Oldenburger Siegerhengst: Foundation-Sohn von Helgstrand, sechs Prämienhengste

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Oldenburger Siegerhengst 2020 v. Foundation-Quaterback (© Gr. Feldhaus)

Nahezu ohne Zuschauer ist der Oldenburger Siegerhengst 2020 bestimmt worden. Champion im Oldenburger Pferdezentrum Vechta wurde ein Foundation-Sohn aus dem Besitz von Helgstrand Dressage. Sechs Dressurhengste wurden prämiert, insgesamt 17 von 31 Hengste gekört.

Ein weiterer Oldenburger Siegerhengst für den Stall Helgstrand Dressage! Bei den Oldenburger Hengsttagen setzte die Körkommission einen Fuchs v. Foundation-Quaterback an die Spitze des Lots. Der sich mit Kraft und Abdruck präsentierende Fuchs ist der Vollbruder des Hannoveraners For Magic. For Magic wurde 2018 beim ZfDP gekört und absolviert aktuell in Adelheidsdorf seine Leistungprüfung für die Hengststation Rüscher-Konermann in Westfalen.

Züchter des Oldenburger Siegerhengstes ist der Zuchthof Vogel in Enger. Die Großmutter des neuen Champions, Weltklasse v. Weltmeyer-Brentano II, ist Vollschwester der gekörten Hengste Worldly I und II sowie Walchensee. Sie alle sind im Dressursport bis Klasse S erfolgreich gegangen.

Siegerhengst überzeugte schon an der Longe

Erstmals war Bernhard Thoben, Referent des Zuchtleiters Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff und dessen designierter Nachfolger, der Mann, der in Oldenburg die Körurteile verkündete: „Wir sahen einen typvollen Sportler mit sehr viel Charme und unglaublichen Möglichkeiten. Ein sehr souveränes Pferd, das sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und sich stets ausbalanciert und energisch präsentierte. Der Hengst wusste besonders an der Longe zu überzeugen. Wir erhoffen uns viel von unserem diesjährigen Siegerhengst“.

31 Hengste waren angereist, 17 erhielten ein positives Körurteil. Einem Sextett wurde darüber hinaus noch eine Prämie zuerkannt.

Grand Prix-Sieger in Reihe

Aus einem alten, ursprünglich im Norden kurz vorm Nordseedeich gepflegten Oldenburger Stutenstamm stammte der Reservesieger der Hengsttage 2020: Ein For Dance-Sohn, den Jörg Bös in Nordhorn gezogen hat. Die Mutter Gwendolina v. Zack-Diamond Hit-Rubinstein führt gleich drei Grand Prix-Sieger mit internationalen Erfolgen im Pedigree. Dieser Stamm ist in letzter Zeit vor allem durch das Dressurpferd Doctor der US-Amazone Shelly Francis international im Grand Prix-Sport vertreten.

Gr. Feldhaus

Oldenburger Reservesiegerhengst 2020 v. For Dance (© Gr. Feldhaus)

Aussteller des verkäuflichen Hengstes ist der Dressurstall Sandbrink. Dieser Aufzucht- und Ausbildungsstall hatte kürzlich eine Online-Auktion durchgeführt und genauso halten es im Coronajahr 2020 auch die Oldenburger. Kaum, dass die Möglichkeit zu bieten freigeschaltet war, lagen die Onlinegebote für den braunen Reservesiegerhengst, der vor allem im Trab mit viel Schub und Schulterfreiheit zu überzeugen wusste, schon jenseits der 100.000-Euro-Grenze.

Hier geht’s zur Auktionsseite des Oldenburger Reservesiegerhengstes 2020 v. For Dance-Zack

Füchse Trumpf

An dritter Stelle rangierte die Körkommission einen weiteren Fuchs aus einer Hannoveraner Familie: Arnd Schwierking aus Barver ist Züchter des Bordeaux-Fürst Piccolo-Sohns (hier geht’s zur Auktionsseite). Bernhard Thoben stellte dessen Trabmechanik  in seinem Kommentar besonders heraus. Andretti, mit dem Hubertus Schmidt Deutscher Meister wurde, der unter Anna Paprocka Campanella für Italien an Welt- und Europameisterschaften teilnahm und schließlich mit der Britin Laura Tomlinson (damals noch Bechtholsheimer) Großbritannien international vertrat, kommt aus diesem Stutenstamm.

