Spitzenvererber Kannan ist tot

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Steve Guerdat und Nino des Buissonnets bei den Olympischen Spielen in Rio, wo die beiden Platz vier belegten. (© Pauline von Hardenberg)

Heute Morgen ist mit 28 Jahren einer der besten Springpferdevererber der Welt gestorben: Olympiasieger-Vater Kannan.

Der KPWN-Hengst Kannan v. Voltaire-Nimmerdor hat sich in Sport und Zucht bewiesen. Selbst war er international unter dem Franzosen Michel Hécart hoch erfolgreich. Unter anderem vertraten die beiden die französischen Farben bei den Europameisterschaften 2005 in San Patrignano.

Schon als junges Pferd hatte Kannan einen Ruf über die Grenzen seiner Heimat hinaus. Er beeindruckte mit seinem Vermögen und seiner Erscheinung, nahm an den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde teil und begeisterte, wo immer er auftrat. Seine größten Erfolge feierte er unter französischer Fahne.

Zum Jahrtausendwechsel übernahm Michel Hécart die Zügel des Hengstes. Gegenüber Grand Prix Replay sagte er einst: „Meine Frau und ich haben ihn nicht gekauft, weil er ein Hengst war, sondern weil er uns gefallen hat. Wir haben uns in seine Qualität verliebt. Es gab ihn und es gab die anderen. Er war außergewöhnlich.“

Nach seiner Sportkarriere wurde Kannan auf der Station Group France Elevage in Frankreich aufgestellt, wo er nun auch gestorben ist. Auf Facebook berichtet GFE: „Gestern war noch mit seinem Reiter im Gelände. Heute um zehn Uhr ist Kannan gestorben – zum Glück sehr schnell durch einen Herzinfarkt.“

Für seine Menschen, die sich seit vielen Jahren um ihn gekümmert hat, sei das ein harter Schlag. Für die Springpferdezucht ist es eine traurige Nachricht. GFE betont: „Er hat maßgeblich zur Entwicklung der Group France Elevage beigetragen, wo er seit zehn Jahren als Deckhengst im Einsatz war.“

Unsterblich hat Kannan sich durch seine Kinder gemacht. Laut GFE sind sie international für rund 50 verschiedene Nationen im Sporteinsatz. Zu den bekanntesten Nachkommen gehört allen voran Steve Guerdats Olympiasieger Nino des Buissonnets. Aber beispielsweise auch Weltcup-Siegerin Paille de la Roque, die ebenfalls mit Guerdat im Sattel im Einsatz war. Dann Molly Malone von Bertram Allen. Oder auch Quabri de L’Isle von Pedro Veniss. Und nicht zu vergessen Oh D’Eole, die zunächst mit McLain Ward im Einsatz war, dann Deutsche Meisterin unter Marc Bettinger wurde und später noch mit Michel Robert, Kevin Staut und Gregory Wathelet ging.

Hinzu kommen diverse gekörte Söhne, die das Erbe des Kannan weitergetragen. Erst dieses Jahr wurde beim Oldenburger Verband ein Vollbruder zu Nino des Buissonnets gekört. Ebenfalls prominent ist der in Westfalen zum Spitzenpreis verkaufte Karajan vom Klosterhof Medingen. Aktuell verzeichnet die Deutsche Reiterliche Vereinigung 32 gekörte Kannan-Söhne und 68 eingetragene Zuchtstuten.

Group France Elevage berichtet, es gebe noch TG-Samen des Hengstes, warnt aber auch, dass es von ihrer Seite aus keine Lizenz zum Verkauf des TG-Samens gebe und dass verfügbare Portionen „sehr wahrscheinlich betrügerischer Herkunft“ seien.

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