Preissensation bei Springpferdezuchtverband Oldenburg International: 1,1 Millionen Euro für Körsieger Le Champion Ask

Die gigantische Rekordsumme von 1,1 Millionen Euro zahlte das dänische Gestüt Blue Hors für den überragenden Sieger der OS-Kollektion bei der Oldenburger Körung: einen „absolut kompletten“ Hengst, wie Paul Schockemöhle den Schimmelhengst v. Last Man Standing-Contender-Lorenz (Z.: Reinhard Mahnel, Bad Kleinen) bezeichnete.

Als Larico – so hieß der Hengst bei seinem Züchter und bis dato Besitzer, Reinhard Mahnel – als erstes Pferd in die Auktionshalle kam, war von globaler Finanzkrise keine Rede mehr. Dänemark und Norwegen boten sich ein furioses Bieterduell um einen Hengst, wie man ihn selten zu Gesicht bekommt. Das zeichnete sich schon am Donnerstag beim Longieren ab: Keiner der 73 vom Oldenburger Verband (OL) und Oldenburger Springpferdeverband (OS) vorgestellten Hengste zeigte sich so elastisch, ausbalanciert und dabei gelassen wie dieser typvolle Schimmel. Und diesen Eindruck bestätigte er am folgenden Tag beim Freispringen. Egal, wie hoch der letzte Oxer gezogen wurde, Larico behielt die Übersicht, nahm sich selber zwischen den Hindernissen zurück, drückte ab und ließ satte 1,40 Meter easy unter sich. Jeder Sprung, jede Bewegung geht bei diesem Pferd durch den Körper und dabei war er stets cool, gelassen aber aufmerksam. Kurz: Das ist ein Pferd, das man sich sowohl als Spring- als auch als Dressurreiter unter dem Sattel wünscht. Für alle Züchter: Er wird zwar in Dänemark aufgestellt, kann aber auch über die Station Ludwig Kathmann bezogen werden.
Paul Schockemöhle betrachtet den Rekordpreis von 1,1 Millionen Euro als eine „Ausnahmesituation, die zeigt, dass bei absoluten Spitzenprodukten der Preis keine Rolle spielt.“
Auch er hätte ihm gerne gehabt, hat aber bei 450.000 Euro aufgehört zu bieten. Als Präsident des Oldenburger Springpferdezuchtverbandes freut Schockemöhle sich über diesen Riesenerfolg und ist der Meinung, OS bräuchte sich hinter Holstein nicht zu verstecken. Hier sei freilich angemerkt, dass der Champion eine reine Holsteiner Abstammung hat. Der Vater, Last Man Standing (der mittlerweile in Russland steht), ist ein Sohn des Lovari, einem Landgraf-Enkel, aus einer direkten Landgraf-Mutter. Laricos inzwischen verstorbene Mutter führt hinter Contender über Lorenz wieder Ladykiller xx-Blut und ist in dritter Generation auf Cor de la Bryère ingezogen.
Wo Licht ist, da ist auch Schatten: Zwei Hengste mussten das Freispringen vorzeitig beenden, weil sie an diesem Tag „nicht objektiv zu beurteilen waren,“ wie die Körkommission die panischen Zwei-Meter-Sätze über ein 75-Zentimeter-Hindernis diplomatisch kommentierte. Bei weiteren Kandidaten hielt Zuchtleiter Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff sich angesichts ihrer Gewaltsätze zwar die Hände vor die Augen, ließ das Geschehen aber weiterlaufen. Gekört wurden sie allerdings nicht. Reservesieger wurde ein Chacco Blue-Piano II-Sohn (Z.: Hans Weichselgärtner, Landshut), der für 60.000 Euro demnächst im Landgestüt Celle seinen Hafer fressen wird. Die 1c-Prämie ging an einen Fuchs v. Argentinus-Exorbitant xx, dessen schier unbegrenztes Springvermögen schon für 25.000 Euro zu haben war. Außer den drei prämierten wurden sieben weitere Hengste gekört, darunter zwei Cordalmé-Söhne. Die Übrigen stammten ab von Cassini II, Cornet Obolensky, Lord Pezi, Polytraum und Quite Easy.
Weitere Infos: www.oldenburger-pferde.com