Trakehner Hengst Interconti lebt nicht mehr

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Viel Blut brachte Interconti für die Trakehner Zucht, was sich auch in seinem Aussehen bemerkbar machte. (© Screenshot Facebook/Gut Elmarshausen)

Der Trakehner Hengst Interconti vom Gut Elmarshausen musste nach einem Unfall beim Freilaufen eingeschläfert werden. Er wurde 23 Jahre alt und hinterlässt unter anderem den ehemaligen Vielseitigkeits-Bundeschampion und gekörten Hengst Königssee.

Am späten Sonntagabend gab das Gut Elmarshausen den Tod ihres Deckhengstes Interconti bekannt. Er musste am 20. Januar in Folge einer Fraktur erlöst werden, die er sich beim Freilaufen in der Halle bei einem Sturz zugezogen hatte.

Das Gut Elmarshausen nahm in den sozialen Medien Abschied von dem Hengst: „Wir stehen alle noch sehr unter Schock und können es auch 2 Tage später noch nicht wirklich realisieren, dass er nicht mehr da ist. INTERCONTI war 21 Jahre in unserem Besitz und erfreute sich bis zuletzt seinem Alter entsprechend sehr guter Gesundheit. (…)
INTERCONTI – wir verdanken dir soviel! Das alles jetzt aufzuzählen, dafür fehlt heute noch die Kraft. Wir vermissen dich schrecklich, du Bester – unser „Schimmi“!“

Über den Trakehner Hengst Interconti

Interconti erblickte im Jahr 2000 bei seiner österreichischen Züchterin Sabine Keunecke das Licht der Welt. Er stammt ab v. Consul, einem Halbbluthengst, der Großvater von Grand Prix-Pferden wie dem Celler Landbeschäler Don Frederico ist, aus der Prämienstute Irene VI v. Mahagoni-Kastellan. 2002 wurde Interconti bei seiner Körung in Neumünster als Prämienhengst herausgestellt. Auffällig war die Erscheinung des Hengstes, sein feiner Kopf und seine edle Ausstrahlung ließen ihn beinahe wie einen Vollblüter erscheinen. Seine Leistungsprüfung absolvierte er im Jahr 2005 mit dem Gesamtindex von 117,74, womit er insgesamt Vierter wurde. Dabei bewies er sowohl Talent fürs Viereck als auch für den Parcours.

Sportlich wurde der im Besitz von Dr. Elke Söchtig vom Gut Elmarshausen stehende und dort auch deckende Interconti zunächst von Kathrin Leihe-Fingerhut gefördert, ehe Philip Hess nach einem Intermezzo von Fabian Lipsky die weitere Ausbildung des Trakehners übernahm. Seine letzte Turniersaison ging Interconti 2006 unter Philip Hess, der ihn in Dressurpferdeprüfungen der Klasse L zu Platzierungen ritt.

Prominente Söhne Königssee und Herbstkönig

Dr. Elke Söchtig setzte ihren Hengst unterdessen bereits auf der Besamungsstation ein, heute kann Interconti auf fünf gekörte Hengste und 38 eingetragene Zuchtstuten verweisen, von denen 19 Staatsprämien bzw. Prämienstuten sind. Die gekörten Hengste Contis aus der Contessa V v. Michelangelo, Zauberfürst aus der Zaubernacht II v. Caprimond, Nachtruf aus der Nadja IV v. Herzruf sowie Königssee aus der Königsfee v. Tambour (letzterer wiederum ein Enkel von Caprimond ist) sowie seine Töchter tragen sein Erbe weiter. Am prominentesten ist dabei sicherlich Königssee, der sechsjährig unter Ingrid Klimke Bundeschampion der Geländepferde wurde und stets als Musterschüler galt. Vor der WM in Le Lion d’Angers verletzte sich der Hengst jedoch im Stall und trat nicht an. Seither sah man ihn nicht mehr auf dem Turnier, bis auf den Frühsommer 202, wo der Hengst von Marita Schreiber in zwei Dressurprüfungen der Klasse M vorgestellt wurde. Von Intercontis mittlerweile 51 als Sportpferd eingetragenen Nachkommen geht einer auf S-Niveau Dressur, nämlich Zauberfürst.

Züchterisch ist Herbstkönig v. Interconti der bis dato erfolgreichste Sohn. Der 2008 geborene Trakehner hat bereits sieben gekörte Söhne sowie 24 Staatsprämien- und Prämienstuten hervorgebracht, verstarb jedoch viel zu früh im Jahr 2016. Drei seiner Nachkommen sind in der Dressur bis zur schweren Klasse erfolgreich.

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