WM junge Dressurpferde 2019: Das sind die Pferde, die für Deutschland gehen

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2018 Bundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde, nun WM-Kandidat: Zucchero v. Zonik unter Frederik Wandres. (© von Korff/ www.toffi-images.de)

Heute war die zweite und entscheidende Sichtung für die Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde am Bundesstützpunkt in Warendorf. Hier die Pferde für Ermelo.

Vom 1. bis 4. August werden im niederländischen Ermelo wieder die Weltmeister der jungen Dressurpferde gekürt. Dies sind die deutschen Kandidaten.

Fünfjährige

Espe, Westfälische Stute v. Escolar – Dimaggio (Z.: Walter P.J. Droege, Reiterin: Eva Möller)

Mit ihren fünf Jahren kann man Espe schon als Seriensiegerin bezeichnen. 2018 ging sie zwei Reitpferdeprüfungen, wurde in der ersten Dritte, in der zweiten hatte sie die Nase vorn. Und seitdem ist die Braune ungeschlagen. Bislang saß immer Züchtertochter Hedda Droege im Sattel, nun hat Eva Möller übernommen. Die beiden sind auch schon fürs Bundeschampionat qualifiziert – mit 8,8!

Espes Vater Escolar, selbst zweifacher Reitpferdebundeschampion und ja jüngst mit seinem Ausbilder Hubertus Schmidt in den Olympiakader berufen, stellte schon Bundeschampions, wie zum Beispiel Eternity, den Cathrine Dufour für den Stall Helgstrand ausbildet. Ein offiziell noch namenloser Vollbruder zu Espe wurde im vergangenen Jahr bei der westfälischen Hauptkörung gekört.

Secret, Deutsches Sportpferd (BaWue), Hengst v. Sezuan –St. Moritz (Z.: Hubert Vogler, Reiterin: Jessica Lynn Thomas/SWE)

Ein YouTube-Video machte diesen Württemberger Hengst vom Gestüt WM auf einen Schlag berühmt. Er hatte eine volle Deckliste noch ehe ihn ein Züchter live zu Gesicht bekommen hatte. Beim Bundeschampionat 2017 ging er als Führender ins Finale der dreijährigen Hengste, bei dem damals noch der Fremdreitertest über die Medaillenverteilung entschied. Am Ende wurde es Silber für den Rappen. 2018 ging er kein Turnier. Dieses Jahr stellte seine Stammreiterin Jessica Lynn Thomas ihn viermal vor und war viermal siegreich.

Dante’s Hit, Oldenburger Wallach v. Dante Weltino – Sandro Hit (Z.: Sam Duckworth/GBR, Reiterin: Dorothee Schneider)

Dante’s Hit ist ebenfalls erst dieses Jahr in den Turniersport eingestiegen. Seine ersten Erfolge – vier an der Zahl, zwei Siege, zwei dritte Plätze inklusive Bundeschampionatsqualifikation – sammelte Dante’s Hit unter Stefanie Hladik. Für die WM hat die frisch gebackene Reitmeisterin Dorothee Schneider die Zügel übernommen.

For Gold, Oldenburger Hengst v. Franziskus – Zack (Z.: Next Generation Dressurpferde der Zukunft GmbH, Reiterin: Stefanie Wolf) 

Nachdem sich mit Total Hope gestern bei den Siebenjährigen ein direkter Sohn von Olympiasiegerin Weihegold für die zweite Sichtung empfehlen konnte, folgt nun ein Enkel. For Golds Mutter Weihcera v. Zack ist eine direkte Tochter von Isabell Werths dreifacher Weltcup-Siegerin. Ausgebildet wird der Hengst von Stefanie Wolf im Stall Hinnemann. Seine bisherige Erfolgsbilanz: elf Starts, neun Siege.

Moosbend’s Rockadera, Rheinländer Stute v. Rock Forever I – Ricardos (Z.: Gestüt Moosbend Gemo, Reiterin: Jill de Ridder)

Moosbend’s Rockadera hatte erst drei Turnierstarts, ehe sie nach Warendorf kam, alle unter Jill de Ridder. Sie gewann eine Dressurpferdeprüfung Klasse A und war in Klasse L zweimal Zweite, zuletzt in Neuss-Grefrath, wo For Gold die Nase vorn gehabt hatte. Die Großmutter der Stute, Salice Salentina v. Sandro Hit, hatte einen gekörten Sohn: den Rheinländer Ludowig.

Valverde, Westfälischer Hengst v. Vitalis – Ampère (NLD) (Z.: Reesink Pferde GmbH, Eva Möller)

Der Körsieger 2016, seitdem im Besitz des Stalls Helgstrand und in Ausbildung bei Eva Möller. Im vergangenen Jahr gewann Valverde Silber beim Bundeschampionat. Seitdem ist er kein Turnier mehr gegangen.

Quiana W, Rheinländer Stute v. Quaterstern – Rubinstern Noir (Nicole Wego)

Quiana W stammt aus der eigenen Zucht der Familie Wego und hat in ihrem Leben bislang erst einen Turnierplatz gesehen, den in Bielefeld-Holtkamp. Dort wurde sie auf Anhieb Zweite in einer Dressurpferdeprüfung der Klasse L.

