Sattel.

Siegerin der ersten Gruppe wurde Fürsten-Look-Sir Donnerhall-Tochter Curley. Curley ist eine Tochter der ehemaligen Oldenburger Reserve-Siegerstute und Bundeschampionesse Cindy. In der zweiten Abteilung hatte mit Casey eine Vollschwester zu Cindy die Nase vorn, also gewissermaßen die Tante von Curley.

Casey war bereits mit Vorschusslorbeeren in Vechta angereist. Am vergangenen Wochenende war sie hier zur Siegerstute 2020 gekürt worden. Heute musste sie sich notenmäßig sogar hinter ihrer Tante einordnen. Casey kam auf eine 8,5 insgesamt, die sich zusammensetzte aus den Einzelnoten 9,0 im Trab und für das Gebäude, 8,0 für Schritt und Galopp sowie 8,5 im Bereich Ausbildung. Curley war einen zehntel Punkt besser mit 8,6. Sie hatte im Trab eine 9,5 erhalten, dazu eine 8,5 im Galopp, 7,5 im Schritt, 8,5 im Bereich Ausbildung und 9,0 fürs Gebäude.

Die Platzierten

Platz zwei hinter Curley belegte mit Brighton v. Benicio-Sir Donnerhall der Vollbruder des ehemaligen Oldenburger Körsiegers Bonds. Beide Pferde kamen bei Dr. Katharina Paschertz, die Mutter der frisch gebackenen Children-Europameisterin Clara Paschertz. Besitzer von Brighton ist allerdings inzwischen Wilhelm Sieverding, bei dem auch Bonds groß wurde. Er ließ Brighton von Sandra Kötter vorstellen, die den Dunkelfuchs gut in Szene zu setzen wusste: Wertnote 8,0 im Trab und 8,5 in allen anderen Kriterien bedeutete eine Endnote von 8,4.

Drittbestes Pferd der ersten Abteilung war mit einer 8,2 (Trab 8, Galopp und Schritt 8,5, Ausbildung und Gebäude 8) der von Lukas Fischer präsentierte Fürstenerbe, ein weiterer Fürsten-Look-Nachkomme unter den Top drei, diesmal aus einer De Niro-Mutter.

In der zweiten Abteilung ging Rang zwei hinter Casey an den Morricone-Sohn Mondation unter Evelyn Eger. Mondation kam im Gestüt Lewitz zur Welt und hat eine Foundation-Mutter. Besitzer ist inzwischen der Hof Kasselmann, wo man sich über eine 8,3 für den Dunkelbraunen freuen konnte (Galopp, Schritt, Ausbildung 8,5, Trab und Gebäude 8,0).

Den dritten Platz teilten sich zwei Pferde mit jeweils 8,1: der von Bernd Huslage gezogene Shockwave v. Santo Domingo-Donnerschwee unter David Taylor und die Franziskus-Concetto-Tochter Carla Bruni aus der Zucht und im Besitz von Wiebke Schütte. Hier saß Veronika Steinhof im Sattel.

Dreijährige Stuten und Wallache

Veronika Steinhof war es auch, die die Siegerin der dreijährigen Stuten und Wallache präsentierte, First Date v. For Dance-Weltmeyer, aus der Zucht und im Besitz von Dr. Hans-Hermann Lagershausen. Hier gab es eine 10,0 für den Bereich altersgemäße Ausbildung! Die 9,0 vergaben die Richter für Galopp und Schritt, 8,5 im Trab und 8,0 im Gebäude. Das bedeutete eine Endnote von 8,9.

Rang zwei teilten sich zwei Pferde mit jeweils der Endnote 8,5. Das war zum einen die von Eike Bewerungen präsentierte Extragold v. Belissimo M-Rohdiamant ein. Sie stammt aus der Zucht von Heinz Ahlers, der auch noch Besitzer ist. Ihre Einzelnoten: Trab 9,0, Galopp 8,0, Schritt 8,5, Ausbildung 9,0, Gebäude 8,0.

Pferd Nummer zwei mit 8,5 war die von Friedrich Kuhlmann gezogene Ronja Räubertochter v. Bon Coeur-Romanov, in deren Sattel Hermann Gerdes platzgenommen hatte. Die Schwarzbraune erhielt eine 8,5 für Trab, Galopp und Ausbildung, 8,0 im Schritt und 9,0 fürs Gebäude.

