Vielseitigkeitsreiter Jörg Kurbel plant eigene Hengststation – unter anderem mit einem neuen Vollblüter

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Agamemdon xx bei seiner DSP-Körung (© Tanja Zapp)

Vielseitigkeitsreiter Jörg Kurbel will den Sport künftig mehr seiner Tochter überlassen und sich auf anderes konzentrieren – unter anderem eine eigene Hengststation, die schon zwei Bewohner hat, die nicht nur für Vielseitigkeitszüchter interessant sein dürften.

Wenn Jörg Kurbel von seinem Neuzugang im Stall erzählt, gerät er regelrecht ins Schwärmen – Agamemdon xx ist ein sechsjähriger Englischer Vollblüter, den Kurbel im Gestüt Röttgen entdeckt hat und der bis Oktober 2020 noch in Rennen lief. Gestern war die Körkommission des Zuchtverbands des Deutschen Sportpferdes bei ihm auf dem Hof und hat ihn gekört. Vorerst werden die Kurbel’schen Hengste auf dem unweit entfernten Burghof Brodhecker abgesamt, aber im Winter soll auch auf der Anlage der Kurbels eine Deckstation entstehen. Mit Agamemdon xx und dem Trakehner Sturmpfeil als ersten Aushängeschildern.

Tanja Zapp

Agamemdon xx bei seiner DSP-Körung

Agamemdon xx – gesucht, gefunden

„Ich war schon lange auf der Suche nach einem Vollblüter für die Warmblutzucht“, berichtet Kurbel. „Im Gestüt Röttgen hatte ich mir eigentlich zwei andere Hengste angucken wollen. Aber dann sah ich ihn.“

Agamemdon, ein Sohn des Etzeaner Starvererbers Lord of England, entspreche genau dem Typ Blüter, den er gesucht hat: große Schulter, gut angesetzte Halsung aus dem Widerrist heraus statt nach unten und insgesamt eher bergauf als bergab konstruiert.

„Ich habe mir viele Bilder der einflussreichen Vollblüter in der Reitpferdezucht angeschaut. Ladykiller xx, Der Löwe xx – sie alle waren so gebaut und nicht zu groß. Die irischen Blüter, die später gedeckt haben und um 1,70 Meter Stock hatten, haben ja eher so Kamelpferde gemacht.“

Agamemdon misst 1,63 Meter. Und wunderschön sei er auch noch, betont Kurbel. „Sie haben ihn rausgeholt und ich habe sofort gesagt, dass ich ihn haben will. Da wusste ich noch gar nicht, was er kostet.“ Und auch nicht, wie er sich bewegt und ob er springen kann. Aber in diesem Fall hält die Optik, was sie verspricht, betont Kurbel.

„Er hat einen Schritt für eine 9,5, springt schon sehr ordentlich und vor allem vorsichtig und lässt sich unter dem Sattel sehr viel versprechend an.“ Im kommenden Jahr soll er vielleicht ein paar Spring- und Geländepferdeprüfungen der Klasse A gehen. „Aber wir haben es nicht eilig“, so Kurbel.

Sturmpfeil

Nummer zwei in Kurbels Hengstaufgebot ist der jetzt vierjährige Trakehner Sturmpfeil v. Under Fire-Sixtus. Der Hengst war 2019 in Neumünster gekört worden und soll dieses Jahr von Philipp Brodhecker in ersten Springpferdeprüfungen vorgestellt werden.

Aber auch seine Zukunft sieht Kurbel im Busch. „Er soll zum Winter hin dann zu Sophie Leube gehen und fünf- und sechsjährig dann vielleicht Bundeschampionat.“