Erste Reserve ist Go Twitter, Oldenburger v. Grey Flanell-Sandro Song (Lena Waldmann)

Zweite Reserve ist Donatella, Hannoveraner v. Diamond Hit-Fürst Heinricht (Ann-Christin Wienkamp)

Dritte Reserve ist Velvet, Westfale v. Van Vivaldi-Fidermark (Ann-Christin Wienkamp).

Sechsjährige

Caracciola MT, Holsteiner Hengst v. Chin Champ – Calido I (Z.: Miriam-Kathleen Haak, Reiterin Melanie Tewes)

Als rein springmäßig gezogenes Pferd ist der hübsche Schimmel, den die Österreicherin Elisabeth Max-Theurer auf der Körung in München-Riem erwarb, der Exot unter den Kandidaten. Das war er auch schon im vergangenen Jahr, als er beim Bundeschampionat Neunter auf dem Dressurviereck wurde. Dieses Jahr konnte er gleich seine erste Dressurpferdeprüfung Klasse M gewinnen, war einmal Zweiter und zweimal Dritter.

Destacado FRH, Hannoveraner Hengst v. Desperados – Londonderry (Z.: Heinrich Gießelmann, Matthias Alexander Rath)

Die Erfolgsbilanz dieses Fuchses ist beeindruckend. 2016 wurde er überlegener Bundeschampion der dreijährigen Hengste unter Pascal Kandziora. Inzwischen sitzt Matthias Alexander Rath in Destacados Sattel und begeisterte mit ihm schon im vergangenen Jahr bei der WM in Ermelo, wo die beiden Silber gewannen. Dieses Jahr stellte Rath ihn bei FEI-Nachwuchsturnieren in Ornago und Wiesbaden vor, war in Italien zweimal siegreich und in Wiesbaden Zweiter.

Feel Free OLD, Oldenburger Stute v. Foundation – Sandro Hit (Z.: Indira Wallner, Reiterin: Bernadette Brune)

Auch Feel Free ist eine „alte“ Bekannte vom Bundeschampionat. Als Fohlen erwarb Bernadette Brune die Braune über die Oldenburger Auktion, weil ihr Trab sie so begeistert hat. Dreijährig stellte David Taylor sie in Warendorf vor. Als Vierte verpassten die beiden knapp das Finale. Im Jahr darauf saß Anja Engelbart im Sattel und holte Silber bei den vierjährigen Reitpferden in Warendorf. Seit 2018 reitet die Chefin selbst Feel Free auf dem Turnier. Auch mit ihr wurde Feel Free Vierte im Bundeschampionatsfinale. Nach drei zweiten Plätzen in Dressurpferdeprüfungen der Klasse M folgte ein vierter Platz in Wiesbaden.

Meggle’s Fidelio Royal, Württemberger Hengst v. For Romance I – Rubin-Royal (Z.: Hubertushof/Annika Schwaab, Reiter: Matthias Bouten)

Fidelio Royal hatte sich letztes Jahr Platz sechs beim Bundeschampionat mit High Heels geteilt, die bei der ersten Sichtung noch dabei war, die WM-Qualifikation jedoch verpasste. Dieses Jahr stellte Matthias Bouten Fidelio Royal turniermäßig nur einmal vor und war auf Anhieb siegreich in der ersten Dressurpferdeprüfung Klasse M. Der Hengst hat noch einen gekörten Halbbruder, Dominant v. Diamond Hit.

Revolution, westfälischer Hengst v. Rocky Lee – Rouletto (Z.: Yasemin Yanik, Reiter: Andreas Helgstrand)

Titelverteidiger in Ermelo. Der Westfale war 2015 der erste Hengst, der bei einer Körungsauktion einen siebenstelligen Betrag erzielte. Er wechselte damals in den Stall von Andreas Helgstrand und wird dort seither von ihm selbst geritten.

Zucchero OLD, Oldenburger Hengst v. Zonik – Prince Thatch xx (Z.: Hans-Heinrich Brüning, Reiter: Frederic Wandres)

Der Bundeschampion 2018. Auch bei der WM in Ermelo war dieser nicht gekörte Zonik-Sohn am Start und wurde Vierter. Dieses Jahr ging er eine Dressurpferdeprüfung der Klasse M und wurde Zweiter.

Zum Glück RS2 OLD, Oldenburger Hengst v. Zonik – Florestan I (Z.: Ullrich Kasselmann, Reiter: Robin van Lierop)

Zum Glück war beim Bundeschampionat 2018 der zweite Sohn von Edward Gals Zonik, der es in die Medaillenränge bei den fünfjährigen Dressurpferde schaffte. Er gewann Bronze. Bei der WM in Ermelo war er nicht am Start gewesen und auch dieses Jahr ging er bislang erst ein Turnier, die Dressurpferdeprüfung Klasse M in Neuss-Grefrath, wo er Zweiter wurde hinter Querida Mia v. Quotenkönig, die heute in Warendorf ebenfalls am Start war, aber nicht weiter kam.