Vierjährige Hengste

Gleich zwei Körsieger waren bei den vierjährigen Hengsten am Start und beide kommen aus dem Stall Helgstrand: Fynch Hatton, der die Oldenburger Sattelkörung 2019 für sich entschieden hatte, und Global Player, der auf der Hauptkörung im Herbst 2018 als Champion herausgestellt worden war.

Im Direktvergleich gab das Richterkollegium heute Fynch Hatton den Vorzug, der von Sina Aringer präsentiert wurde, die ja seit einigen Monaten in der deutschen Dependance von Helgstrand Dressage mit Dr. Ulf und Eva Möller zusammenarbeitet. Der Formel Eins-Sohn aus einer Sir Donnerhall-Mutter erhielt eine glatte 9 als Endnote. Die setzte sich zusammen aus einer 9,5 für den Trab, 9 im Galopp, 8 im Schritt, 9,5 im Bereich Ausbildung und wieder einer 9 im Gebäude.

Knapp geschlagen geben musste sich mit der Endnote 8,9 der von Henrik Hansen in Dänemark gezogene Global Player v. Grand Galaxy Win-Don Schufro. Der Rappe überzeugte unter Eva Möller mit überdurchschnittlicher Qualität in allen drei Grundgangarten, die jeweils mit 9 bewertet wurden. Eine 9,0 gab es auch im Gebäude. Lediglich im Bereich Ausbildung wurde es eine 8 vor dem Komma (8,5), nachdem der Rappe sich einmal der Anlehnung entzogen hatte.

An dritter Stelle fand sich mit der Endnote 8,5 der bei den Westfalen zunächst als Reservesieger herausgestellte und dann positiv getestete Vaderland wieder. Nach der positiven Dopingprobe war dem Vitalis-Krack C-Sohn die Körung zunächst wieder aberkannt worden. Doch nach erneuter Vorstellung erhielt er die Zuchtzulassung dann. In Vechta stellte Annika Korte den Hengst nun für Züchter und Besitzer Eugene Reesink vor. Die Einzelnoten: Trab 8,0, Galopp, Schritt und Ausbildung 9,5, Gebäude 9,0.

Dreijährige Hengste

In einer eigenen Liga spielte heute notenmäßig der Sieger der dreijährigen Hengste namens Zauberlehrling, ein Sohn von Edward Gals Championatshengst Zonik aus einer Sir Donnerhall-Mutter, gezogen und im Besitz des Gestüts Lewitz. Im Sattel saß Julia Watzek, die sich über eine 8,7 für ihren Schützling freuen konnte. Galopp und altersgemäße Erfüllung der Aufgaben bewerteten die Richter mit einem „Sehr gut“. Trab, Schritt und Gebäude waren ihnen die 8,5 wert.

An zweiter Stelle reihte sich der Morricone-San Amour-Sohn Moreno ein, gezogen von Wilhelm Strohm, im Besitz von Gerd Sosath und vorgestellt von Veronika Steinhof. Moreno punktete insbesondere mit seinem Exterieur: 9,0. Eine 8,0 gab es im Trab, 8,5 im Galopp, 7,0 im Schritt und 8,5 in Sachen Ausbildung.

Den dritten Platz teilten sich drei Hengste mit je 8,1: zum einen Ikon v. Asgard’s Ibiza-Hotline (Z.: Gestüt Byager, B.: Laura Ellen Brandt) mit Anna Neubauer, der bis auf Schritt (7,0) und Gebäude (8,0) überall mit 8,5 bewertet wurde, dann Blue Hors Valino v. Valenciano-Dimaggio (Z.: Christin Boekhoff), den Johanna Klippert für das Gestüt Blue Hors vorstellte (Trab 8, Galopp 8,5, Schritt 7,5, Ausbildung 8,0, Gebäude 8,5) und schließlich Bugatti Gold v. Best of Gold-Sandro Hit (Z. u. B.: Heinz Ahlers) mit Eike Bewerungen im Sattel (Trab, Galopp, Ausbildung, Gebäude 8,0, Schritt 8,5).

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