Drei vierte Plätze

Die drei weiteren Prämienhengste wurden alle an vierter Stelle, Id, rangiert: Ein auffälliger, typstarker und drahtiger Sohn des Louisdor Preis-Siegers Veneziano wurde an das Landgestüt Celle und die Station Pape verkauft. Der sportliche Dunkelfuchs verbindet über den Vater (dessen Mutter eine Vollschwester zu Don Schufro ist) die Familie der Finnländerin über seine Mutter mit dem Uthoba-Stamm. Diese Oldenburger Dynastie, hier über Sir Donnerhall-Don Davidoff-Figaro im fallenden Pedigree präsent, hat unter anderem Lisa Müllers Stand by me OLD (über dessen Entdeckerin Sandra Nuxoll gibt es ein interessantes Porträt im aktuellen St.GEORG, Dezember 2020), Uta Gräfs Grand Prix-Pferd Dandelion und den international erfolgreichen Jimmie Choo/Mads Handeliowitz hervorgebracht. Auch Ludger Beerbaums Figaros Boy kommt aus dieser Linie. Züchter ist Felix Tiemann.

Ein in Dänemark gezogener Vitalis-L’Espoir-Sohn, noch ein Fuchs (Z.: Alexandra und Sören Buchreitz, Kolding), und ein brauner Sohn des Champagner (M. v. Wolkentanz, Z.: Heinrich Ramsbrock, Menslage) komplettierten das Prämienlot. Der dänische Oldenburger v. Vitalis hat eine besondere Mutter: China Skovvang platzierte sich 2015 beim Dänischen Championat für junge Dressurpferde unter Züchterin Alexandra Buchreitz. Dieser Hengst stand nicht zum Verkauf.

Florestan am stärksten vertreten, gefolgt von Vivaldi

Mit acht Nachfahren war die Hengstlinie des Florestan am stärksten in der Gruppe der gekörten Hengste vertreten. Foundation stellte nicht nur den Oldenburger Siegerhengst, sondern auch noch einen Enkel von For Emotion. For Dance und Fahrenheit bekamen jeweils zwei Söhne gekört. Auch Fürst Fabrice, Siegerhengst 2016, vom Gut Schönweide ist nun Vater eines gekörten Sohns aus seinem Debütjahrgang.

Neben den drei prämierten „V-Hengsten“ bekam noch ein Vivaldi-Urenkel von Asgard’s Ibiza grünes Licht zum Deckeinsatz. Zwei Desperado (v. Vivaldi)-Söhne hatten die Reise ins Oldenburger Pferdezentrum Vechta vergebens gemacht.

Die restlichen gekörten Hengste hatten De Niro Gold, Baron und Bernay zum Vater. Damit hatten die Gekörten in Oldenburg 2020 15 verschiedene Väter.

Die Online-Auktion läuft noch bis Sonntagabend, 18 Uhr.

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Video-Impressionen von den Hengsten finden Sie hier.

Hauptprämiensieger: Vivaldos vor Viva Gold

Gr. Feldhaus

Vivaldos v. Vivaldi, Hauptprämiensieger Oldenburger Hengsttage 2020 (© Gr. Feldhaus)

Mit der Hauptprämie wird bei den Oldenburgern der Hengst ausgezeichnet, der nach Begutachtung seines ersten Jahrgangs die Bewertungskommission besonders überzeugt hat. In dieser Konkurrenz spielt das Brandzeichen keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Hengst eine ausreichend große Anzahl Oldenburger Fohlen gezeugt hat. Neben diesen Nachkommen wird aber auch beurteilt, wie sich der Hengst in den Leistungsprüfungen oder bei eventuellen Turniereinsätzen hat darstellen können und wie er sich körperlich weiterentwickelt hat.

Hier siegte der turniererfolgreiche Hannoveraner Fuchshengst Vivaldos von der Station Gerd Sosath. Der Vivaldi-Desperados-Sohn setzte sich damit vor seinen väterlichen Halbbruder Viva Gold vom Gestüt Westfalenhof, einen Enkel von Weihegold und Sieger in Reitpferdeprüfungen sowie in seiner Leistungsprüfung. Dritter wurde der vom Gestüt Sprehe gezeigte Galaxy v. Grand Galaxy Win.

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