Reservist ist Ben Vito, Hannoveraner v. Benicio-Lauries Crusador xx ( Stefanie Wittmann).

Siebenjährige

Bonderman, westfälischer Wallach v. Belarus – Alabaster (Z.: Walter P.J. Droege, Reiterin: Bettina Jäger Jensen)

Als junges Pferd war Bonderman von Claudia Rüscher vorgestellt worden und heimste diverse Siege und Platzierungen in Reit- sowie Dressurpferdeprüfungen der Klassen A und L ein. Seit 2018 stellte Züchter-Tochter Hedda Droege ihn vor. Unter ihr ging er dieses Jahr auch die ersten Prüfungen Klasse S. Bei zwei Starts war er einmal Erster und einmal Dritter. Er hat bislang weder Bundeschampionats- noch WM-Erfahrungen.

D’avie, Hannoveraner Hengst v. Don Juan de Hus – Londonderry (Z.: Dorothee Heitmüller, Reiter: Severo Jurado Lopez/ESP)

Der Titelverteidiger. Schon vor zwei Jahren stellte Severo Jurado Lopez den teuersten Hengst der Hannoveraner Körung 2014 für den Stall Helgstrand in Ermelo vor, konnte sich aber aufgrund einiger Probleme im Viereck trotz seines offensichtlich überragenden Potenzials nicht unter die Medaillenränge mischen. Letztes Jahr holte D’Avie dann den Titel.

Matchball OLD, Oldenburger Wallach v. Millennium – De Niro (Z.: Helga Lütje, Reiterin: Stefanie Wolf)

Matchball ist quasi schon Stammgast in Ermelo. Nach Platz elf im Finale der Fünfjährigen 2017 wurde es 2018 Rang vier für den hochbeinigen Rappen mit beeindruckendem Bewegungspotenzial. Das war das letzte Turnier 2018 für ihn. Dass er den Winter über nicht untätig war, zeigt die Bilanz der bisherigen Turniersaison: vier Starts (einmal M**, dreimal Klasse S*), vier Siege.

Quadrophenia, Hannoveraner Stute v. Quasar de Charry – Hochadel (Z.: Klaus Hermann Ehlen, Reiterin: Carina Bachmann)

Fünf- und sechsjährig war Quadrophenia unter Carina Bachmann platziert beim Dressurpferdebundeschampionat. 2017 wurde sie Sechste, 2018 Achte. Bei der WM war sie bis dato noch nicht in Erscheinung getreten, ging aber dieses Jahr ihre erste S-Dressur, die sie gewann.

Revenant, westfälischer Hengst v. Rock Forever I – Sir Donnerhall I (Z.: Katharina Hadeler, Rudolf Widmann)

2016 über die PSI Auktion für offiziell 1,1 Millionen Euro an das Gestüt Ammerland verkauft, avancierte Revenant im vergangenen Jahr zum Bundeschampion der sechsjährigen Dressurpferde. Dieses Jahr stellte Rudolf Widman ihn im Mai in München einmal in Klasse M** und einmal in einer S* vor. Das Ergebnis: zweimal Platz sechs.

Sisters Act OLD vom Rosencarre, Oldenburger Stute v. Sandro Hit – Royal Diamond (Z.: Silke Pelzer, Reiterin: Dorothee Schneider)

Nachdem Sisters Act vierjährig Bundeschampionesse unter Anna-Sophie Fiebelkorn geworden war, ging sie kurzzeitig unter Lena Waldmann, der heutigen Bereiterin des Gestüts Bonhomme. Seit 2017 ist die frisch gebackene Reitmeisterin Dorothee Schneider für die Ausbildung verantwortlich. Mit ihr im Sattel wurde die Stute fünfjährig Vierte und sechsjährig Sechste bei der WM in Ermelo.

Total Hope, Oldenburger Hengst v. Totilas – Don Schufro (Z.: Christine Arns-Krogmann, Reiterin: Isabel Freese)

Totilas und Weihegold sind die Eltern dieses Hengstes, der seine züchterische und sportliche Karriere in Schweden begann, ehe Paul Schockemöhle ihn nach Mühlen holte. Eine Schwedin war es auch, die den Rappen 2018 bei der WM in Ermelo vorstellte, damals allerdings noch mit deutlich Luft nach oben (Rang neun). Seit diesem Jahr sitzt nun Isabel Freese im Sattel und qualifizierte den Hengst in Redefin im ersten Anlauf für das Finale des Nürnberger Burg-Pokals.

Erste Reserve ist Bon Coeur, Hannoveraner Hengst v. Benetton Dream-Sandro Hit (Caroline Darcourt/SWE)

Zweite Reserve ist Florine, Oldenburger Stute v. Foundation-Lauries Crusador xx (Maike Mende)

Dritte Reserve ist Vernissage, Westfale v. Vitalis-Hochadel (Katrin Burger)

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