Trakehner Hengst Distelzar lebt nicht mehr

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Distelzar wurde 2013 als Hengst des Jahres ausgezeichnet. Auf Instagram erinnert der Trakehner Verband an den Gribaldi-Nachkommen. (© Instagram/ trakehnerverband)

Im Alter von 22 Jahren ist der Trakehner Hengst Distelzar verstorben. Der Gribaldi-Sohne hinterlässt nicht nur eine ganze Reihe von erfolgreichen Nachkommen, sondern konnte auch selbst im Dressurviereck auf sich aufmerksam machen.

Distelzar erblickte 1998 auf dem Trakehnergestüt Lindenhof am Berg das Licht der Welt. Vater Gribaldi zählt zu den ganz großen Dressurpferdevererbern, sein berühmtester Nachkomme ist wohl Totilas. Auch Muttervater Arogno war einer der Stempelhengste in der Trakehner Reitpferdezucht. Distelzar selbst wurde zweijährig in Neumünster gekört und prämiert. Im Frühjahr 2001 erwarb in die Schweizerin Marie-Laure Wüthrich über die Eliteauktion vom Klosterhof Medingen – für den damals zuvor noch nie erreichten Spitzenpreis von 600.000 DM.

Schon in jungen Jahren wusste Distelzar auch unter dem Sattel zu überzeugen. Gleich mehrfach konnte sich der Hengst für das Bundeschampionat in Warendorf qualifizieren, war Trakehner Reitpferdechampion und gewann zudem seinen 30-Tage-Test mit der Teilnote 10,0 für die Rittigkeit. Ab 2005 übernahm dann Andrea Wicki-Mäder – die Nichte von Marie-Laure Wüthrich und zuletzt selbst Besitzerin des Hengstes – die Zügel. Die Schweizerin stellte Distelzar bis 2011 auf Grand Prix-Niveau vor und war mit ihm auch bei den Schweizer Meisterschaften erfolgreich.

Seit 2010 durfte Distelzar das Prädikat Elitehengst tragen. Ein weiterer Höhepunkt in der Karriere des Braunen folgte 2013, als er in den Holstenhallen zum „Trakehner Hengst des Jahres“ gekürt wurde. Im Laufe seine Lebens war der Hengst auf dem Klosterhof Medingen, der Besamungsstation Albführen und im Gestüt Isselhook stationiert. Dort beeinflusste er aber nicht nur die Trakehnerzucht, sondern war unter anderem auch für Dänemark, Oldenburg und Hannover anerkannt.

Distelzar lebt in seinen Nachkommen weiter: Direkt in seinem ersten Körjahrgang 2004 stellte er den Reservesieger C’est Bon. Bei der FN sind aktuell elf gekörte Söhne von Distelzar registriert, darunter auch Donaugold und Hamilton, die mittlerweile beide im Grand Prix-Sport erfolgreich sind. Dazu kommt eine ganze Reihe von eingetragenen Töchtern, darunter auch einige Staatsprämienstuten. Insgesamt haben die Kinder von Distelzar bisher rund 50.000 Euro im Sport verdient.